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PRODUKT-DNA
Hinterfragen Sie gängige Produktkonzepte und eröffnen Sie
vollkommen neue Spielräume für innovative Leistungsangebote!

James Dyson: Der Mann, der den Staubsauger neu erfunden hat
Egal, in welcher Branche wir tätig sind,
wir können jedem jederzeit genau erklären, warum unser Produkt
oder Serviceangebot so ist, wie es ist und vermutlich auch,
warum es nicht anders sein kein.
Bestätigt werden diese scheinbar unumstößlichen Prinzipien durch
die Wettbewerber, die sich ebenfalls an diese
Produktkonventionen halten. Viel Raum für wirklich neue Ideen
gibt es nicht, denn die meisten Angehörigen einer Branche sind
auf die gleiche Weise blind – sie achten alle auf die gleichen
Dinge und sind den gleichen Dingen gegenüber blind.
So wird der Blick auf die Welt durch die Brille der eigenen
Branche, die Akzeptanz der vermeintlich unumstößlichen
Branchenregeln und alle damit zusammenhängenden Auffassungen und
Meinungen zu einer Art intellektuellen Zwangsjacke, die die
Wahrnehmungsfähigkeit auf einen bestimmten Ausschnitt der
Wirklichkeit beschränkt.
Der Trick – und der ist
für Insider viel schwerer, als es sich anhört – ist es, die
geistigen Fesseln der branchenüblichen Auffassung über das
Produktkonzept zu sprengen und sich zu fragen "warum ist das
eigentlich so?" und "muss das tatsächlich so sein?"
Vergessen Sie also alles, was Sie bisher über Ihr Produkt
wussten! Hinterfragen Sie gängige Produktkonzepte und eröffnen
Sie sich so vollkommen neue Spielräume für Innovationen!
FLEXA Wandfarbe von
Akzo Nobel – Eine saubere Lösung
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
10/2008
Kennen Sie das Problem? Sie stehen im Baumarkt vor einem Regal
mit Wandfarben und können sich nicht entscheiden. Zu viele ähnliche Produkte,
in ähnlicher Verpackung und ähnlicher Qualität zu ähnlichem Preis. Was tun?
Aus Unternehmenssicht bedeutet das: Willkommen in der Commodity-Falle. Die Unterscheidungsmerkmale sind
minimal – und die Gewinnspannen sind es auch.
"Flexa", eine Marke des weltweit
größten Farbherstellers Akzo Nobel, ändert nun die Spielregeln der Branche. Denn
bei Akzo Nobel war klar: Es macht keinen Sinn, eine weitere Farbe in die Regale
zu stellen, die sich nur marginal von den bereits vorhandenen Produkten
unterscheidet.
Also hat man folgende Strategie gewagt: Wir schaffen neuen Wert nicht mit dem Inhalt, sondern der Verpackung! Und die ist besonders praktisch
ausgefallen:
Der Flexa-Deckel ist so gestaltet, dass man ihn als Abrollgitter verwenden kann.
Der Deckel wird nur aufgeklappt, nicht aber ganz abgenommen. Überschüssige Farbe
tropft so wieder in den Eimer. Das hält den Boden sauber und spart Farbe.
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Einen Eimer Flexa und einen Roller – mehr braucht man nicht mehr beim
Renovieren. Abrollgitter und Tropfwanne (Garanten für eine Riesensauerei, die
man danach eh wegwirft) werden ebenso
überflüssig
wie langwieriges Reinigen.
Nach dem Streichen: Deckel zu, die Farbe ist dann bis zum nächsten Gebrauch
versiegelt und fertig.
Das Eimer-Design stammt von der niederländischen Agentur Flex (daher auch der
Name "Flexa") und wurde mit dem Industrial Design Excellence Award ausgezeichnet. Nach Meinung der Juroren repräsentiert Flexa genau das, was
Design bewirken sollte: Eine Neudefinierung des Marktes.
Der wirtschaftliche Erfolg?
Seit Einführung von Flexa hat sich der Umsatz VER-ACHT-FACHT und die Präsenz im
Regal ist von durchschnittlich 8 auf 18 Prozent gestiegen.
Querdenk-Chance
Clever, finden wir! Bisher waren Farbeimer nur Aufbewahrungs- und
Transportbehälter. Akzo Nobel hat der Verpackung – und dem Produkt – einen
entscheidenden Mehrwert hinzugefügt und damit das getan, was Alberto Alessi für
sein Unternehmen einmal folgendermaßen beschrieben hat:
"Früher waren wir noch
in erster Linie ein Haushaltswarenhersteller. Heute versteht sich Alessi als ein
Forschungslabor im Bereich der angewandten Kunst. Wir erforschen, was alles
möglich ist."
Deshalb gilt: Egal ob Sie Zitruspressen, Wandfarbe
oder Industrieroboter herstellen - grundsätzliches Designbewusstsein (nicht
nachträgliches Verschönern!) ist der Mount Everest intellektuellen
Kapitals.
GE Caulk
Singles – Fugen Abdichten für Zwischendurch
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
9/2008
Heimwerker kennen das Problem: Müssen Fugen im Badezimmer neu abgedichtet
werden, geht man in den Baumarkt und kauft Silikon. Das gibt es allerdings nur in der großen Profi-Silikon-Kartusche.
Doch meist verwendet man nur einen Bruchteil der gekauften Masse – der Rest vertrocknet irgendwo im Keller...
GE Sealants, die Dichtungsmittelsparte des General-Electric-Konzerns,
macht dieser Misere ein Ende mit den Caulk Singles (to caulk = abdichten, verfugen).
Das sind kleine Beutel
mit gerade so viel Silikonmasse, wie man für die üblichen Reparaturen in Bad oder Küche benötigt.
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Das ist praktisch. Denn eine handelsübliche 310ml-Kartusche in die Spritzpistole
einzuspannen ist in den meisten Fällen wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
Mit 2,99 US-Dollar pro Packung sind die Caulk Singles nicht gerade günstig.
Wenn man aber bedenkt, wie viel ungenutzte, eingetrocknete Dichtungsmasse
in den Kellern verkommt, relativieren sich Aufpreis und Mehrverpackung schnell.
Querdenk-Chance
Zugegeben: Dichtungsmasse in homöopathischen Dosen zu verkaufen ist keine
Durchbruchinnovation. Bei Lebensmitteln etwa sind Packungsgrößen für den
individuellen Verbrauch längst auf dem Vormarsch – denken Sie an Kaffeepads.
Dennoch sind die Caulk Singles eine hochinteressante Innovation – weil GE hier
ein Low-Interest-Produkt zu einem attraktiven
Mitnahmeartikel macht. Denken Sie an die Teelichter und künftig auch Sonnenkollektoren bei Ikea ;-)
Kaugummi – Der
Trägerstoff, aus dem die Träume sind
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
8/2008
Das waren noch Zeiten, als Kaugummikauen für
Lässigkeit stand. Immer eine Hand in der Hosentasche, cool
sein und die Kiefer malmen unermüdlich. Kaugummi kauen war ein
Art Rebellion – wenn auch eine klebrig-sanfte.
