Von Gegnern, Fans und dem eigenen Weg

Von Gegnern, Fans und dem Kampf gegen Widerstände

„Bitte, was?“ – Als wir die Kritik lasen, stockte uns der Atem. Eine Buchrezension mit einem Stern bekommen wir nicht jeden Tag. Und so eine Rückmeldung geht auch an erfahrenen Autoren nicht spurlos vorbei. Ganz ehrlich: Wir hassen das wie die Pest. Es macht uns Bauchschmerzen. Schlechte Laune.

Wieso konnte dieser Leser mit unseren Gedanken nichts anfangen? Was sollten wir beim nächsten Buch anders machen? Und: Wenn wir Grundsätzliches verändern, werden wir dann nicht die anderen Leser, die jetzt begeistert sind, vergraulen? Überhaupt ist das interessant: Manche lieben das Buch, andere können nichts damit anfangen…

Aber: Enttäuschung und Begeisterung sind gar keine Gegensätze! Beides sind starke Reaktionen, zwei Seiten einer Medaille. Wo es keine Gegner gibt, gibt es auch keine Fans! Wo es keine 1-Stern-Rezensionen gibt, gibt es auch keine 5-Stern-Rezensionen. Ohne Verrisse gäbe es auch keine Jubelrufe. – Und dieses Phänomen gilt nicht nur für Bücher, sondern auch für Menschen, Marken, Produkte, Sportvereine…

Je mehr Fans eine Marke anzieht, desto mehr muss sie auch mit Gegnern rechnen. Denn eine starke Marke transportiert immer auch eine starke Botschaft. Sie steht für etwas – und das ruft Emotionen hervor. Und zudem hat es der Absender einfach nicht restlos in der Hand, wie seine Botschaft beim Empfänger ankommt.

Die Frage ist nur: Geht das nicht nach hinten los? Sind Unternehmen, Autoren oder Persönlichkeiten, die allen irgendwie ein bisschen gefallen, nicht besser beraten?

Klar, sie haben vielleicht keine Fans, aber wahrscheinlich auch keine Gegner! Ob ein Buch oder ein Produkt immer mit drei Sternen bewertet wird, oder zur Hälfte mit fünf und zur Hälfte mit einem, ist für den Durchschnitt egal. Die Fans werden aufgewogen von den Gegnern, und am Ende hat man nichts gewonnen. Außer vielleicht einen schlechten Ruf. Negatives bleibt länger im Gedächtnis hängen als Positives. Also sind die Ergebnisse im Durchschnitt gleich? Schlägt das Pendel sogar auf die sichere Seite des Gemäßigten?

Keine Frage, wer einer Marke gegenüber feindselig eingestellt ist, wird oft jede Gelegenheit nutzen, um sie mit ätzenden Kommentaren zu übergießen. Aber die Erfahrung zeigt bei genauerem Hinsehen überall: Die glühenden Anhänger wiegen den Schaden durch die Gegner und Hetzer bei Weitem auf! Zum einen sind die Fans fast immer deutlich zahlreicher. Zum anderen nehmen sie nicht nur als zahlende Käufer Einfluss, sondern auch durch die Verbreitung ihrer positiven Meinung.

Brennen sie für eine Marke, dann tun sie alles, um sie zu verteidigen: in Blogbeiträgen, durch Weiterempfehlungen oder sogar in kleinen inoffiziellen Kampagnen. Solche Kunden sind Insider, Freunde, Marketeers! Und sie schaffen einen Resonanzkörper, der die Schwingungen zwischen Anbieter und Markt verstärkt und die Freude am Produkt sowohl für den Absender als auch für den Empfänger drastisch erhöht.

Für uns steht fest: Wer nicht auch mal negatives Feedback einsteckt, ist für niemanden wirklich interessant. Wer überall zustimmendes Kopfnicken erfährt, kann nicht wirklich originell und außergewöhnlich sein. Wer keine eigene Position bezieht, sich stets bemüht, es jedem recht zu machen und niemandem auf den Schlips zu treten, der versucht einem vermeintlichen Wunschbild zu entsprechen, aber nicht der besten Version seiner selbst. Und dann verkauft er auch nichts – außer vielleicht seine Seele.

Widersacher sind eine unangenehme, aber zwangsläufige Folge des Erfolgs. Man kann sie ignorieren, man kann sie argumentativ direkt angehen, man kann versuchen, sie umzustimmen oder zu überzeugen. Aber eins sollte man nicht tun, denn das wäre der größte Fehler: ihnen Macht geben! Sich vom eigenen Weg abbringen lassen.

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