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VALUE INNOVATION
Innovationen, die weit über das Kernprodukt hinausgehen!


Cardinal Health: Vom Pillenlieferanten zum Logistikprofi für Krankenhäuser

Suchen Sie Innovationen nicht nur im Kern Ihrer Produkte. Gigantisches Potential existiert entlang der gesamten Kunden-Erfahrungskette: vom Kauf über den Gebrauch bis hin zur Entsorgung.

Eine einfache aber in vielen Unternehmen wenig beachtete Weisheit lautet: Der Produktverkauf mag der Höhepunkt der unternehmerischen Bemühungen sein, doch aus Sicht des Kunden markiert er lediglich den Anfang. Der Kunde muss das Produkt installieren, benutzen, warten, finanzieren, lagern und schließlich entsorgen. Gigantisches Innovationspotential existiert daher entlang der gesamten Kunden-Erfahrungskette, die sich an den Kauf anschließt.

Der Schlüssel zu riesigem Innovationspotenzial liegt darin, die Kunden-Erfahrungskette aus Sicht Ihrer Kunden zu verstehen und sie aktiv und mit innovativen Angeboten mitzugestalten.

 

GE Healthcare – Rundum-Sorglos-Paket

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 6/2008

Der Innovationsdruck ist dort am größten, wo am meisten gespart werden muss und keine Schlamperei passieren darf – zum Beispiel in Krankenhäusern.

Die Gesundheit Nordhessen Holding AG betreibt sechs Krankenhäuser, zwei Reha-Zentren und Seniorenwohnanlagen. Am 1. Mai ging das Unternehmen eine deutschlandweit einmalige Technologiepartnerschaft mit GE Healthcare ein.

Seitdem versorgt die Medizintechniksparte von General Electric die Kliniken der Gesundheit Nordhessen mit Medizintechnik. Bisher mussten die Krankenhäuser die teuren Geräte einzeln kaufen, und auch Wartungsaufträge einzeln vergeben. Ein hoher administrativer Aufwand!

GE Healthcare bietet nicht mehr nur radiologische Großgeräte an, sondern dringt weit in die Wertschöpfungskette der Gesundheit Nordhessen ein. Und übernimmt selbständig Aufgaben, um die sich die Kliniken nicht mehr kümmern müssen: Bereitstellung und regelmäßige Erneuerung der Geräte, Kalibrierung oder auch Reparaturen. Diese komplette Bewirtschaftung der Geräte durch GE Healthcare sorgt für spürbare Entlastung.

Flexibilität: GE Healthcare bietet bedarfsorientierten, flexiblen Gerätetausch, Nutzung modernster Technologien, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein Höchstmaß an Entscheidungsfreiheit. Eine monatliche Flatrate sorgt für finanzielle Planungssicherheit. Das Vertragsvolumen beträgt rund 20 Mio. Euro über eine Laufzeit von zehn Jahren.

Wirtschaftlichkeit: Ein "Modell für die Zukunft" in Zeiten von Investitionsstaus stelle das umfassende Geräte-Lifecycle Management dar, so Bernd von Polheim, Präsident von GE Healthcare Deutschland. "Technologie und Service aus einer Hand wird für Effizienzsteigerungen einerseits und Kostensenkungen andererseits sorgen, die im Gesundheitsbereich so dringend notwendig sind".

Kein Wunder, dass weitere Klinikbetreiber dieses Modell aufgreifen. Konkurrent Philips unterhält bereites ähnliche Kooperationen und ist in Hamburg alleiniger Technikausstatter des Albertinen Krankenhauses.

Querdenk-Chance

GE Healthcare hat ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, indem alle Vorgänge, die mit den Geräten verbunden sind, selbständig und ungefragt erledigt werden. So können Kliniken beruhigt hochsensible Bereiche komplett outsourcen.

Dieses B2B-Beispiel zeigt, dass Innovation nicht immer nur im Produkt selbst liegen muss. Überlegen Sie sich, wie Sie mit ihren Kernkompetenzen in die Wertschöpfungskette der Kunden eindringen, entlastende Aufgaben übernehmen und dadurch Werte schaffen können!

 

 

Steinway

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 6/2008

Ein Aufschrei ging durch Österreich, als Ende 2007 die Wiener Klaviermanufaktur Bösendorfer verkauft wurde – ausgerechnet an den japanischen Mischkonzern Yamaha, der neben Motoren und Stahl auch Musikinstrumente herstellt. Einem fernöstlichen Investor ein "maßgebliches Stück österreichischer Kulturgeschichte" überlassen zu müssen, das schmerzte nicht nur Bildungs- und Kulturministerin Claudia Schmied.

Viele Hersteller von hochwertigen Klavieren und Konzertflügeln sind verstimmt. Der Absatz hat sich seit 1990 von 1,5 Millionen auf 700.000 Instrumente halbiert. Chinesische Billig- und Lizenzware überschwemmt den Weltmarkt. Digitalklaviere werden immer besser und billiger. Auch Freizeitaktivitäten haben sich geändert.

Nur ein Hersteller stimmt nicht in das Wehklagen ein: Steinway. Das deutsch-amerikanische Unternehmen dominiert den Markt. 98 Prozent aller Top-Konzerte werden auf einem Steinway vorgetragen – absolutes Monopol! Wie kam es dazu?

