Wabi-Sabi – Vom Fluch der Perfektion

Neulich sahen wir einen Rednerkollegen auf der Bühne. Sein Vortrag war perfekt ausgearbeitet. Seine Aussprache war wohlartikuliert. Die Pausen waren präzise gesetzt. Da stimmte einfach alles. Ja, der ganze Auftritt von vorne bis hinten, die Kleidung, die Haltung, die Körpersprache. Besser geht’s eigentlich nicht. Wir schauten uns verblüfft an: Uns war klar, der hatte das bis ins Detail perfekt einstudiert. Der war wohl besser als wir.

Aber je länger der Vortrag dauerte, desto mehr schweiften unsere Gedanken ab. Irgendwann merkten wir, dass die Faszination der ersten Minuten verflogen war. Irgendwie war es langweilig geworden. Uns dämmerte: Nein, der war gar nicht besser als wir. Er war nur perfekter.

Welches ästhetische Konzept hinter diesem Gedanken steckt, lesen Sie in unserer aktuellen CAPITAL-Kolumne »hier.

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