Warum Ihr Problem vielleicht gar nicht Ihr Problem ist!

Problemdefiniton

Nehmen wir uns spaßeshalber irgendein Problem vor.

Beispielsweise … Stellen Sie sich vor, Sie wären der Eigentümer eines Bürohauses. Das ist noch lange kein Problem. Das Bürohaus hat nun viele Stockwerke. Umso besser. Auch kein Problem. Aber Sie sind nunmal auch der Eigentümer des eingebauten Aufzugs. Und dieser Aufzug ist alt und laaangsaaaam. So. Und jetzt haben Sie ein Problem! Denn Ihre Mieter beschweren sich andauernd über diesen Aufzug. Mehrere Mieter drohten bereits auszuziehen, wenn Sie das Problem nicht endlich lösen. Und ab diesem Moment geht es Ihnen ans Geld: Sie wollen auf die Miete dieser Unzufriedenen nicht verzichten. Und Sie wollen natürlich Frieden im Haus.

Was also tun Sie? 
 

Dahergelaufene Probleme

Klar, die einfachste Lösung liegt auf der Hand: Sie nehmen Geld in die Hand und bauen einen neuen Aufzug ein.

Gut, diese Lösung wäre wahrscheinlich die teuerste Variante. Etwas preisgünstiger wäre es, den schwachen Motor gegen ein stärkeres Modell auszutauschen. Oder wie wäre es, einen zusätzlichen Aufzug von der langsamen Sorte einbauen, um wenigstens die Kapazität zu verdoppeln? Oder den Algorithmus verbessern, der den Aufzug steuert?

Ja, das alles sind Lösungen.

Aber Lösungen von was eigentlich? Was war nochmal das Problem? War das Problem „Der Aufzug ist zu langsam“? Wirklich?

Haben Sie sich da ein wirklich cleveres Problem ausgesucht?

Oder haben Sie einfach nur das erste beste Problem genommen, das Ihnen über den Weg gelaufen ist?

Ups.

Es ist höchste Zeit für eine genaue Problemdefinition sowie einen Perspektivwechsel. 

 

Erstmal innehalten!

Unsere Empfehlung: Anstatt sofort zur Lösung des erstbesten Problems zu springen, erstmal innehalten.

Und dann fällt Ihnen ein, dass es in Ihrem Bürohaus ein wesentlich intelligenteres, einfacheres, eleganteres Problem gibt als das biedere Problem „Der Aufzug ist zu langsam“ …

Problemdefinition
 

Problemdefinition: “Reframing” – Wechseln Sie den Rahmen!

Nehmen Sie zum Beispiel das Problem „Die Wartezeit nervt die Nutzer“!

DAS ist ein Prachtexemplar von einem Problem. Und dann fahnden Sie nach Lösungen. Da fällt Ihnen vielleicht ein, dass Sie einfach in jedem Stockwerk einen Spiegel neben dem Aufzug anbringen könnten. Ist kostengünstig und innerhalb eines Tages erledigt.

Die Wirkung: Die Wartezeit vergeht deutlich schneller, wenn die Leute sich selbst im Spiegel betrachten.

Und dann legen Sie noch eine Schippe drauf: Sie lassen leise Musik vor den Aufzügen ertönen. So vergeht die Wartezeit angenehmer und gefühlt schneller.

Und dann könnten Sie in jedem Stockwerk neben dem Spiegel noch einen Handdesinfizierer anbringen. Das ist nicht nur ein Schutz vor Bakterien und Viren, sondern gibt den Wartenden auch noch etwas zu tun und reduziert damit deren Unzufriedenheit.

Interessant oder? Die Lösung mit Spiegel & Co. ist nämlich keine Lösung für das ursprüngliche Problem: Es macht den Aufzug nicht schneller. Stattdessen haben Sie einfach nur die Perspektive gewechselt und das Problem neu gerahmt: „reframed“.

Problemdefinition Perspektivwechsel
 

Perspektivwechsel: Think different!

Albert Einstein soll mal gesagt haben: „Wenn ich eine Stunde habe, um ein Problem zu lösen, dann beschäftige ich mich 55 Minuten mit dem Problem und 5 Minuten mit der Lösung.“ Da ist was dran!

     Lösen Sie nicht automatisch das erste dahergelaufene Problem!

Verbringen Sie erstmal ein wenig Zeit mit dem Problem selbst.

Und dann:

     Ändern Sie die Problemdefinition!

Denn in jede Problemdefinition backen Sie ja zwangsläufig die Lösung schon mit ein. Wenn Sie sich fragen: „Wie kann ich unserem Sohn eine schöne Geburtstagsfeier ausrichten?“ sind Sie bereits in der „Feier“ gefangen. Wenn Sie sich aber fragen: „Wie kann ich den Geburtstag meines Sohnes zu einem ganz besondern Tag machen, an den er sich noch lange erinnert?“– dann denken Sie größer als „Feier“ und finden womöglich eine vollkommen andere Lösung, weil Sie nun ein viel größeres Lösungsfeld haben, das neben Feiern auch Ausflüge, Abenteuer, Burgen, Höhlen, Fußballstadien, Aquarien, Achterbahnen, auswärts übernachten, kochen, staunen, singen, tanzen und weiß Gott was noch alles enthält – auch wenn’s gar keine Feier ist. Oder eben erst recht.

Verblüffenderweise gilt: Wenn Sie ein gutes Problem gefunden und es geistig wirklich durchdrungen haben, dann haben Sie es meistens schon zu einem großen Teil gelöst.

Aber Achtung: Das Reframing von Problemen ist nicht gleichbedeutend mit dem ewigen Brüten über dem Problem. Das wäre nur eine Ausrede, um nicht ins Handeln zu kommen!

Und dann haben Sie wirklich ein dickes Problem!

 

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