"Steinway Artists": Der Hersteller hat über 1.300 Pianisten vertraglich an sich gebunden. Den "Steinway Artists" wird garantiert, in jeder Stadt frisch gestimmte Flügel und Übungsräume vorzufinden. Positiver Nebeneffekt: Viele "Steinway-Artists" treten überhaupt nur dann auf, wenn ein Steinway-Instrument zur Verfügung steht. Steinway hat zudem eine eigene Künstler- und Konzertagentur und betreut die Kunden in allen Situationen des täglichen Tournee-Lebens.

"All-Steinway-Schools": Steinway umwirbt die Kunden von morgen früher, als die Konkurrenz. Das Unternehmen verleiht Konservatorien, die ihren kompletten Bestand auf Steinway umstellen, ein "All-Steinway"-Siegel. Das ist clever. Denn je früher sich Studenten ihr Repertoire ausschließlich auf Steinways erarbeiten, desto weniger werden sie später geneigt sein, den Hersteller zu wechseln.

Kuriose Notiz: In einem Experiment ließ das Zürcher Pianohaus Jecklin sechs Flügel von 40 Pianisten testen – blind, ohne Nennung der Hersteller. Die Urteile über einen Yamaha lagen weit auseinander, von "Anschlag schwer, schlechtester Flügel" bis "bei weitem am schönsten, sofort wohl fühlen und geborgen sein".

Querdenk-Chance

Steinway versucht erst gar nicht, sich mit der Konkurrenz über die niedrigsten Preise zu messen. Stattdessen machte sich das Unternehmen auf die Suche nach intelligenten Nutzeninnovationen. Und die finden sich entlang der gesamten Kunden-Erfahrungskette
: Künstlerbetreuung, Übungsräume in den großen Städten, Zertifizierung von Konservatorien etc.   

Fazit: Die Wettbewerber lassen sich nur auf eine Weise schlagen: indem man aufhört, es zu versuchen.

 

 

Biomet Joint Care – Hüftoperation mit Mehrwert!

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 3/2008

Willkommen in der Welt von Biomet, einem der führenden Anbieter von orthopädischen Implantaten. Und herzlich willkommen in einer Welt voller überfüllter Wartezimmer, dauernder Budgetkürzungen im Gesundheitswesen und verunsicherter Patienten.

Das Einsetzen von künstlichen Hüft- oder Kniegelenken ist nicht ohne Risiko. Zusätzlich haben Patienten vor und nach dem schmerzvollen Eingriff auch noch bürokratische Hürdenläufe zu absolvieren: Wer übernimmt die Kosten für OP und Reha? Der "mündige Patient" fühlt sich mit solchen Fragen oft im Stich gelassen.

Biomet hat das Problem erkannt und bietet nicht nur künstliche Gelenke, sondern auch Beratungsleistungen und intensive persönliche Betreuung der Patienten vor, während und nach der OP an. Das Joint Care Programm läuft seit 1998 in den Niederlanden höchst erfolgreich und wird seit 2004 auch von einigen deutschen Kliniken angeboten. Ein paar Aspekte:

Betrachtung des Patienten als Partner: Nicht das neue Gelenk, sondern der Mensch steht im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Verwandten werden Patienten intensiv für die OP geschult. Das lindert Ängste und beschleunigt die Genesung.

Gruppendynamik hilft: Patienten werden zu Gruppen zusammengefasst und am selben Tag operiert. Die Patienten lernen sich untereinander kennen und können sich gegenseitig motivieren und einander beistehen.

Sektorenübergreifende Pflege: Ein Eingriff endet nicht mit der Entlassung aus der Klinik. Das Joint Care Programm koordiniert auch Hausarzt, Hauspflege und Reha. Das OP-Team wird über den Genesungsfortschritt regelmäßig informiert.

Effizienz und Qualitätsmanagement: Standardisierte Arbeitsabläufe gelten für das Krankenhauspersonal ebenso wie für die Patienten. Das ist transparent und effizient. Verständigungsprobleme und resultierende Fehler werden so minimiert.

Querdenk-Chance

Durchschnittlich 18 Prozent Umsatzwachstum seit 1989 – das ist kein Zufall. Biomet hat es verstanden, ungünstige Branchenumstände in Wettbewerbsvorteile umzumünzen. Das Joint Care Programm schafft einen echten Mehrwert, weil es Mediziner, Kostenträger und Betreuer mit den Patienten vernetzt. Und da die Nachfrage für Gelenkersatz dank alternder Bevölkerung weiter steigt, kann Biomet optimistisch in die Zukunft blicken.

Nicht nur ein Produkt abzuliefern, sondern um das Produkt herum auch Services mit echtem Mehrwert anzubieten – das ist Value-Innovation. Und was liefern Sie?
 

 

Erco – Lichtkünstler statt Lampenladen

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 2/2008

Das Sauerland wird gerne unterschätzt: "Da ist doch gar nichts los. Nur Bäume und Bauern." Dass das nicht stimmt, möchten wir an dieser Stelle deutlich klar stellen. Schließlich ist das Sauerland die Heimat von Friedrich Merz, dem selbsternannten Mopedrocker aus Brilon. Und es ist die Heimat eines der innovativsten Unternehmen der Republik, der Erco Leuchten GmbH. Doch Badezimmer- oder Nachttischlampen, wie noch zu Wirtschaftswunderzeiten, produziert Erco schon lange nicht mehr.

