Meetings sind auch Bürokratie

BürokratieNa klar, sagt jeder, natürlich bin ich gegen Bürokratie. Ich kämpfe seit Jahren dagegen. Wenn man bei Bürokratie an Aktenberge in der Höhe der Pyramiden von Gizeh und an ellenlange Entscheidungswege denkt, mag das stimmen. Doch auch wenn heute alle elektronisch vernetzt, in Teams organisiert und auf kurzem Wege ansprechbar sind – hat die neue Form der Kommunikation die bürokratische Struktur wirklich aufgebrochen? 

Der CC-Wahn

Da wäre beispielsweise die Manie, bei jeder E-Mail an den Projektleiter 36 Leute im Unternehmen auf „CC“ zu setzen. Das CC-Syndrom ist dann eher schon ein CYA-Syndrom – kurz für „Cover your ass“. Damit wird vor allem eines erreicht: Die E-Mail-Posteingänge sind ständig mit Nachrichten verstopft, die einen allenfalls peripher betreffen. So wird eine Informationsflut erzeugt, die die Aktenordner der Vergangenheit wie niedliche Reclam-Heftchen aussehen lässt. 

Meetings – Notwendig oder nur Bürokratie?

Oder was ist mit den ewigen Meetings der Arbeitskreise, Projektteams, Ausschüsse oder Komitees? In manchen Unternehmen wird pro Kopf mehr Zeit mit dem Abhocken von Meetings verbracht, als diese Menschen in Summe für ihren Universitätsabschluss aufgewendet haben. Allein das Quantum an Kaffee und Keksen, das dabei konsumiert wird, müsste den Hausärzten die Tränen in die Augen treiben. 

Wenn es bei einem Meeting vor allem darum geht, dass Verantwortung auf ein Kollektiv übertragen werden soll, weil niemand sie persönlich übernehmen will, gehört es gestrichen. Punkt. Wollen wir wetten, dass in den meisten Unternehmen die Hälfte aller Meetings ersatzlos aus den Terminkalendern gestrichen werden könnte, ohne dass irgendjemand irgendetwas verpassen würde?

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