Irgendwann war der Markt aber satt und die Anbieter mussten
feststellen, dass ihre Kernkompetenz – eine Masse
herzustellen, auf der man rumkauen kann – kaum noch was zählt.
Die Marktführer änderten ihre Strategie und damit auch das
Produkt radikal: Kaugummis werden heute als Trägerstoff für
ganz neue Anwendungen verwendet. Ein paar Beispiele:
Orbit Balance Papaya-Aloe Vera. Wellness zum Kauen. Denn wo Aloe Vera
draufsteht, kann doch nichts Schlechtes drin sein, oder? Die
Werbung verspricht, dass Orbit dabei helfen soll, die
Stresssituationen des täglichen Lebens gelassen zu nehmen…
Jolt Caffeine Energy Gum. Die Tasse Kaffee zum Kauen. Der Hersteller
GumRunners wurde im Jahr 2002 von zwei ehemaligen
Colgate-Palmolive Managern gegründet und vertreibt auch den
gleichnamigen Energy Drink Jolt Cola.
Nutra-Trim Weight Management Gum. Kaugummi zum Abnehmen. Die Wunderpillen
mit Spearmint oder Fruchtgeschmack sollen vor den Mahlzeiten angewendet werden.
Eine Studie an der Universität Liverpool will herausgefunden haben, dass dadurch
Kalorien und Hungergefühl signifikant reduziert werden. Eine zuckerfreie
Kombination mit grünem Tee Extrakt, L-Carnitine, Chromium Picolinat und Guarana
soll’s richten. Und Diättipps gibt es auf der Homepage.
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Nicorette. Nikotinhaltiger Kaugummi. Gilt als Klassiker unter den
Kaugummis, die als Träger für Wirkstoffe verwendet werden. Soll helfen, mit dem
Rauchen aufzuhören. Ob es tatsächlich hilft, keine Ahnung. Wir sind überzeugte
Nichtraucher. Die Geschmacksrichtungen klingen
übrigens gar nicht nach Kippe: Freshmint, Freshfruit, Mint und Classic.
Querdenk-Chance
Um in einer Überflussgesellschaft überleben zu können, brauchen wir mehr
Innovation. Für Kaugummihersteller bedeutet das: weg von der austauschbaren
Gummimasse - hin zur Trägermasse für Nahrungsergänzungsmittel.
Das Versprechen: Der Anwender wird gesünder, schlanker, schöner oder wacher.
Ganz nebenbei wird damit auch noch eine neue Zielgruppe erobert: Der Anteil
regelmäßiger Kaugummikauer erhöhte sich in der Altersgruppe von 30 bis 49 Jahren
auf 44 Prozent.
Haben Sie schon einmal überlegt, was IHR Produkt und IHRE Dienstleistung
eigentlich noch alles können? Wenn Kaugummis schon gesund, schlank und schön
machen, sollte eigentlich fast alles möglich sein – oder?
Smart
Metering – Strom wird endlich sichtbar
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
6/2008
Egal ob in Yello-Gelb oder E.ON-Rot: Strom ist unsichtbar. Das
Produkt ist kaum differenzierbar und irgendwie auch langweilig
- abgesehen vom Preis. Am ehesten wird Strom noch in den
Farben schwarz auf weiß erfahrbar, mit der Rechnung zum
Jahresende. Bis dahin zahlt der Verbraucher Abschlagszahlungen
ins Blaue hinein und muss, meist zu Beginn des neuen Jahres –
und weil die Preise gerne steigen – nachzahlen.
Mit der zeitlichen Entkoppelung von Verbrauch und Bezahlung
jedoch verlieren Kunden jegliches Gespür dafür, wann sie wie
viel Strom wofür verbrauchen. Das muss nicht sein.
Intelligente Stromzähler, so genannte "Smart Meter", machen
Strom endlich für jeden sichtbar.
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Smart Meter sind digitale Zähler, die Verbrauchsdaten sowohl
dem Versorger als auch dem Kunden via Internet übermitteln.
Und zwar permanent. So lässt sich der Verbrauch auf dem
heimischen Computer überwachen und Stromfresser im Haushalt
identifizieren – Stichwort: Stand-by-Betrieb.
Vorteile für die Verbraucher: Smart Meter können nicht
nur Strom, sondern auch den Gas- oder Wasserverbrauch messen
und gebündelt visualisieren. Sparmöglichkeiten werden
aufgezeigt. Auch wenn eine Studie von Arthur D. Little den
Spareffekt ohne Komforteinbußen auf nur zehn Prozent im Jahr
beziffert – Kontrolle ist besser und schafft Vertrauen.
Vorteile für die Versorger: Digitale Zähler können den
Verbrauch in kürzeren Intervallen messen. Dadurch kann exakter
abgerechnet und die Stromrechnung monatlich ausgestellt
werden. Das regelmäßige Ablesen von Hand fällt weg. Auch
verbrauchs- oder tageszeitabhängige Staffelpreise werden
möglich.
Würde etwa morgens der Strom verteuert, zu anderen Tageszeiten
hingegen verbilligt, könnte das Kunden motivieren,
gleichmäßiger über den Tag verteilt zu konsumieren. Das teure
Hinzuschalten von Kraftwerken, die in Spitzenzeiten eine
Überlastung des Stromnetzes verhindern, würde überflüssig.
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Smart Metering bei E.ON: In Großbritannien und Osteuropa laufen gerade Tests. In
Schweden erhält jeder E.ON-Kunde bis 2009 einen Smart Meter, denn das Land
verpflichtet die Versorger zur monatlichen Abrechnung.
Smart Metering bei RWE: Die RWE Rhein-Ruhr AG investiert ab diesem Jahr in das
Projekt "100.000 intelligente Zähler für Mülheim". Kostenpunkt: 20 Millionen
Euro für drei Jahre.
Smart Metering bei der Deutschen Telekom: Am Bodensee kooperiert die Deutsche
Telekom mit dem örtlichen Versorger Technische Werke Friedrichshafen und dem
Softwarehaus Bittner+Krull, um die Stadt mit intelligenten Zählern zu versorgen
– ein neues Geschäftsfeld als Ersatz für die Verluste beim Festnetz?
Smart Metering bei Yello: Die Kölner Tochter von Deutschlands drittgrößtem
Energieversorger, der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) überzeugte mit dem
Slogan "gelb, gut, günstig" bisher über 1,4 Millionen Kunden zum Wechsel. Ab
Sommer 2008 ist der "Yello Sparzähler Online" erhältlich. Eine Kooperation mit
Microsoft soll den Zähler um Online-Services ergänzen.
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Querdenk-Chance
Versorger, deren Preisgestaltung bislang einer Black-Box
gleicht, können mit dieser nicht uneigennützigen Produkt-DNA
ihr Image kräftig polieren.