Heute verkauft Erco computergesteuerte Lichtkonzepte und wurde damit zum Weltmarktführer bei der Beleuchtung von Museen. Auch ist Erco schon eher eine Softwarefirma als nur "Lichtfabrik". Die Hardware ist nur noch Mittel zum Zweck: "Wir verkaufen in erster Linie Licht und nicht Leuchten", so das Motto von Erco.

Klingt einfach, ist aber der Schlüssel zum weltweiten Erfolg des Mittelständlers. Denn die Leuchten könnten in China zu einem Bruchteil des Geldes hergestellt werden – ihr softwaregestütztes Zusammenspiel ist aber nur schwer kopierbar. So kann man auch im Sauerland, statt in Shenzen, konkurrenzfähig sein.

Genau genommen ist Erco sogar konkurrenzlos: Mit Architekturbeleuchtung hat Erco einen Markt definiert, den zuvor niemand bedient hat. Den Strategiewechsel vollzog die Firma bereits 1968 auf der Hannover-Messe. Während Stammkunden mit den neuartigen Beleuchtungskonzepten nichts anzufangen wussten, waren Architekten begeistert: "Die applaudierten!" erinnert sich Geschäftsführer Tim Henrik Maack, selbst Architekt.

Und Star-Architekten wie Sir Norman Foster, Frank Gehry oder Zaha Hadid schwören auf Erco: Ob Bundeskanzleramt, Guggenheim-Museum in Bilbao, BMW-Werk in Leipzig, Hagia Sophia-Moschee in Istanbul oder die Filialen der Modekette Zara – die Lichtkünstler aus Lüdenscheid bringen Architektur erst richtig zum Leuchten.

Querdenk-Chance

Beleuchtungskörper sind leicht imitierbar und deshalb sehr anfällig für einen ruinösen Preiswettbewerb. Das Alleinstellungsmerkmal von Erco ist daher das Wissen, wie man diese Hardware anordnet und ihr Zusammenspiel koordiniert. So konnte sich Erco aus dem Kopf-an-Kopf Wettbewerb befreien – im Gegensatz zu Massenherstellern wie Osram oder Philips, die nur noch für das Produktsegment 'Energiesparlampen' Produktionsstätten in Europa halten können – noch.

Value Innovation funktioniert nach dem Prinzip "verkaufe das Loch in der Wand, nicht den Bohrer". Und genau das macht Erco. Es geht nicht um den Abverkauf von Beleuchtungskörpern, sondern um Lichtkunst, mit der Architektur genial in Szene gesetzt wird. Und was wollen Ihre Kunden eigentlich?

 

 

BLG Logistics – Vertiefte Wertschöpfung als Erfolgsmodell

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 12/2007

Zwei Drahtseile überspannen ein Hafenbecken. Auf ihnen balanciert ein Unimog, sechs Meter über der braunen, kalten Wasserbrühe. Eine spannende "Wetten, dass...?"-Außenwette im Frühjahr 2007. Das sah gefährlicher aus, als es war. Falls das Fahrzeug von den dünnen Seilen abgerutscht wäre, hätte es an einem Sicherungskran des Bremer Unternehmens "BLG Logistics" gebaumelt.

Mit Autos kennt sich BLG Logistics aus. Deutsche Luxuskarossen werden von Bremerhaven nicht nur in alle Welt verschifft, sondern auch für die jeweiligen Märkte in den USA, in Asien und Nahost vorbereitet und für den Seetransport konserviert. Auch Fabrikate deutscher Hersteller wie BMW oder Mercedes, die in den USA produzieren, werden von BLG in Bremerhaven für den europäischen Markt vorbereitet. Sie werden auf Transportschäden kontrolliert und mit Sonderlackierungen oder -ausstattungen wie DVD-Anlagen, Navigationssystemen oder Glasdächern versehen.

Danach sorgt BLG per Binnenschiff, Bahn oder einer Flotte von 450 Autotransportern für den Weitertransport zu den mehr als 7.000 Händlern in ganz Europa. Mit Umschlag, Lagerung und technischer Aufbereitung von Fahrzeugen in Bremerhaven, Hamburg, Cuxhaven und einem Netz aus Inland-Terminals zwischen Nordsee und Gioia Tauro in Kalabrien wurde BLG Logistics zu Europas Nummer eins in Sachen Autologistik.

"Wachsen oder weichen", so die Parole von BLG-Vorstand Detthold Aden. Im vergangen Jahr stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 810 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen um zehn Prozent auf 55 Millionen Euro. Von rund 4,6 Millionen betreuten Fahrzeugen wurden 415.000 aus- oder umgerüstet. Damit ist BLG Logistics – ganz nebenbei – auch Europas größte Autowerkstatt! Doch damit nicht genug: In Brasilien sorgt BLG für die reibungslose Werkslogistik bei Volkswagen, in Italien für Fiat. Und für Tchibo betreiben die Hanseaten Europas größtes Hochregallager.

Querdenk-Chance

BLG Logistics hat Wertschöpfung für seine Kunden neu definiert. Das Unternehmen ist nicht Abwickler von Transportaufträgen, sondern bietet vor- und nachgelagerte wertschöpfende Dienstleistungen rund um das große Thema Logistik an.

