Machtlos? Wir haben mehr Macht, als wir glauben

machtlos„Mut ist die erste von allen menschlichen Qualitäten, weil er alle anderen garantiert.“

Das sagte Winston Churchill. Und weil er damit so recht hatte, nervt es uns ohne Ende, wenn wir Sätze hören wie: „Hier müsste mal was passieren …“, „Ich kann ja nichts machen, aber …“, „Ich kann’s nicht ändern, ich bin ja nicht der Geschäftsführer/Bundeskanzler/US-Präsident …“, „Ich bin dafür nicht zuständig, aber man sollte da dringend was tun …“

„Man“ sollte was tun? Wer ist denn „man“? Das alles ist Blabla. Solche Sätze haben nur einen einzigen Effekt: Die eigene, vermeintliche Machtlosigkeit wird zementiert, um sich dahinter zu verstecken.

Wer etwas verändern will, braucht lediglich Mut. Nicht Macht. Keine bestimmte Position. Nicht Geld. Keine Einverständniserklärung der Behörden. Nur Mut.

Dazu möchten wir Ihnen zwei Gedankenanstöße mitgeben:

1) Wer etwas bewegen will, muss etwas tun.

Als Günther Schuh, Professor an der RWTH Aachen, sich sonntags sein Frühstücksei köpfte, dachte er: „Mmmh, es wäre echt eine gute Idee, wenn unsere Autohersteller bei der Entwicklung von Elektroautos ein bisschen mehr Gas geben würden. Ich finde das ja total interessant und auch wichtig, bin aber halt nur ein Professor in Aachen ohne die notwendige Macht“. – Ist das eine wahre Geschichte?

Nein, so lief das nicht! So denken täglich tausende Köpfe, aber nicht der von Günther Schuh: Anstatt zu räsonieren „Man müsste …“,  tat Günther Schuh etwas. Er handelte. Er machte. Er sieht sich nicht als machtlos. Er gründete die StreetScooter GmbH, die Elektro-Lieferwagen baut und verkauft. Und zwar dermaßen praktische und alltagstaugliche Lieferwagen speziell für die Kurzstrecke, dass die Deutsche Post mittlerweile das Unternehmen gekauft hat. Der Aachener Professor hat damit die Milliardenkonzerne Daimler, VW & Co. vorgeführt. Und er plant bereits den nächsten Coup: 2018 will er mit dem E.Go Life einen elektrischen Kleinwagen für 15.900 Euro auf den Markt bringen. Schon jetzt gehen täglich so viele Bestellungen ein, dass die geplante Produktionskapazität nicht mehr ausreicht.

Als der damals 9-jährige Felix Finkbeiner für die Schule ein Referat zum Thema Klimawandel und dessen Folgen vorbereitete, war er über die Fakten, die er recherchierte, geschockt. Doch dann sagte er nicht: „Das, was ich hier lese, das ist besorgniserregend, da müssten die Regierungen weltweit etwas unternehmen …“ – Stattdessen unternahm er selbst etwas. Er fasste sich ein Herz und gründete als 10jähriger (!) die Initiative Plant for-the Planet. Das Ziel: Bäume pflanzen. Ganz einfach. Denn jeder einzelne Baum nimmt CO2 aus der Atmosphäre und bindet Kohlenstoff.

Aus der Initiative wurde eine richtige Bewegung, und zwar weltweit. Dafür sucht und findet Finkbeiner prominente Unterstützer und trägt seine Idee unermüdlich in die Welt. Der erste Baum wurde 2007 an Felix’ Schule gepflanzt. Heute, zehn Jahre später, sind über 100.000 Kinder weltweit für Plant-for-the-Planet aktiv, während die Erwachsenen nur drüber reden. Bislang wurden von Plant for the Planet – Stand heute – 15.204.607.305 Bäume gepflanzt. Lesen Sie die Zahl nochmal: 15 Milliarden Bäume! Für jeden Erdenbürger zwei. Und das Ziel ist gigantisch: Bis 2020 will die Bewegung zu den bestehenden 3.000 Milliarden Bäumen auf der Erde 1.000 Milliarden neu hinzugepflanzt haben. Wir halten jede Wette: Die schaffen das!

2) Sie sind am mächtigsten, wenn Sie machtlos sind.

Das klingt paradox, ist aber leicht zu erklären: Wenn Sie Vorstand, Staatschef oder prominenter Unternehmer sind, dann wird alles, was Sie tun, wie unter einer Lupe studiert. Das fördert nicht unbedingt die Lust, etwas zu riskieren. Die Folge: Viele werden konservativer und wagen weniger.

Wenn Sie aber noch niemand kennt, weil Sie noch keine formale Machtposition haben, dann können Sie im Verborgenen schräge Dinge wagen, interessante Projekte auf die Beine stellen, testen, ausprobieren – und sich auch mal eine blutige Nase holen, ohne dass die Welt sofort davon erfährt.

Sie können nachbessern, ergänzen oder die Flinte einfach ins Korn werfen, wenn Sie in eine Sackgasse gelaufen sind. Dass Sie keine Machtposition haben und Sie kaum jemand kennt, schenkt Ihnen auch eine Portion Unbefangenheit beim Experimentieren.

Darum: Nutzen Sie Ihre Zeit als scheinbar „Machtloser“.
Jetzt ist die beste Zeit, etwas zu wagen! Sie sind nicht machtlos!

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