Und angesichts steigender Energiepreise nehmen Smart Meter den
Verbrauchern das mulmige Gefühl, raffgierigen Energieriesen
ohnmächtig ausgeliefert zu sein. Smart Metering macht aus
passiven Stromverbrauchern aktive Energiemanager - und
erfindet den guten alten Stromzähler neu.
Jones Soda – "Truthahn
mit Soße" aus der Limoflasche
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
5/2008
Jones Soda-Gründer und Unternehmenschef Peter van Stolk
erklärt das Erfolgsrezept seiner Innovation so: "Wir haben das
Unternehmen in dem Wissen gestartet, dass die Welt alles
mögliche braucht – bloß nicht noch eine weitere Limo-Marke.
Das hat uns dazu gezwungen, phantasievoll zu sein."
Die Lösung: Van Stolk hat den direkten Kopf-an-Kopf-Wettbewerb
mit etablierten Softdrink-Herstellern gemieden und Jones Soda
anders positioniert. Ganz anders!
Denn eines ist klar: Wer versucht, das gleiche zu machen wie
Coca-Cola oder Pepsi, hat gegen deren Werbe-Milliarden und
Vertriebskanäle keine Chance. Der kleine Herausforderer Jones
Soda ist dennoch hoch erfolgreich, dank...
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...außergewöhnlicher Kunden: Ohne die Fangemeinde, die
"Community", wäre Jones Soda nur ein weiterer überflüssiger
Abfüller. Die Kunden sind die wichtigste Inspirationsquelle
und werden via Website in die Markengestaltung involviert. Sie
schicken ihre Fotos für die Etiketten ein, ihre Sprüche landen
auf den Deckeln und sie entscheiden über das Design der
Merchandising-Artikel. CEO van Stolk: "Dies ist nicht unsere
Marke. Sie gehört unseren Kunden!"
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...außergewöhnlicher Geschmacksrichtungen: Sie sind das
direkte Ergebnis der Einbindung der Kunden, die Vorschläge für
Aromen online einreichen und über die Namen abstimmen. Heraus
kamen Zungenbrecher und zweifelhafte Gaumenfreuden wie "Blue
Bubble Gum", "Bohemian Raspberry", "Chocolate Fudge oder "D'Peach
Mode". Auch das grelle Flaschendesign entstammt den Vorlieben
der Kunden.
Pünktlich zum Thanksgiving-Fest tischte Jones Soda ein
flüssiges Komplettmenü auf, bestehend aus "Truthahn mit Soße",
"Kartoffelpüree mit Butter", "Grüne Bohnen" und
"Früchtekuchen". Prostmahlzeit. Innerhalb einer Stunde war die
Special Edition ausverkauft und nur noch für viel Geld auf
eBay zu ersteigern.
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...außergewöhnlicher Vertriebskanäle: Als Marke muss
Jones Soda vor allem dort präsent sein, wo sich die Kunden
aufhalten: In Tatoo-Studios oder in Musikläden. Jones Soda
betreibt auch die Online-Musikplattform MyjonesMusic: Hier
können Kunden kostenlos Musikdateien austauschen, und
Nachwuchsbands können ihre eigenen Songs der riesigen
Jones-Community vorstellen.
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Querdenk-Chance
Je mehr Jones Soda die Community einbezieht, desto mehr
Menschen sprechen über das Getränk. Eine bessere und billigere
Werbung gibt es nicht! Diese unglaublich enge Kundenbeziehung
verleiht Jones Soda längst Kultstatus und ermöglicht
revolutionäre Marketingansätze.
Geht es noch um ein Getränk? Auch. Aber vor allem geht es um
die Gestaltung einer Marke. Genauer: Meiner Marke! Jones Soda
zeigt, dass es keine satten Märkte gibt, solange man
prickelnde Alternativen zum Mainstream parat hat.
Wenn Sie wissen, wie Ihre Kundschaft tickt und welche
Bedürfnisse sie hat, können Sie auch mit gezielter und
kreativer Produkt-DNA auf sie reagieren. Es muss ja nicht
gerade blaue Kaugummi-Limo sein...
Rentokil Mouse Radar –
Die Mausefalle neu erfunden
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
4/2008
Die Hausmaus (Mus domesticus) wird bis zu 9,5 cm groß, mit
ebenso langem Schwanz. Ihre Nachkommen zählen 4–16 Junge pro
Wurf. Bei etwa 7–8 Würfen jährlich ergibt das eine
Mäusepopulation von bis zu 128 kleinen Nagern.
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Ein kleines Problem, das sich aber potenziert, wenn man es
lässt. Für Abhilfe sorgt das britische Unternehmen Rentokil,
dessen Name seit 1925 Garant für die effektive Bekämpfung von
Schädlingen aller Art ist. Und da der Feind nicht schläft,
sondern eher nachtaktiv ist, ist man auch bei Rentokil
hellwach und hat die Mausefalle neu erfunden: Der 'Mouse
Radar' funktioniert nicht mit Käse, sondern mit Kohlendioxid.
Tappt eine Maus in die Radar-Box, wird dies von
druckempfindlichen Sensoren registriert, und die Box schließt
sich. Eine exakt bemessene Dosis Kohlendioxid wird freigesetzt
und tötet den Nager schnell und schmerzlos ohne
umweltschädliche Toxine freizusetzen.
Auf Wunsch meldet der High-Tech-Apparat seinen Fang auch
gleich per SMS oder E-Mail. Das ist insbesondere für
Großkunden gedacht, für die Rentokil computergesteuerte
Systeme zur Schädlingsprävention bereit hält: die 'Mouse
Monitor Unit' oder 'PestNetOnline'.
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Querdenk-Chance
Vielleicht wäre die Anschaffung einer 'Mouse Monitor Unit' für
unser kleines Problem mit dem Nager unter der Küchenzeile eine
Nummer zu groß gewesen - aber für Großkunden, etwa aus der
Lebensmittelbranche, ist das die perfekte Lösung.
Es gibt kein Produkt, das man nicht neu erfinden könnte. Das
gilt auch für die gute alte Mausefalle, die Rentokil in ein
High-Tech-Produkt verwandelt hat. Sensoren, softwaregestütztes
Monitoring und Erstellung eines 'Audit-Trails' – das sind nur
einige Merkmale der Mausefalle für das 21. Jahrhundert.
Haben Sie vielleicht auch ein Produkt, das so aufregend ist
wie eine Mausefalle? Ein Produkt über das alle sagen, da könne
man eben nichts machen? Glauben Sie immer noch daran?
Statt Klingelton:
Lebensversicherung für 1 Euro aufs Handy
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
1/2008
Mit den landestypischen, meist total überladenen Minibus-Taxis
in Südafrika unterwegs zu sein, ist nicht nur ein Abenteuer,
sondern mitunter lebensgefährlich. Allein während der
vergangenen Osterfeiertage gab es 276 Verkehrstote. Diesem
sehr realen Risiko begegnet nun der südafrikanische
Versicherer Metropolitan Life.