Was für die Branche der Logistikdienstleister gilt, lässt sich auch auf jede Branche übertragen. Die Frage lautet: Wie können wir uns mit klugen Ideen in die Wertschöpfung unserer Kunden einklinken, um ein möglichst umfassendes und breites Angebot als "one stop shopping" anzubieten? Value Innovation eben!

 

 

Home Depot – Krankenversicherung vom Baumarkt

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 6/2007

"Wie wär’s mit einer Krankenversicherung?" Hört man diese Frage an einer Baumarktkasse, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist bei der Kassiererin eine Schraube locker – oder man befindet sich bei "Home Depot", Amerikas führender Baumarktkette. Mit der "Business Tool Box", einer Art Werkzeugkasten für Geschäftskunden, bietet der Baumarkt Zusatzleistungen, die weit über das traditionelle Sortiment hinausgehen.

Seit Januar 2006 können Handwerker in den USA bei Home Depot für sich und ihre Mitarbeiter günstige Krankenversicherungen abschließen. Home Depot lockt, dank geballter Einkaufsmacht, mit sehr günstigen Konditionen. Das wiederum macht die Sache für alle diejenigen attraktiv, die bis dato wegen der hohen Prämien nicht krankenversichert sind.

Nach diesem Prinzip offeriert Home Depot Geschäftskunden noch weitere Angebote wie z.B. Lohn- und Gehaltsabrechnung, Schulungen,  IT-Services und Dokumentenmanagement. Binnen eines Jahres nutzten schon über 12.000 Kunden die Business Tool Box.

Das Fortune Magazin wählte Home Depot letztes Jahr zum beliebtesten Fachhändler. Im Laufe dieses Jahres will das börsennotierte Unternehmen 415 Mio. Dollar allein in den neuen Geschäftsbereich investieren. Die machen ernst mit Value Innovation.

Querdenk-Chance

Baumärkte im deutschsprachigen Raum operieren nach dem Motto: "Wir bieten unseren Kunden den niedrigsten Preis." Home Depot sagt hingegen: "Wir wollen der bestmögliche Partner unserer Kunden sein." Achten Sie auf den Unterschied! Erstere liefern sich mit nahezu identischen Angeboten einen anstrengenden Preiswettbewerb, Home Depot hingegen schafft neue Werte. Und genau darum geht es.

 

 

KLM Club China

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 5/2007

Fluggesellschaften versuchen so einiges, um ihre Kundschaft nicht der Konkurrenz zu überlassen. Bonusmeilen oder Frühbucherrabatte sollen die Loyalität stärken. Aber reicht das? Ein interessantes Konzept, Passagieren einen Mehrwert zu bieten, kommt von der niederländischen Fluglinie KLM. Entwaffnend einfach setzt die Airline dort an, wo man keinen Mehrwert vermuten würde: Nämlich bei der Tatsache, dass man auf einem Langstreckenflug 10 Stunden oder länger mit fremden Menschen auf engstem Raum zusammensitzt. Eigentlich eine Horrorvorstellung...

KLM aber hat erkannt, dass Geschäftsreisende, die regelmäßig die gleiche Destination anfliegen, ein ähnliches "Mindset" haben: Ähnliche berufliche Ziele, ähnliche Probleme im Ausland, vielleicht auch einen ähnlichen Karriereverlauf und ähnliche Freizeitinteressen. Einen Großteil der Business-Class-Passagiere verbindet also mehr, als man ahnt. Und doch ist das, was auf der Visitenkarte steht, oft das einzige, was man nach der Landung vom netten Sitznachbarn behält.

Mit dem "Club China" bringt die KLM nun System in diese zufällig zusammen gewürfelten Schicksalsgemeinschaften. Der Club China ist eine Online-Forum, das Fluggästen die Möglichkeit bietet, schon vor der Reise mit potentiellen Geschäftspartnern anzubandeln – oder nach einer netten Begegnung unkompliziert in Kontakt zu bleiben. Der Club China ist eine Plattform, die behilflich ist, Erfahrungen auszutauschen, in rechtlichen Dingen Rat einzuholen oder ein Übersetzungsbüro aufzutun. Darüber hinaus organisiert die KLM für Clubmitglieder Networking Events in China und den Niederlanden.


Querdenk-Chance

Während andere Airlines an den Menüs oder am Unterhaltungsangebot herumfeilen, schafft KLM echte Mehrwerte – und zwar mit dem Wissen ihrer Passagiere. Als erste Fluglinie mit Kunden-Community landete sie auf Anhieb einen Volltreffer: Bereits über 3.000 Mitglieder besuchen den Club China regelmäßig. Aber dabei bleibt es nicht. Weil dieser clevere Value-Innovation-Ansatz grenzenlos ist, hostet KLM seit kurzem auch den "Club Africa". Andere Boomregionen wie Indien oder Russland dürften wohl bald folgen. Und welche Werte schlummern in Ihrer Kundendatei vor sich hin?

