Woran Sie erkennen, dass Sie den falschen Job haben

Erkennen, dass man den falschen Job hat

Einmal im Jahr setzen wir uns mit unserem Steuerberater zusammen, um den Jahresabschluss zu besprechen. Kürzlich überrumpelte er uns bei dieser Gelegenheit mit einer scheinbar einfachen Frage: „Wann planen Sie eigentlich, in Rente zu gehen?“

Unsere Antwort kam prompt, unabgesprochen und wie aus einem Mund: „Überhaupt nicht!“

Ehrlich, wir haben uns über das Thema Rente noch nie Gedanken gemacht. Nicht, weil wir sorglos und naiv sind, sondern weil wir unsere Arbeit lieben. So sehr, dass wir uns nicht vorstellen können, einmal damit aufzuhören, um … nichts zu tun. Für uns ein absurder Gedanke!

So wie für die vierzehn „Old Masters“, Menschen in ihren Achtzigern und Neunzigern, die in einem wunderschönen Artikel im New York Times Magazine, portraitiert wurden. Die Überschrift sagt alles: „After 80, some people don’t retire. They reign.“ – Großartig!

Eine davon ist Carmen Herrera. Sie ist Malerin. Ihr erstes Bild verkaufte sie erst vor zehn Jahren – damals war sie 89! Seitdem ist sie so erfolgreich, dass sie im Museum of Modern Art in New York und im Tate Modern in London ausstellt.

Sie wurde gefragt, wie sie es geschafft hat, bis ins höchste Alter weiterzumalen, obwohl sie jahrzehntelang kein einziges Bild verkaufen konnte. Ihre Antwort: „I do it because I have to. (…) It’s my love of the straight line that keeps me going. This has not changed.“

Ein anderer ist der Weltstar-Architekt Frank Gehry, der mittlerweile 85 Jahre alt ist. Sein neuestes Projekt hatten wir uns gerade erst in Paris angesehen, ein Museumsbau, gesponsert von der Fondation Louis Vuitton.

Von ihm wollte der Reporter wissen, was sich für ihn an seiner Arbeit verändert habe, seit er über 80 ist. Seine Antwort: „Buildings take seven years from the time you’re hired until you’re finished. There’s always that pause in my mind now when we get a new project. And then I think about it for a few minutes, and I say: ‚Ah, screw it! Full speed ahead.’’’

All den Menschen, die unzufrieden mit ihrem Job sind, rufen diese „Alten Meister“ zu:
„Ist es nicht traurig, dass Ihr in Jobs arbeitet, wo ihr Euch auf das Wochenende, auf den Jahresurlaub oder auf die Rente freut, um dann den Dingen aus dem Weg zu gehen, die ihr ansonsten tagaus, tagein zu tun habt?“

Oder anders ausgedrückt: Wer sich auf die Rente freut, hat den falschen Job!

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