Und zwar mit einem innovativen Produkt: der temporären
Lebensversicherung "Cover2go Accidential Death Cover". Das
Besondere an dieser Police: Sie ist nur einen Monat lang
gültig, kostet umgerechnet nur einen Euro und zahlt im
Todesfall rund 1.500 Euro an die Begünstigten aus.
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Cover2go ist aber nicht nur für Passagiere von Sammeltaxis
gedacht. Sie ist generell für arme Menschen auch in anderen
Schwellenländern interessant, die sich herkömmliche
Versicherungsprodukte bisher nicht leisten können und als
Zielgruppe meist übersehen werden.
Ein weitere Innovationsidee ist, dass man Cover2go per SMS
abschließen kann, ähnlich dem Kauf eines kostenpflichtigen
Klingeltons. Um die Lebensversicherung abzuschließen, sendet
der Kunde Name und Ausweisnummer per Kurzmitteilung an den
Anbieter. Die SMS kostet 10 südafrikanische Rand und wird vom
Guthaben abgezogen. Damit ist die Police bezahlt. Eine
Antwort-SMS des Anbieters bestätigt den Abschluss.
Der Versicherungsschutz ist sofort wirksam und überall
verfügbar. Ohne teure Vermittler-Provisionen, ohne
medizinische Ausnahmeregelungen und ohne komplizierte Verträge
mit Kleingedrucktem.
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Warum dieser ungewöhnliche Vertriebsweg? Nur wenige
Südafrikaner verfügen über ein Girokonto – jeder zweite
allerdings über ein Mobiltelefon. Das Bezahlen und Abwickeln
von Geldgeschäften per Handy, so genanntes "M-Banking", ist im
ländlichen Südafrika sehr weit verbreitet.
"Damit revolutionieren wir die Versicherungsbranche, weil wir
dem Kunden wieder die Kontrolle über den Abschluss geben.
Bisher konnten Versicherungen nur verkauft, nicht aber gekauft
werden", sagt Derek Pead, Chef von Cover2go.
Querdenk-Chance
Mit Cover2go wurde ein klassisches Produkt in mehrfacher
Hinsicht hinterfragt und neu erfunden: Lebensversicherungen
können sehr wohl zeitlich befristet und ihr Abschluss einfach
sein. Sie können auch sofort wirksam und per SMS bezahlt
werden. Bedarfsorientierter geht es kaum!
Schon mal überlegt, wie Sie IHR PRODUKT neu erfinden können?
Wochenblister: Gut für
Patienten – Wut bei Apothekern
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
11/2007
"3 mal täglich 2" von diesen Tabletten, "2 mal täglich eine"
von jenen, die einen jeweils vor den Mahlzeiten, die anderen
morgens und abends. Chronisch Kranke, die verschiedene
Medikamente zu unterschiedlichen Tageszeiten einnehmen müssen,
können da leicht den Überblick verlieren. Aber auch andere
Patienten wären bei einer normalen Grippe schon dankbar, sich
nicht ständig Gedanken über die Dosierung ihrer Arzneimittel
und die Reihenfolge ihrer Einnahme Gedanken machen zu müssen.
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Genau für dieses Problem hat
Edwin Kohl eine Lösung. Der 57-jährige Saarländer plant noch
für dieses Jahr, die vielen bunten Tabletten verschiedener
Hersteller in ein und derselben Packung anzubieten:
übersichtlich nach Wochentagen und Tageszeiten sortiert. Die
so genannten "Wochenblister" werden für jeden Patienten
individuell bestückt. Hergestellt werden die
Durchdruckpackungen von der 7x4 Pharma GmbH, einem
Tochterunternehmen der Kohl-Gruppe.
Dass Edwin Kohl mit dem Wochenblister die Wut der
Apothekerverbände auf sich zieht, überrascht nicht.
Schließlich ist es des Apothekers wichtigster Job, den Kunden
zu erklären, wann diese welches Medikament wie einzunehmen
haben.
Diesen Job wären sie, ginge es nach Kohl, bald los: 70
Millionen Euro hat der Querdenker bereits in seine Idee
investiert. 400 Medikamente will er auf Lager halten, um sie
über ausgewählte Apotheken zu vertreiben. In zehn Jahren will
Kohl allein in Europa zehn Millionen Patienten versorgen und
fünf Milliarden Euro einnehmen – Geld, das vielen kleinen
Apotheken fehlen wird.
Kohlpharma mit Sitz im saarländischen Merzig wurde von einer
Einmann-Gründung 1979 zu Deutschlands größtem
Arzneimittelimporteur. Das Unternehmen versorgt über die
Hälfte des Marktes, beschäftigt knapp 1.000 Mitarbeiter und
erzielte im vergangenen Jahr 706 Millionen Euro Umsatz. Das
Logistikzentrum gilt als eines der modernsten Europas.
Querdenk-Chance
Für den Kunden wäre der Wochenblister ein Meilenstein hin zu
mehr Convenience und Sicherheit. Diese clevere Produkt-DNA hat
enormes Potenzial. Ach ja, und eigentlich sollte jede
Einsparmaße im maroden Gesundheitswesen willkommen sein –
meint man. Ob Kohlpharma aber im nächsten Jahr zum sechsten
mal als "Bester Apothekenpartner" wiedergewählt wird, bleibt
abzuwarten.
Haben auch Sie das Zeug dazu, mit radikalen Innovationen an
den Grundfesten ungeschriebener Marktgesetze zu kratzen? Oder
gelten in Ihrer Organisation die drei Grundgesetze der
Fraktion der Bremser und Bewahrer: "Das war schon immer so! Da
kann ja jeder kommen! Wo kommen wir denn da hin?"
Phorms macht Schule
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
8/2007
Die Horrormeldungen gingen durchs Land: An der
Rütli-Hauptschule in Berlin-Neukölln waren die Pädagogen mit
ihrem Latein am Ende – ihre Schüler gewalttätig statt
lernwillig, deren Eltern unkooperativ oder überfordert. Die
fatalen Folgen für alle Beteiligten: Ein Teufelskreis aus
Demotivation und Desillusion. Wem die Schulbildung seiner
Kinder nicht egal ist, der meidet berüchtigte Problemschulen.
Am besten ist, man nimmt das Heft gleich selbst in die Hand.
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So geschehen in Berlin Mitte, wo ein Team von Unternehmern,
die gleichzeitig auch Eltern sind, kurzerhand die
Phorms-Grundschule gegründet hat. Ihr Anliegen ist es, "einen
relevanten Beitrag zur besseren Bildung unserer Kinder zu
leisten." Dabei spielt der bilinguale Unterricht eine
entscheidende Rolle - und zwar ab dem ersten Schuljahr. Die
natürliche Sprachlernfähigkeit von Kindern soll genutzt
werden: "Englisch und Deutsch sind an unserer Schule
gleichwertige Unterrichtssprachen."
