Frank Sieren

Interview mit Frank Sieren

15 Jahre hat er durchgehalten. Und er scheint noch nicht genug vom Leben und Arbeiten im Reich der Mitte zu haben. Der ZEIT-Korrespondent, Dokumentarfilmer und Buchautor Frank Sieren ist einer der wenigen, die aus erster Hand vom Aufstieg Chinas berichten kann. Denn er hat ihn tatsächlich vor Ort begleitet. Im Interview spricht er mit uns über chinesische Stärken und sein Lieblingsrestaurant in Peking.

Herr Sieren, was ist aus Ihrer Sicht eine der Kernursachen, weshalb westliche Unternehmen im chinesischen Markt scheitern?

Frank Sieren: Sie glauben, sie könnten in China noch die Spielregeln bestimmen. Das ist längst vorbei. Früher saß derjenige am längeren Hebel, der die Technologie besaß. Heute sitzt derjenige am längeren Hebel, der über einen großen, effizienten und unerschlossenen Mark verfügt.

Wann immer Chinesen mit Ausländern verhandeln, geht es am Ende um die Frage, wie viel Technologie bekomme ich dafür, dass ich Dir etwas von meinem Markt abgebe? Und da wir neue Märkte dringend brauchen, um unser Wachstumsversprechen zu halten, müssen wir uns den chinesischen Spielregeln beugen, die sich leider auch manchmal während des Spiels ändern.

Andersherum gefragt: Was sind aus Ihrer Sicht die Stärken der Chinesen im Wettbewerb?

Frank Sieren: Die Stärke der Chinesen ist, dass sie ihren großen Markt mit Geschick vermarkten, in zentralen Fragen mit einer Stimme sprechen und eine Regierung haben, die dafür sorgt, dass die Ausländer in China nicht übermütig werden können und die Entwicklung der chinesischen Unternehmen behindern.

Spricht oder liest man im Westen über China, geschieht das entweder mit großer Begeisterung oder totaler Abneigung. Warum diese Extreme?

Frank Sieren: Weil China stärker unsere Emotionen anspricht als unseren Verstand. Die einen sind fasziniert, manchmal gar geblendet von dem rasanten Aufstieg Chinas, die anderen haben Sorgen um Status und Wohlstand, den die Chinesen abzugraben drohen. Wir sollten realistisch bleiben, was die Chancen und Risiken betrifft und die Herausforderung annehmen.

Sie leben seit 14 Jahren in Peking. Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Stadt?

Frank Sieren: Ein kleines Restaurant im Ritan Park: Xiaowangfu. Der Ritan Park, Park des Sonnengottes, ist einer der schönsten Parks Chinas. Er hat Bäume die 1100 Jahre alt sind.

Haben Sie ein Motto, dass Sie beschreibt und Ihre Lebenseinstellung?

Frank Sieren: Morgen ist ein neuer Tag.

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Homepage von Frank Sieren

Seine Bücher (Auswahl):
– Angst vor China
– Die Konkubinenwirtschaft
– Der China-Schock
– Business Know-how China

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