Die Freiheit und ihr Preis

SelbstorganisationMitarbeiter, die nicht dafür bezahlt werden, einen bestimmten Job auszufüllen, sondern dafür, anspruchsvolle Aufgaben mit hoher Eigenverantwortung und Selbstbestimmtheit auszuführen. Die selbst bestimmen, wo und wann sie arbeiten. Die ihre Aufgaben mal im Büro, mal von daheim, mal von unterwegs oder mal beim Kunden erledigen. Und Chefs, die Anwesenheit und Arbeitszeiten kontrollieren, sucht man hier vergebens. 

Ergebnisse sind wichtiger als Arbeitszeit

Kann es so viel Freiheit, Selbstbestimmtheit und Vertrauen in der Arbeitswelt tatsächlich geben? 

Ja, kann es! Unternehmen wie zum Beispiel SAP oder IBM, um nur zwei Beispiele zu nennen, sind prägnante Beispiele für den Wandel der Arbeitswelt. Zeiterfassung? Kann jeder Mitarbeiter gerne für sich machen, wenn er das nachverfolgen möchte. 

Was ist überhaupt Arbeitszeit? Auch die Idee morgens unter der Dusche? Auch die Mail aus dem Straßencafé, die über das Smartphone versendet wird? Wenn ja, wie will man das noch sinnvoll „erfassen“? Hier geht es längst nicht mehr um Kontrolle. Die wäre schlicht unmöglich. Jeder ist selbst für seine Ergebnisse verantwortlich.

Es geht um das Erreichen von Zielen und Lösungen – Chefs müssen nicht dauernd nachfragen: Was macht mein Mitarbeiter? Stattdessen sagt der Chef seinem Mitarbeiter, was er braucht – mehr nicht. Er sagt also nicht, was der Mitarbeiter tun soll, sondern lediglich, welches Ergebnis er braucht. Was der Mitarbeiter tagtäglich so macht, was er tut, um das Ziel zu erreichen, ist dem Chef egal, er weiß es nicht einmal. Aber am Ende muss das Ergebnis auf den Tisch. Und dafür gibt es dann auch klare Beurteilungskriterien, wie überall sonst auch. 

Fähigkeiten wie Selbstorganisation werden immer wichtiger

Daraus ergeben sich völlig andere Anforderungen als in der alten Arbeitswelt: 
Einerseits ist es für Mitarbeiter natürlich gut, frei und mobil zu sein und sich die Arbeit so einzuteilen, wie es für sie jeweils am besten ist. Andererseits erfordert das lauter „Selbst“-Fähigkeiten: Selbstdisziplin, Selbstorganisation, Selbstverantwortung, Selbsteinschätzung, Selbstkontrolle, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen. 

Ganz schön anstrengend auf die Dauer! 

Und es erfordert ein klares NEIN zu einer weiteren „Selbst“-Fähigkeit – der Selbstausbeutung. Wer ständig erreichbar ist und seinen Schreibtisch quasi überall spontan aufschlagen kann, muss lernen, Grenzen zu ziehen und für sich zu entscheiden, wann es an der Zeit ist, das Handy auszuschalten und den Computer herunterzufahren. Das hat wiederum eine Menge mit einem gesunden Trieb zur Selbstbehauptung und Selbsterhaltung zu tun. Und die Chefs müssen lernen, diese Grenzen als Selbstverständlichkeit zu akzeptieren. 

Mit der neuen Freiheit müssen viele erst mal umgehen lernen. FREIHEIT HAT IMMER ZWEI SEITEN: SIE KANN GUT ODER SCHLECHT SEIN. ALLERDINGS IST DIE ABWESENHEIT VON FREIHEIT IMMER SCHLECHT. 


Auszug aus 
“Nur Tote bleiben liegen”, von Anja Förster & Peter Kreuz
Wegen des großen Erfolgs jetzt auch als Taschenbuch erhältlich.
  

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