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Weitere Schwerpunkte auf dem Lehrplan: Selbstverantwortung,
Organisationstalent, Entscheidungsfreude und
Risikobereitschaft sollen in jedem Schüler entwickelt werden.
Hoch qualifizierte Lehrkräfte mit internationaler Erfahrung
setzen modernste Lehrmethoden aus aller Welt ein. Das
Ganztagskonzept mit Klassenstärken von höchstens 24 Schülern
soll die intensive Beschäftigung mit jedem Einzelnen
gewährleisten.
Seit Sommer vergangenen Jahres läuft die Berliner Grundschule
- mit großem Erfolg. Das Angebot wird so gut angenommen, dass
im August diesen Jahres das erste Phorms-Gymnasium den
Unterricht aufnimmt, mit Spanisch als zweiter Fremdsprache und
Latein, Französisch oder Chinesisch als dritter. Gleichzeitig
expandiert das Konzept in andere deutsche Städte. Im August
eröffnen Phorms-Grundschulen in München, Köln und Frankfurt.
Hamburg und Hannover sollen folgen. Die Schulgebühren sind
nach dem Familieneinkommen gestaffelt.
Querdenk-Chance
Bildung ist der Rohstoff des 21. Jahrhunderts – aber den haben
wir nicht allein gepachtet. Es geht nicht mehr darum, dass es
zukünftige Generationen einmal "besser" haben sollen als wir.
Es geht darum, dass sie mit Milliarden wissbegieriger Chinesen
und Inder mithalten können.
Die Phorms-Gründer verdienen Respekt. Eltern haben sich
engagiert zusammengetan, um ihren Kindern das beizubringen,
was sie wohl selber gerne in der Schule gelernt hätten.
Gerolsteiner Linée
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
6/2007
Viele versprechen es, Gerolsteiner scheint es
endlich erfunden zu haben: Ein Getränk, das nachweislich zum
Abnehmen beiträgt. "Immer mehr Menschen kämpfen mit den Folgen
ungesunder Ernährung", so Jörg Croseck, Sprecher der
Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG. Das neue Produkt
mit dem klingenden Namen 'Linée' "helfe dabei,
Schwächephasen zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken." Die
drei fruchtig-herben Geschmackskombinationen Litschi-Limette,
Mango-Grapefruit und Ananas-Zitronengras sollen heimliche
Versuchungen vergessen machen.
Wie funktioniert Gerolsteiner Linée? Eine
Kombination aus schnellen und langsamen Kohlenhydraten (Mono-
und Polysaccharide) soll den Blutzuckerspiegel zwischen den
Mahlzeiten stabilisieren. Die 19,8 kcal pro 100ml werden vom
Körper zeitlich verteilt aufgenommen und füllen die so
genannten
"Hungerlöcher" aus.
Diese blutzuckerregulierende Wirkung wurde vom Westdeutschen
Gesundheitszentrum in Düsseldorf bestätigt. Das ist
entscheidend, denn mit der Health-Claims-Verordnung, die ab 1.
Juli dieses Jahres in Kraft tritt (EU-Verordnung Nr.
1924/2006), müssen nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben
über Lebensmittel wahr und belegbar sein. Fehlt der
wissenschaftliche Nachweis, winkt ein Verbot. Verbraucher
sollen so vor irreführenden Werbebotschaften geschützt werden.
Querdenk-Chance
Mit innovativen Produkten
versucht Gerolsteiner, der Konkurrenz das Wasser abzugraben.
Das scheint zu gelingen, denn der Nettoumsatz wuchs im
vergangenen Jahr um 7,7 Prozent – laut ACNielsen
überproportional zum Rest der Branche. Das ist bemerkenswert,
denn kaum eine anderer Markt ist so stark umkämpft und
fragmentiert (siehe auch
Business-Backstage-Report Nr. 48).
Während die Konkurrenz also noch Wasser predigt, ist
Gerolsteiner mit Linée schon einen Schritt weiter und setzt
sich ernsthaft mit den Ursachen der modernen
Zivilisationskrankheit Übergewicht auseinander. Auch wenn wir
von Mineralwasser allein nicht satt und schon gar keine
Supermodels werden – der Ansatz ist gut. Gerolsteiner Linée
steht ab 1. Juni in den Regalen: 0,75 Liter zum Preis vom 1,29
Euro.
Crunch Pak: Der Apfel
Snack
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
1/2007
Der Apfel ist ein Massengut - da geht der Wettbewerb nur über
den niedrigsten Preis. FALSCH! Dass es sehr wohl anders
funktionieren kann, zeigt eine Gruppe von Obstbauern aus dem
US-Bundesstaat Washington. Sie haben den Apfel neu erfunden:
Unter dem Namen "Crunch Pak" verkaufen sie geschnittene und
abgepackte Apfelstückchen als Snack für unterwegs.
Die Erkenntnis, die zur Gründung Crunch Pak LLC führte: Äpfel
sind lecker und gesund, haben aber keine "Snackability". Also
kein Produkt, welches man im Vorbeigehen für zwischendurch
kauft. Eher greift man zum Schokoriegel, den man bequem
auspacken kann und nicht abwaschen muss!
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Im Jahr 2000 begann man daher mit der Produktion, genauer
gesagt dem Kleinschneiden von Äpfeln. Innerhalb von 5 Jahren
hat sich das amerikanische Unternehmen einen Riesenmarkt
erschlossen, der auf bis zu 1 Milliarde Dollar geschätzt wird
– und rasant wächst: Schon 3 mal musste Crunch Pak in neue
Produktionsanlagen umziehen, um die Nachfrage decken zu
können.
Und so schaut die Produkt-DNA aus: Man hat die Wahl zwischen
roter und grüner Sorte, geschnitten oder gewürfelt, Einzel-
oder Großhandelsmenge, im wieder verschließbarem Plastikbecher
oder Beutel und aus herkömmlichem oder ökologischem Anbau.
Wesentlicher Faktor für die Kaufentscheidung ist die
ansprechende Präsentation, so die Überzeugung von Tony Freytag
von Crunch Pak: In Amerika sei allein durch die Verpackung von
frischen Lebensmitteln der Konsum seit den 90er Jahren um 30%
gestiegen.
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Damit die Äpfel im Supermarktregal auch frisch und "crunchy"
sind, werden sie mit einer mineralischen
Glasur haltbar gemacht. Der natürliche Konservierungsstoff ist
reich an Kalzium und Vitamin C, womit man speziell Kinder und
deren Eltern ansprechen will. Crunch Pak hält zudem ein
Zertifikat, welches das Schnittobst als "koscher" deklariert.
Querdenk-Chance
Crunch Pak zeigt, dass es keine Ausreden
gibt: "Wir verkaufen doch nur Äpfel" - "Na und!". "Wir
verkaufen doch nur Hygienepapiere" - "Dann macht doch etwas
draus!". "Wir verkaufen nur Baustoffe" - "Dann nehmt Euch doch
ein Beispiel an den Crunch Paks!". Geht nicht - gibt's nicht.
