Build to last? Build to impact!

VergänglichkeitAlexandre Farto pfeift auf die Nachwelt. Der in London lebende Portugiese, besser bekannt als der Performancekünstler Vhils, „zerstört, um etwas zu kreieren“. Seine Werke unterliegen einer schnellen Vergänglichkeit. Ganz konkret: Vhils sprengt Portraits in Hauswände. Seine „Arbeitsflächen“ sind Abrisshäuser, deren Wände er so lange bearbeitet, bis eindrucksvolle Reliefs entstehen, die sich auf atemberaubende Weise zu Gesichtern zusammenfügen, wenn man sie aus der Ferne betrachtet. Grandios!

Werke für die Ewigkeit?

Hin und wieder wird er von Hausbesitzern eingeladen, eine Außenwand oder Garagenmauer „umzugestalten“. Manche von ihnen behalten das Kunstwerk so lange, bis das Wetter die restlichen Putzbrocken von der Wand spült. Andere reißen die Wände einfach ab oder verputzen sie neu. Eigentlich weiß Vhils gar nicht, welche seiner Arbeiten überhaupt noch existieren. Seine Kunst ist explosiv, spektakulär und … sehr vergänglich.

Moment mal: Will nicht jeder Künstler Werke für die Ewigkeit schaffen? „Diese ephemere Qualität gehört zum Arbeiten auf der Straße“, sagt Vhils. „Du behältst immer im Hinterkopf, dass das, was du produzierst, morgen schon wieder verschwunden sein kann.“

Alles unterliegt der Vergänglichkeit

Vhils Aussage hat geradezu philosophische Qualität. Und er legt den Finger in die Wunde. Durch seine Kunst sagt er: Hört doch auf, euch was vorzumachen! Wir können nichts für die Ewigkeit schaffen. Alles auf der Welt ist mit einem Verfallsdatum versehen.

Der Vergänglichkeit unterliegen nicht nur Häuserwände oder Kunst auf Häuserwänden, sondern schlicht alles, was Menschen in die Welt setzen. Geniale Teams, geniale Unternehmen, Menschen, die wirklich Großes leisten? Ja, gibt es. Solange sie funktionieren, solange sie sich halten, solange sie noch wirken oder in Erinnerung bleiben. Aber eben auch nur so lange! Und lange ist relativ. Wenn also ohnehin jeder relativ geniale Versuch, relativ großer Menschen, relativ bedeutende Werke zu schaffen am Ende in relativ kurzer Zeit restlos zu Staub und Asche wird, wieso um alles in der Welt sollten wir uns dann krumm legen, ewig Haltbares und absolut Unkaputtbares zu schaffen? Warum sollten wir dann uns überhaupt noch um etwas bemühen?

Vhils gibt uns eine Antwort. Eine bemerkenswerte Antwort.

Was zählt ist der Moment

Klar, Langlebigkeit ist gut. Nachhaltigkeit ist das Gebot unserer Zeit. Aber wir dürfen darüber nicht den Moment vergessen! Den Augenblick, die Gegenwart: „Die Explosion ist für mich wichtiger als die fertige Arbeit“, sagt Vhils.

Eigentlich sind doch alle Build-to-last-Strategien Augenwischerei, denn sie streben Unmögliches an. Und sie sind auch dröge. Unternehmen, die ihr 200. Jubiläum feiern, ohne jemals auch nur etwas ansatzweise Aufregendes gemacht zu haben, finden wir todlangweilig.

Build to last oder Build to impact?

Was uns antreibt ist definitiv das Zweite. Eine Förster & Kreuz-Akademie gründen, um unser Gedankengut in die Welt zu tragen, und auch dann weiterzuverbreiten, wenn wir nicht mehr da sind? – Nichts auf der Welt könnte uns ferner liegen.

Uns geht es nicht darum, etwas für die Ewigkeit aufzubauen, wir wollen JETZT etwas bewegen. Indem wir Menschen zeigen, dass es auch anders geht, leisten wir unseren bescheidenen Beitrag dazu, dass die Welt sich ein kleines bisschen verändert. Wir machen unser Ding so gut wir können. Bis zum letzten Atemzug. Und das war‘s dann…

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