 

 

Coop

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 4/2007

Seit dem 1. Januar ist die Schweizer Supermarktkette "Coop" nicht mehr nur Lebensmittelhändler, sondern auch Ernährungsberater, Fitnesstrainer und Freizeitgestalter. Denn bei der Handelskette hat man sich folgende Frage gestellt: Was passiert eigentlich, wenn die Kunden unsere Läden verlassen? Klar, sie tragen ihre Lebensmittel nach Hause und wollen diese dann möglichst unkompliziert zubereiten. Bis hierher hat auch die Konkurrenz mitgedacht und Lösungen für das Problem parat: Verzehrfertige Mahlzeiten bekommt man mittlerweile überall.

Doch für Coop ist die Kundenerfahrungskette damit noch lange nicht beendet. Die Leute wollen auch gesund sein, sich bewusst ernähren, gut aussehen, sportlich sein, etc. Und genau da setzt Coop mit seinem neuen Zusatzangebot an, dem "Online-Coach": Dieser Online-Service ermuntert täglich mit leckeren Rezeptvorschlägen und zumutbaren Fitnesstipps zum stressfreien Abnehmen.

"Sie sagen, was Sie gerne essen und er macht Ihnen Rezeptvorschläge. Sie nennen den Sport, der Ihnen Spaß macht und der Online-Coach arrangiert Ihr Trainingsprogramm." Klingt gut. Und mal ehrlich: Wer wälzt schon täglich Kochbücher, um mal etwas anderes auszuprobieren?

"Der Coop Online-Coach ist eine konsequente Weiterentwicklung des bestehenden Angebots", so die Geschäftsführung. Ein Abonnement des Coop Online-Coaches kostet 20 Schweizer Franken (etwa 12 Euro) für 3 Monate und 70 CHF (42 Euro) fürs ganze Jahr. Das Angebot scheint so überzeugend zu sein, dass schon nach wenigen Tagen über 3.000 Teilnehmer registriert waren. Und ganz virtuell ist der Online-Coach natürlich nicht. Ein kompetentes Team aus Ernährungswissenschaftlern, Lebensmittelingenieuren, Sportlehrern und Psychologen steht den pfundigen Kunden bei Fragen "live" zur Seite.

Querdenk-Chance

Dieses Value-Innovation-Angebot trifft den Zeitgeist an seinen Problemzonen. Die Leute haben Magermodel-Lügen ("Ich trink’ nur Mineralwasser") und Vollweib-Formeln ("dick sein = glücklich sein") satt und verlangen nach einer Hilfestellung, die individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die leicht umsetzbaren Ernährungs- und Bewegungstipps entsprechen dabei dem Wunsch vom "bewussten Leben".

Coop schlägt mit diesem Zusatzservice eine Brücke zwischen Einkaufsverhalten und Freizeitgestaltung. Und wenn der Coach beispielsweise für den heutigen Dienstag (nebst 40 Minuten Schwimmen) Räucherlachs und Chicoreesalat fürs Mittagessen vorschlägt, kann man davon ausgehen, dass die entsprechenden Zutaten auch vorrätig sind. Und wenn wir schon mal zwischen den Regalen sind: Coop führt weltweit das umfangreichste Sortiment von Fernsehkoch Jamie Oliver, berühmt für seine Kampagne gegen die Dickmacher Fish & Chips an britischen Schulen.

 

 

Orica

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 3/2007

Seit 130 räumt Orica Limited kleinere und größere Probleme aus dem Weg. Das Unternehmen kann zwar keine Berge versetzen, aber sprengen. Die Anfänge der Firmengeschichte liegen in den australischen Goldminen. Dort beschleunigten Felssprengungen die Goldsuche - und Orica legte die Lunten. Heute ist das Unternehmen mit 14.000 Mitarbeitern in 50 Ländern der Welt aktiv.

Eine so lange Firmengeschichte ist selten frei von Erschütterungen – auch nicht, wenn sie zum Tagesgeschäft gehören: In den 90er Jahren wurde der Wettbewerb durch Dumpingpreise aggressiv. Die meisten Kunden von Orica sind Steinbrüche oder Förderminen und gespart wurde als erstes bei der Qualität des Sprengstoffes.

Doch anstatt der Billigkonkurrenz nachzugeben, suchte das Traditionsunternehmen nach Innovationen, um dem ruinösen Wettbewerb zu entkommen. Heute verkauft Orica nicht mehr einfach nur Sprengstoff zum Kilopreis, sondern "broken rock", also die Menge abgesprengten Gesteins. Rund 20 Parameter (z.B. Gesteinsdichte und -form, chemische Zusammensetzung des Sprengstoffs, Wetter, etc.) bestimmen das Ergebnis einer Sprengung. Orica sammelte diese Daten und baute seine Preisfindung darauf auf. Heute kann das Unternehmen für jede Sprengung den geeigneten Sprengstoff und dessen richtigen Einsatz schon im Voraus bestimmen und weiß exakt, wie viel förderbares Gestein produziert wird. Dank dieser Neupositionierung sind die Geröllheimer heute Marktführer mit guten Margen.

Querdenk-Chance

Als unverzichtbarer Allrounder integrierte sich Orica sehr geschickt in die Wertschöpfungskette seiner Kunden, und zwar weit tiefschürfender als branchenüblich. Für diese wiederum bedeutete der Rückzug aus wenig lukrativen Teilgeschäftsfeldern eine erhebliche Kostenersparnis durch die Umschichtung von fixen auf variable Kosten.