Gerade scheinbar ausgereizte langweilige Produkte in
konservativen Branchen bieten oft die größten Ansatzpunkte für
eine gelungene Produkt-DNA. Worauf warten Sie noch :-)
Farben & Tapeten als
besorgte Mitbewohner
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
11/2006
Tapeten und Farben: Nichts weiter als austauschbare Produkte?
Schließlich ist doch eine weiße Farbe wie die andere, oder? Denken Sie so? Dann
denken Sie noch mal!
Dulux Magic White – Rosa Wandfarbe, die weiß wird
Diese Wandfarbe von Dulux hat im Eimer eine rosa Färbung, wird aber ca. 40
Minuten nach dem Anstrich weiß. Dadurch sieht man sofort, wo man
auf dem weißen Untergrund mit Magic White schon gestrichen hat.
Alpina Farben – Alpina AirClean
Diese Dispersionsfarbe verbessert Ihre Raumluft. Unangenehme Gerüche und Luftschadstoffe
verschwinden. Das Wirkungsprinzip basiert auf der Photokatalyse:
Spezielle Titandioxid-Teilchen werden durch Tageslicht
aktiviert, und bauen daraufhin Stickoxide (z.B. von
Verbrennungsprozessen) oder Fettsäuren (vom Kochen) ab.
Marburger Tapeten – Die mit
elektromagnetischer
Abschirmung
Diese Tapete kann mehr als nur die Wand zu verhübschen: Ein eingebettetes
Gewebe verspricht Schutz vor hoch- und niederfrequenter elektromagnetischer Strahlung. Wer beim Thema
Mobilfunk- oder WLAN-Strahlung schon immer Unbehagen
verspürte, kann sich mit dieser Tapete wirksam abschotten.
Soll auch gegen andere moderne Bedrohungen wie z.B.
Lauschangriffe oder Spionage-Wanzen helfen...
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Caparol – die Wellness-Farben
Die Firma Caparol bekämpft den unsichtbaren Feind gleich an
drei Fronten – oder besser gesagt in drei Schichten: Das
ElectroShield wird als Grundierung aufgetragen und sorgt als
"Wellenbrecher" für strahlungsfreien Schlaf. CapaSan bekämpft
ganz ähnlich der Alpina CleanAir unwillkommene
Mikroorganismen. Caparol
Sensitiv ("Die Sanfte") wurde speziell für
Allergiker und sensible Personen entwickelt. Sie enthält weder
Lösemittel noch Weichmacher oder Konservierungsmittel.
Die Zielmärkte: Gesundheitsbewusste Wandanstriche für
Arztpraxen, Kindergärten, Schulen und natürlich Häuser und
Wohnungen.
Querdenk-Chance
Diese vier Unternehmen haben aus scheinbar banaler Baumarktware echte High-Tech-Produkte
mit saftigen Margen gemacht. Intelligente Produkt-DNA kann aus
Farbe & Tapete Wellnessobjekte machen!
Pharmaca, Elephant
Pharmacy & Apotheke zum Löwen von Aspern
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
8/2006
Die beiden amerikanischen Unternehmen
Pharmaca und Elephant Pharmacy sprechen
gezielt Leute an, die von ihrem Apotheker mehr erwarten als
Medikamente gegen Rezept auszuhändigen und dazu "Dreimal
täglich nach den Mahlzeiten" zu murmeln.
"Wir wollen die besten Alternativen von Naturmedizin und
Schulmedizin unter einen Hut bringen" sagt Pharmaca Chef Barry
Perzow. Und so gibt es ein riesiges Angebot an Naturmedizin
und die entsprechende Beratung durch Naturheilkundler. Ein
zweiter wichtiger Gedanke ist die Weiterbildung der Kunden. So
werden beispielsweise
Kurse angeboten, wie man Hautpflegeprodukte selbst herstellt
und es gibt Infoveranstaltungen zu den verschiedensten Themen
wie z.B. über Chinesische Hausmittel.
Die
Elephant Pharmacy, die sich selbst "Der Drugstore, der Ihnen Yoga
verschreibt" nennt, treibt den Gesundheitsgedanken noch weiter. In den über 1.000 qm großen Filialen bekommt man
all das, was man üblicherweise in einer Apotheke und
Drogerie findet und noch viel mehr: So gibt ein Yoga-Studio (!), Biolebensmittel,
Bücher rund um das Thema Gesundheit und viele andere
Produkte und Dienstleistungen, die ein gesundes und aktives
Leben unterstützen.
Apotheke zum Löwen von Aspern
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Auch im deutschsprachigen Raum ist Bewegung in den Markt
gekommen. Der Apotheker Wilhelm Schlagintweit in Wien hat es
verstanden: Wenn man sich auf einem so engen Markt gegen
etablierte Konkurrenten behaupten will, muss man etwas
Besonderes bieten. Alles genauso zu machen wie die anderen,
nur ein bisschen größer, ein bisschen moderner, das bringt
nichts.
Schlagintweits Apotheke zum Löwen von Aspern versteht sich als ein
ganzheitliches Gesundheitszentrum, als Ort der sozialen und
kulturellen Begegnung.
Im Verkaufsraum finden sich Beratungsinseln anstelle eines
durchgehenden Verkaufspults und zusätzlich ein großer Selbstbedienungsbereich. Die Kunden können bei der Herstellung von
Salben zusehen. Es gibt einen Veranstaltungsraum wo Lesungen mit
prominenten Autoren und andere Events stattfinden. Samstags
wird das Angebot durch einen "Bauernmarkt" ergänzt. Auf dem
Dach des architektonisch sehr gelungenen Gebäudes findet sich
ein Kräutergarten
nach benediktinischem Muster.
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Seit der Eröffnung hat sich der Umsatz - gegenüber dem
Vorgängerlokal - um 30 Prozent erhöht. Die Kunden schätzen die
Offenheit und Großzügigkeit, den Wegfall der Barrieren und die
bessere Beratung. Einigen Kunden geben die Sichtbetonoberflächen
des modernen Baus allerdings Rätsel auf und sie stellen sich
die Frage, warum man den Bau nicht zu Ende geführt habe :-)
Querdenk-Chance
Gesundheit ist ein Wachstumsmarkt, daran ändern auch die
Sparlisten der Politiker nichts. 33 Milliarden Euro jährlich
sind allein in Deutschland zu verteilen. Die Alten, die
Jungen, die Schlauen und die Dummen, alle wollen fit sein. Die
Apotheke zum Löwen von Aspern, die Elephant Pharmacy und
Pharmaca haben eine ungeschriebene Branchenregel auf den Kopf
gestellt: Wer in diese Apotheken kommt, muss nicht unbedingt
krank sein. Man bietet die optimierte Apotheke für Menschen,
die sich gesundheitlich optimieren wollen.
