Unsere zwei wichtigsten Tipps für Ihre Vorträge

Guter Vortrag - Tipps

Wir lieben Vorträge und Präsentationen! Klar, das ist ja auch Teil unseres Berufs. Außerdem beschäftigen wir uns leidenschaftlich gern damit, was ein guter Vortrag ist und wie er sich von einem miserablen Vortrag unterscheidet sowie was gute Vorträge zu exzellenten Vorträgen macht.

Und ja, natürlich begegnen uns im Rahmen von Strategiemeetings, Kick-off Events oder Kundenveranstaltungen immer mal wieder Präsentationen, die so unendlich dröge sind, dass man genauso gut der Farbe beim Trocknen zusehen könnte: Zahlen, Daten, Fakten, Produktspezifika und anderes strohtrockenes Zeugs werden von vollgestopften Folien abgelesen.

Sie kennen das. Wir nennen es: betreutes Lesen.

Zahlen, Daten, Fakten sind keine Ausrede

Wenn wir dann mal nachfragen, warum die Präsentatoren ihren Vortrag nicht etwas spannender gestaltet haben, hören wir: Naja, es seien halt nunmal Zahlen, Daten, Fakten, Produktspezifika und anderes strohtrockenes Zeugs – was will man machen? Da müssten die Zuhörer eben durch.

Einspruch, euer Ehren!

Gar nichts müssen wir! Wenn selbst so ein höchstintelligenter und megaintrovertierter und von allen präsentationsmäßigen Naturtalenten weiträumig umgangener Tekkie wie Sundar Pichai es besser machen kann, dann hat die Ausredenabteilung geschlossen!

Guter Vortrag – Reduzierte Folien und Geschichten

Sundar ist Halbleiterphysiker und CEO von Google. Seine Wurzeln saugen Lebenskraft aus Zahlen, Daten, Fakten und anderem strohtrockenen Zeugs – aber das ist für ihn noch lange kein Grund, von sich auf andere zu schließen. Wir rechnen es ihm hoch an, dass er sich zu uns Normalsterblichen herablässt und an sich und seinen Präsentationsfähigkeiten gearbeitet hat, so dass seine Vorträge sogar richtig klasse sind. Einen davon können Sie in diesem Video sehen.

Zwei Punkte finden wir besonders gut

Erstens arbeitet Sundar mit maximal reduzierten Folien: Die alte Gestalterweisheit „Gutes Design ist, wenn man nichts mehr weglassen kann“ gilt auch für Powerpoint! Was bei ihm auffällt: Nur ganz wenige Wörter und sonst nichts. Das schafft Wirkung.

Sundar Pichai mit maximal reduzierten Folien:

 

Als er zum Beispiel über ein Kernthema seines Vortrags spricht “We are heading from a mobile first to an AI first world” (wobei AI „Artificial Intelligence“ meint), zeigt die Folie nur fünf Wörter: „Mobile first to AI first“ – reduziert aufs Maximum.

Zweitens nutzt Sundar Storytelling, um abstrakte Zahlen und Sachverhalte in Konkretes und Greifbares zu übersetzen. Er sagt zum Beispiel NICHT einfach nur, dass eine vierprozentige Verbesserung der Bilderkennungssoftware (von 89% auf 93%) einen großen Fortschritt darstellt und aus die Maus. Stattdessen ZEIGT er anhand einer Geschichte, wie enorm sich dieser Fortschritt aus Sicht des Nutzers auswirkt:

Sundar Pichai Vortrag mit Storytelling

 

Er zeigt ein Foto von zwei Bären und sagt, dass vor zwei Jahren die Bilderkennungssoftware das Bild wie folgt interpretiert hätte: „A brown bear is swimming in the water.“ Vier Prozent besser bedeutet, dass die Software heute versteht: „Two brown bears are sitting on top of rocks.“

Und er übersetzt: Was heißt das für den Anwender? Es heißt konkret, dass die Software dem Anwender heute viel besser hilft, genau das Bild aus seiner Datenbank zu finden, das er sucht.

Großhirnrinde statt Trommelfell

Sundar Pichai hat verstanden: Egal wie viele Zahlen, Daten, Fakten, Produktspezifika und anderes strohtrockenes Zeugs Sie auflisten, Sie erreichen damit nur die Trommelfelle Ihrer Zuhörer, aber sicher nicht ihre Großhirnrinde. Und schon gar nicht die Herzen. Ein guter Vortrag tut das jedoch.

Die Grundlage eines guten, weil wirkungsvollen Vortrags ist eine gute Geschichte, prägnante Beispiele, persönliche Erlebnisse. Wann immer Sie auf einer Bühne stehen, tun Sie das als Geschichtenerzähler, damit das, was Sie sagen, für die Menschen etwas bedeutet!

Präsentieren Sie bitte nichts

Und wer diesen beiden Tipps – reduzierte Folien und Geschichten – nicht folgen will, für den haben wir noch einen dritten Tipp: Lassen Sie es lieber ganz bleiben! Stehlen Sie sich selbst und anderen Menschen nicht die Lebenszeit! Präsentieren Sie bitte nichts!

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