Verkaufen Sie noch Produkte - oder sind Sie schon Lösungsanbieter? Value Innovation bedeutet, den Fokus auf die komplette Wertschöpfungskette und die damit verbundenen Lösungen für die Kunden zu richten. Oder anders ausgedrückt: "Die Leute wollen Toast, keinen Toaster!"

 

 

Arla-12-Stunden-Express-Milch

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 4/2006

Ob Rohmilch, Vorzugsmilch, Landmilch, Vollmilch oder Magermilch – die Milchwirtschaft hat es nicht leicht: Man bietet ein absolutes Massenprodukt an, das sich vom Wettbewerbsangebot nicht unterscheidet - außer über den niedrigeren Preis.

Um dieser Wettbewerbsfalle zu entkommen, denken viele Molkereien über Innovationen beim Kernprodukt nach und fügen neue Geschmacksvarianten wie Vanille oder Erdbeere hinzu oder nehmen Fettanteile heraus. Oder man füllt die Milch in eine neue Verpackung. Das Problem: Das machen die Wettbewerber auch.

Die dänische Molkerei Arla zeigt mit Hilfe der Value-Innovation, wie man anders vorgehen und einen einzigartigen Wert mit dem schlichten Produkt Kuhmilch schaffen kann. Die Kernidee: Man verändert nicht das Produkt, sondern fügt im Erfahrungsgefüge der Kunden einen vollkommen neuen Wert hinzu: Arla Express – in 24 Stunden von der Kuh in den Laden!

Und das funktioniert so: Die frische Milch, die für Arla Express verwendet wird, wird nach dem abendlichen Melken zur Molkerei gebracht. Exakt um Mitternacht werden die ersten Tetra Packs mit der Milch befüllt und nur 30 Minuten später beginnt die Auslieferung. Ab vier Uhr morgens ist die Milch dann in den ersten Geschäften erhältlich. Möglich wird dies durch Teamwork von 65.000 Kühen, 1.500 Bauern und 1.000 Molkereiarbeitern.

Das Konzept der tagfrischen Milch ist extrem erfolgreich: Arla Express hat mittlerweile einen 50%igen Marktanteil in Dänemark!

Querdenk-Chance

Arla Express zeigt sehr überzeugend, dass Innovation weit über das eigentliche Kernprodukt hinausgeht. Value-Innovation heißt nichts anderes, als einzigartigen Kundenwert aus den Erfahrungen der Kunden entstehen zu lassen.
Damit lässt sich sogar - wie im Beispiel von Arla - ein 50%iger Marktanteil erreichen und zwar mit einem absolut austauschbaren Massenprodukt. Und wo ist Ihre Ausrede?

 

 

Sky Nannys bei Gulf Air

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 2/2006

Das Jahr 2005 war das Jahr der "Super Nannys". Die RTL-Erziehungsserien "Super Nanny" und "Supermamas" sind absolute Quotenrenner. Das ist auch der Fluglinie Gulf Air nicht entgangen und so griff man diese Idee auf: Sky Nannys!

Sky Nannys sind Stewardessen mit pädagogischer Zusatzausbildung. Sie kümmern sich um Passagiere, die jünger als 12 Jahre sind. Die fliegenden Kindermädchen verteilen nicht nur Buntstifte, sondern beschäftigen sich intensiv mit den kleinen Quälgeistern – und verschaffen gestressten Eltern willkommene Verschnaufpausen!

Das ist nicht nur ein netter Service, sondern auch ein wirtschaftlicher Erfolg. Eltern, die mit ihren Kindern fliegen, entscheiden sich bewusst für Gulf Air - nicht wegen des Preises, sondern wegen des einzigartigen Services.

Diese Offensive ist Teil eines dreijährigen Turnarounds, mit dem Gulf Air für internationales Aufsehen sorgte. Die Fluglinie, die am Persischen Golf beheimatet ist, heimste 2004 zahlreiche Auszeichnungen ein, u.a. in den Kategorien "Best Airline Middle East and North Africa" und "Best First Class Food".

Die Sky Nannys haben übrigens in der Kategorie "Best Product Launch" gewonnen. Das klingt ein wenig wie Lunch – und tatsächlich bekommen Kinder an Bord nur gesundes Essen und zahnfreundliche Snacks und Getränke.


Chauffeur-Service bei Emirates

Emirate Airlines hat erkannt, dass der Service für einen Airline Passagier nicht erst dann beginnen muss, wenn dieser am Check-In-Schalter steht. Die Lösung: Allen Fluggästen der Business Class steht ein exklusiver und kostenloser Chauffeur Service zur Verfügung.

Ein persönlicher Chauffeur holt Sie im Umkreis von 40 Kilometern rund um die Flughäfen Frankfurt, München und Düsseldorf ab und bringt Sie kostenlos zum Airport. Von dort fliegen Sie mit Emirates zu über 80 Destinationen weltweit. Und nach der Rückkehr fährt Sie Ihr Chauffeur auch wieder nach Hause – oder ins Büro.






Sleeper Service bei British Airways


Es ist schon nahe liegend, dass das Flugzeugessen während des Flugs gegessen wird. Dies entspricht eben der traditionellen Kunden-Erfahrungskette: Einchecken, Boarden, Fliegen, Unterhalten, Verpflegen, Aussteigen lassen und Tschüss.