Für die Apotheken der traditionellen Art gilt: sie werden wohl nie
ganz vom Markt verschwinden, aber die Luft wird immer dünner.
Andreasgemeinde
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
6/2006
Gehen Sie regelmäßig in die Kirche? Dann zählen Sie zu einer
aussterbenden Minderheit, denn in den meisten Gotteshäusern
herrscht gähnende Leere. An den Sonntagen halten die Pfarrer
ihre Predigten meist vor leeren Bänken.
Dass es auch anders sein kann, zeigt das Beispiel der
evangelisch-lutherischen Andreasgemeinde in Niederhöchstadt
bei Frankfurt. Doch das war nicht immer so. Als Pastor Klaus
Douglass dort im Jahr 1989 seine Karriere als Seelsorger
begann, saßen nur etwa 30 Gläubige in den Reihen. Doch wo
waren die restlichen 2.500 Mitglieder der Kirchengemeinde?
Douglass verteilte Fragebögen, um zu erfahren, was der
fernbleibende Rest wolle. Und er begann, sein Produkt - also
den Gottesdienst - attraktiver zu gestalten.
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Nach einer Reise in die USA, wo
Gottesdienste traditionell auch Shows sind, arbeitete Douglass
ein Konzept aus. Am Ende stand ein Gottesdienst, der sich "GoSpecial"
nennt. Die Veranstaltungen haben Themen wie "Die Kir(s)chen in
Nachbars Garten – Warum wir alle neidisch sind" oder "Monster
unterm Bett – Vom richtigen Umgang mit Ängsten". Bands spielen
elektronische Musik. Nach der Predigt können die
Kirchenbesucher Fragen stellen. Mittlerweile findet GoSpecial
monatlich in einem Kino in Sulzbach mit 700 Plätzen statt. Der
Saal ist dann fast voll, die Leute holen sich Popcorn und
Getränke.
"Die Gemeinde hat eine Vorreiterrolle", so Hans-Albert Genthe,
Sprecher der Landeskirche Hessen und Nassau. Zwar geht das
bunte Treiben einigen zu weit, aber für die gibt es nicht nur
nach wie vor die klassische Messe, sondern ein komplettes
Dienstleistungsportfolio, wie z.B. den traditionellen
Morgengottesdienst, den aufgelockert traditionellen
Morgengottesdienst, den Gottesdienst kompakt, den
Kindergottesdienst und vieles mehr.
Querdenk-Chance
Bei Jesus war es so: 99 Schafe waren da, eines fehlte. "In der
Volkskirche ist es andersrum. Wir haben bestenfalls 2 Schafe.
Die anderen 98 kommen nicht." Pastor Douglass kämpft um diese
98 Schafe. Dazu nahm er auch bewusst das Risiko in Kauf, mit
seinen modernen "Kirchenprodukten" treue Schafe zu verlieren.
Die vollen Gottesdienste mit begeisterten Menschen geben ihm
und seinem Weg jedoch jeden Sonntag Recht!
Adidas, Nike & Puma
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 5/2006
Turnschuh ist nicht gleich Turnschuh. Die drei Branchengrößen
Adidas, Nike und Puma zeigen auf exzellente Weise, wie man
etablierte Produktkonzepte clever in Frage stellen kann. Jeder
der drei Hersteller hat dabei einen ganz eigenen Weg gefunden,
die Branchen- und Produktkonzepte zu hinterfragen.
Adidas setzt bei seiner Kreation
ganz auf Hightech. Der adidas 1 ist ein Laufschuh, dessen
intelligente Dämpfung sich automatisch dem Untergrund anpasst,
auf man gerade unterwegs ist. Dank eines kleinen Computers
erkennt der Schuh, ob die Dämpfung zu weich oder zu hart ist.
Das System arbeitet wie ein menschlicher Nervenreflex. Der
Nerv ist das magnetische Sensorsystem, dessen Sensor
unmittelbar unter der Ferse des Läufers sitzt, während der
Magnet auf der Unterseite der Zwischensohle platziert ist.
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"Dieser Schuh soll die gesamte Sportartikelbranche
revolutionieren. Es handelt sich dabei um eine absolute
Neuheit, die die unumstrittene Führungsposition von Adidas auf
dem Gebiet der Innovationen untermauert", so Adidas-Vorstand
Erich Stamminger.
Der Nike Free geht mit seiner Produkt-DNA genau in die
entgegengesetzte Richtung: Durch die Beschaffenheit und
Anordnung seiner Sohle gleicht das Gehgefühl dem
Barfuss-Laufen. Eine extrem flexible Sohle und ein ebenso
flexibles Obermaterial lassen dem Fuß ein Höchstmaß an
Bewegungsfreiheit.
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Muskeln, Bänder und Sehnen müssen Unebenheiten und Stöße
selbst abfangen, keine Dämpfung nimmt ihnen das ab. Halt auf
dem Boden geben die Zehen, die wieder greifen lernen, statt
eingepfercht zu sein. Es ist wie barfuss laufen; der Schuh
schützt lediglich vor Verletzungen durch kantige Steine und
hält den Fuß warm.
"Nike Free ist wie ein Kraftraum für die Füße und damit ein
ganz spezifisches Trainingsmittel", so Prof. Brüggemann von
der Deutschen Sporthochschule Köln. Tests mit den Schuhen an
seinem Institut zeigten erstaunliche Ergebnisse: Bereits durch
das Tragen von Nike Free in der Freizeit, z.B. beim Einkaufen
oder Spazierengehen, erhöht sich die Flexibilität der
Fußgelenke, außerdem konnte ein Kraftzuwachs der
Stabilisationsmuskulatur nachgewiesen werden.
Puma wiederum hat sich bei seiner Produkt-DNA vom mongolischen
Barbecue inspirieren lassen. Das mongolische Barbecue
funktioniert nach dem "Do-it-yourself" Prinzip: der
Restaurantbesucher stellt die Zutaten für seine Malzeit selbst
zusammen und gibt dann seine Auswahl an einen Koch weiter, der
alles vor den Augen des Gasts zubereitet.
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Inspiriert von dieser Tradition veranstaltet PUMA ein leckeres
Schuh-Barbecue. Beim Mongolian Shoe BBQ entwirft der Kunde
nach eigenen Wünschen seinen Sportschuh. Dafür werden im
Puma-Store die einzelnen Schuhbauteile vom BBQ-Tisch
ausgesucht und auf ein gekennzeichnetes Mustertablett gelegt.
Die Menükarte besteht aus 13 verschiedenen Komponenten in 30
verschiedenen Varianten. Danach werden die ausgewählten
Komponenten mit der Adresse versehen und an der Kasse abgeben
und bezahlt. Sechs Wochen später ist das persönliche Unikat
dann fertig. Innovativ ist auch das Vertriebskonzept: 2005
tourte das erfolgreiche Konzept in nur sechs Monaten durch 8
Länder. Die Puma Concept Stores sind jeweils nur wenige Wochen
geöffnet. Auf dem aktuellen Tourplan stehen Kopenhagen,
Mailand und Melbourne.