British Airways hat diese traditionelle Kunden-Erfahrungskette durcheinander gewirbelt und bietet auf 16 Nachtflügen von Nordamerika und dem Mittleren Osten nach London-Heathrow einen vollkommen neuen Service an: den Sleeper Service.

Noch VOR dem Abflug essen die Passagiere ihr Abendessen in der Flughafen-Lounge. In der Regel haben Sie dabei die Auswahl zwischen mehreren Menüs. Zur weiteren Maximierung der Schlafenszeit an Bord wird bereits kurz nach dem Start das Licht in der Kabine gedimmt, Durchsagen und der Trolley-Service werden zugunsten einer beruhigten Kabinenumgebung auf ein Minimum reduziert. Ziemlich entspannt und ausgeschlafen kommen die Fluggäste dann in London an.

Dort warten noch weitere Annehmlichkeiten auf die Gäste der British Airways: In der Arrival-Lounge wird Ihnen ein herzhaftes Frühstück serviert, es gibt Büroeinrichtungen und Ruhezonen. Zudem können sich die Reisenden in einem eigenen Wellnessbereich, dem Molton Brown Travel Spa, erholen.

Querdenk-Chance

Value-Innovation: Die Beispiele zeigen, dass man nicht nur mit Preisdumping, sondern auch mit überzeugendem Service und Innovationen jenseits der traditionellen Kunden-Erfahrungskette Kunden ansprechen und für sich gewinnen kann. Die Tatsache, dass die Sky Nannys gebucht werden, obwohl die Eltern der Kinder auch mitfliegen, spricht für sich!

 

 

Sainbury – Supermarkt mit Diätberater

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 11/2005

Wir alle machen es: Wir füllen unseren Einkaufswagen jede Woche aufs Neue mit den altbekannten Lebensmitteln, um in schöner Regelmäßigkeit die immergleichen Mahlzeiten zu kochen. Alltagstrott pur. Dabei wäre es so einfach, auch mal etwas Neues auszuprobieren. Doch stattdessen zieht man mit schlafwandlerischer Routine weiter seine gewohnten Bahnen durch die Supermarktregale.

Die Lösung für mehr Innovation in der Speisenauswahl kommt von Sainsbury, der drittgrößten Lebensmittelkette auf der britischen Insel. "Try Something New Today" - Unter diesem Slogan bietet Sainsbury seinen Kunden Beratung in Sachen Ernährung. 100.000 Mitarbeiter wurden geschult, um bei der ewigen Frage "was ess' ich heute Abend?" unaufdringlich mit guten und gesunden Tipps und sogar einer Diätberatung zur Seite zu stehen.

Der Mehrwert für den Kunden: ein Einkaufserlebnis, eine Lernerfahrung und mehr Lebensqualität – oder mindestens ein netter Plausch mit dem Verkäufer. Das zahlt sich für Sainsbury aus: Ehemalige Kunden wurden wieder angelockt, und bestehende nachhaltig gebunden, denn dieser Service ist ein Novum für die Kunden und die Branche - eben Value-Innovation!

Begleitet wird die Einführung der "Food Advisors" von einer groß angelegten Werbekampagne mit Jamie Oliver, dem Starkoch aus London. Seine Kochsendung "The Naked Chef" ist auch in Deutschland Kult und seine Bücher seit langem Bestseller.

Mit dieser Differenzierungsstrategie setzt sich Sainsbury eindrucksvoll von der Konkurrenz ab und zeigt, dass eine Positionierung nur über Sortiment, Preis und Erscheinungsbild keinen Kunden mehr in Staunen versetzt. Unternehmenschef Justin King, der ebenfalls an den Schulungen teilnahm, prognostiziert eine Umsatzsteigerung in den nächsten drei Jahren von 2,5 Milliarden brit. Pfund.

Querdenk-Chance

Value-Innovation: Nur billiger als die Konkurrenz zu sein, ist einfach zu billig! Sainsbury zeigt, wie man Innovation entlang der Kunden-Erfahrungskette umsetzen kann. Was es bringt? Kunden und Mitarbeitern mehr Spaß – und der Firma mehr Geld in die Kasse.

 

 

Cardinal Health

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 9/2005

Obwohl der Gesundheitssektor jährlich bis zu 15% wächst, herrscht im Pharmagroßhandel ein ruinöser Wettbewerb. Das Problem: ähnliche oder sogar austauschbare Produkte und die konzentrierte Einkaufsmacht der Krankenhäuser und Apotheken.

Der US-Pharmagroßhändler Cardinal Health begegnete dieser Wettbewerbssituation mit einer eindrucksvollen Lösung, die für Unternehmen aller Branchen richtungweisend ist. Das Vorgehen von Cardinal Health: Statt wie bisher die Medikamente an der Laderampe der Krankenhäuser abzustellen, betrachtete Cardinal Health den gesamten Weg der gelieferten Produkte bis an das Krankenbett. Die Verteilung, Dosierung und Lagerung der Arzneien, die bisher von gestressten Krankenhausmitarbeitern – mitunter fehlerhaft – erledigt wurde, leisten nun Logistikprofis.

Besonderer Clou: die "MedStation" von Cardinal Health automatisiert die zeitraubende und fehleranfällige manuelle Medikamentenverteilung an die Patienten. Die Tablettensortiermaschine stellt automatisch die Pillenkästchen für die Patienten nach dem Behandlungsplan zusammen und prüft die Medikamente auf Wechselwirkungen mit anderen Arzneien. Ein weiterer kluger Schachzug des Pharmagroßhändlers: Das Operationsbesteck wird passend zum OP-Plan des Krankenhauses abgepackt und geliefert.

Der zusätzliche Kundennutzen rund um das Produkt verschaffte den Verkäufern den nötigen Spielraum. Der Erfolg war beachtlich: Von 1991 bis 2001 wuchs das Unternehmen doppelt so schnell wie sein größter Konkurrent. Um 40 Prozent - pro Jahr.

Querdenk-Chance

Bis wohin liefern Sie? Wie sieht die Erfahrungskette Ihrer Kunden aus? Nutzen Sie Ihre Branchenkenntnisse und verschieben Sie übliche Grenzen. Liefern Sie ungewöhnliche Werte, die Ihre Kunden begeistern werden und Ihnen Wachstumschancen bieten – Value Innovation!

 

 

Progressive Insurance

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 5/2005

Peter Lewis, langjähriger Chef der Versicherung Progressive Insurance und heutiger Aufsichtsratsvorsitzender, sagt: "Ich bin Spinner und Geschäftsmann". Und er ist Querdenker, Innovator und treibende Kraft hinter dem viertgrößten KFZ-Versicherer in den USA, der mit ungewöhnlichen Service-Innovationen auf sich aufmerksam macht. Lewis ist der Überzeugung, das die Kernaufgabe eines Autoversicherers darin besteht, das Trauma, die Kosten und die Unannehmlichkeiten, die einem Versicherten im Falle eines Unfalls entstehen, zu minimieren – und das so effektiv und Kosten sparend wie möglich.


Abb.: Service Wagen von Progressive Insurance

Und das funktioniert bei Progressive so: Wenn ein Versicherter einen Unfall hat, muss er sich nicht allein mit einer unangenehmen Situation herumschlagen, mit der die meisten Autofahrer in der Regel nicht viel Erfahrung haben. Wie verhalte ich mich am Unfallort, brauche ich Zeugen, soll ich Fotos machen, ist die Polizei einzuschalten, sollte ich gleich einen Rechtsanwalt benachrichtigen?

Für diese Situation bietet Progressive eine erstaunlich einfache und hochgradig innovative Lösung: Die Versicherten können im Falle eines Unfalls einen Mitarbeiter von Progressive direkt zum Unfallort rufen, der die Angelegenheit mit der gegnerischen Partei klärt. Dazu baute Progressive eine Flotte von über 1.500 Service-Wagen auf, die Laptops an Bord haben und direkt mit der Schadensabteilung kommunizieren können. Der Mitarbeiter von Progressive kann den Schaden in vielen Fällen schon am Unfallort ermitteln und einen Scheck ausstellen … binnen einer Stunde, nachdem sich der Unfall ereignete. Vergleichen Sie das mal mit Ihrer Autoversicherung ;-)

Betrachtet man die typische Kunden-Erfahrungskette für Kfz-Versicherungen, so wird viel Mühe auf den ersten Schritt, den Kauf gelegt. Da gibt es einen bestens geschulten Außendienst, der potenzielle Kunden von der Qualität des jeweiligen Versicherers zu überzeugen versucht oder aufwendige Werbekampagnen, mit denen Kunden gewonnen werden sollen. Doch die wirkliche Qualität des Angebots zeigt sich bei Kfz-Versicherungen immer dann, wenn man sie am nötigsten braucht: Wenn es gekracht hat. Und das ist genau die Stelle, an der die Value Innovation von Progressive ansetzt.

Mit Hilfe der direkten Betreuung an der Unfallstelle schafft man eine echte Innovation, die man gar nicht mit aufwendigen Werbekampagnen an potenzielle Kunden kommunizieren muss. Die beste Werbung für Progressive findet am Unfallort statt: Dann nämlich, wenn der Unfallgegner sich mühsam und auf sich gestellt durch die Unfallabwicklung schlägt und er mit seinen eigenen Augen sieht, wie ein Versicherungsnehmer bei Progressive diese Situation bewältigt. Deshalb wundert es nicht, dass Progressive die meisten Neukunden direkt am Unfallort gewinnt ;-)

Querdenk-Chance

Value Innovation ist die Chance, unentdeckte Innovationspotentiale zu erschließen und damit eine Differenzierung vom Wettbewerb und einen echten Nutzen für den Kunden zu schaffen. Die Kernidee: Nehmen Sie jeden Bestandteil der Kunden-Erfahrungskette aus Sicht Ihrer Kunden in Augenschein.

Wie können Sie IHREN Kunden durch kluge Innovationen helfen, Ärger oder Unannehmlichkeiten zu sparen, Arbeits- oder Kapitalkosten zu reduzieren, betrieblicher Ineffizienz entgegenzuwirken, Convenience zu schaffen, Risiken zu reduzieren, Kompliziertes zu vereinfachen, bessere Entscheidungen zu treffen oder ihr eigenes Angebot schneller auf den Markt zu bringen?

 

Förster & Kreuz sind Management-Vordenker einer neuen Generation.
Leidenschaftlich, kämpferisch und erfrischend bringen sie Führungskräfte und ihre Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.