Querdenk-Chance
Eine Branche – drei vollkommen unterschiedliche Konzepte. Wie
sieht es in Ihrer Branche aus? Gleicht der
Innovationswettbewerb eher einer Karaoke-Bar, in der die
Originale hemmungslos kopiert und nachgesungen werden?
Legen Sie geistige Scheuklappen ab und fragen Sie sich jeden
Tag aufs Neue, wie Sie vorhandene Produktkonzepte nachhaltig
innovieren können. Unterschätzen Sie nicht das Potenzial, das
in IHREN Produkten steckt. Wenn Kunden bereit sind, für eine
Handvoll Plastik, Baumwolle und Leder (s.o.) 150 Euro auf den
Tisch zu legen - welche Ausrede kann es dann noch geben?
Saul Griffith
Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe
2/2005
Ein Treffen mit Kenias Erziehungsminister, der von einem
akuten Mangel an Brillen in seinem Land berichtete, weckte den
Ehrgeiz des Querdenkers Saul Griffith.
Der Doktorrand am MIT in Boston, der bis dahin keine Ahnung
von der Brillenproduktion hatte, machte sich an die Arbeit.
Sein Ziel: die Herstellungskosten für Brillen radikal zu
senken. Sein Vorgehen: das Geschäftsmodell zur Herstellung
einer Brille grundlegend in Frage zu stellen.
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PHOTO: MARK OSTOW |
Der größte Kostenblock für die Herstellung und Anpassung einer
Brille sind weder die ärztliche Untersuchung noch das
Brillengestell, sondern die Gläser. Der Kostentreiber ist das
hohe Inventar an Gläsern, das Zulieferfirmen vorrätig haben
müssen: 500 bis 1.000 Gläser für jede mögliche Verschreibung.
Genau hier setzt Griffith an: Er entwickelte ein mobiles Gerät
mit dem man schnell und preiswert Brillengläser auf Abruf
fertigen kann. Und das funktioniert so: Ein Behälter mit
Babyöl (!), über den eine Membran gespannt ist, dient als
Form. Pumpt man mit einer großen Spritze mehr Öl hinein, wölbt
sich die Membran sphärisch. Jetzt legt man einen ovalen Ring
obendrauf und kann jede beliebig gewölbte Oberfläche erzeugen.
Wenn alles justiert ist, wird der Ring mit Kunststoff
ausgegossen und mit einer vom Zahnarzt bekannten UV-Lampe
gehärtet. Innerhalb von wenigen Minuten hat man so eine
annähernd perfekte Linse in der Hand.
Saul Griffith geht davon aus, dass es mit diesem Gerät möglich
ist, direkt vor Ort Brillengläser anzufertigen. Die hierbei
entstehenden Kosten für eine Augenuntersuchung und die fertige
Brille sollten bei etwa 10 bis 15 Dollar liegen.
Querdenk-Chance
Die Welt-Gesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit fast
eine Milliarde Menschen eine Brille benötigen. Für viele
Menschen in den Entwicklungsländern leider nur ein Traum, denn
die Anschaffungskosten entsprechen oft einem
durchschnittlichen Monatseinkommen.
Doch das muss nicht so sein, wie das Beispiel von Saul
Griffith zeigt: Geniale Ideen entstehen oftmals dann, wenn
gängige Produkt- und Geschäftskonzepte grundlegend in Frage
gestellt und völlig neue Wege beschritten werden.
James Dyson: Den
Staubsauger neu erfunden
Quelle:
Business Backstage Report
von Förster & Kreuz
James Dyson ist der Mann, der den
Staubsauger neu erfunden hat. Hätte er die vorgefertigten
Auffassungen darüber, wie ein Staubsauger zu funktionieren hat,
verinnerlicht, hätte er sich vermutlich niemals an die Aufgabe
gewagt. Er hätte das gedacht, was alle anderen denken: "Wenn ein
besserer Staubsauger möglich wäre, dann hätten Miele, Siemens
oder Electrolux ihn doch schon längst erfunden."
Doch
für Dyson war die Tatsache, dass sich niemand zuvor an die
Neuerfindung des Staubsaugers gewagt hatte, kein Hindernis,
sondern vielmehr eine offene Einladung! Und Dyson verfügt über
eine weitere wichtige Eigenschaft, die Business-Querdenker
auszeichnet: Er ist ein rastloser Geist, dem der Status Quo oft
ein Gräuel ist. So hat Dyson sich darüber geärgert, dass sein
Staubsauger permanent an Saugkraft verliert. Er wollte wissen,
warum und befasste sich intensiv mit der Funktion des
Staubbeutels…
Er schnitt den Staubsaugerbeutel auf, um sich den Inhalt
anzusehen: Die feinen Poren des Staubsaugerbeutels haben die
Aufgabe, den Staub im Beutel zu halten und die angesaugte Luft
durchzulassen. Der Staub verstopft jedoch die Poren und ein
ungehindertes Durchströmen der Luft ist dadurch nicht mehr
gewährleistet. Wenn der Luftstrom aber blockiert ist, lässt die
Saugkraft des Staubsaugers stark nach.
Also entschloss sich James Dyson, einen Staubsauger zu
entwickeln, der anders ist und vor allem, der besser
funktioniert. Nach 5 Jahren Entwicklungsarbeit war er
schließlich da: Der erste beutellose Staubsauger.
Die Erkenntnis: Nur weil die Staubsaugerindustrie ihre Sauger
schon seit hundert Jahren mit Beuteln ausrüstet, bedeutet das
noch lange nicht, dass dies auch der richtige Ansatz war. Dyson
folgte also in seinem Ansatz der Idee, die Kurt Tucholsky
pointiert beschrieb: "Traue keinem Fachmann der sagt, das mache
ich seit 20 Jahren so, es könnte sein, dass er es seit 20 Jahren
falsch macht!"
Querdenk-Chance
Für die traditionellen Staubsaugerhersteller gehörten
Staubsauger und Staubbeutel untrennbar zusammen, so wie Kaffee &
Kuchen und Miles & More. Dass Dyson dieses gängige
Produktkonzept in Frage stellte, eröffnete ihm vollkommen neue
Spielräume. Der Erfolg: Dyson erwirtschaftet heute mit seinen
Innovationen Millionenumsätze.
Die spannende Frage: Auf welchem Auge sind Sie blind? An welche
unumstößlichen Branchenregeln und Meinungen über die Produkte
Ihrer Branche glauben Sie?
Es gibt zwei Möglichkeiten, bestehende Produktkonzepte in Frage
zu stellen:
1. Akzeptieren Sie nicht, wenn Sie hören: "Das geht nicht anders
und das machen wir schon immer so!" Das sind Signalworte, die
Sie hellhörig werden lassen sollten.
2. Ändern Sie einfach das, was Sie selbst an der bestehenden
Lösung ärgert!
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