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PREIS-DNA
Etablierte Preismodelle in Frage stellen!


Kuhleasing: Statt Milch an die Genossenschaft zu verkaufen - Kühe an Städter leasen...

Optimieren Sie nicht das branchenübliche Preismodell, sondern schaffen Sie sich ein eigenes!

Der klassische Denkansatz stellt die Grundlagen der Preisfindung für die eigene Branche nicht infrage. Es ist nun mal so, dass Benzin pro Liter, Äpfel nach Gewicht, Gurken pro Stück und Wein pro Flasche verkauft wird. Rechtsanwälte werden nach Streitwert oder Stundenhonorar entlohnt, nicht nach Gewicht oder Telefoneinheiten; Berater nach Zeitaufwand, nicht nach einer pauschalen Monatsmiete.

Das Preismodell ist zwar ein ungeschriebenes, in der Branche aber allgemein akzeptiertes "Gesetz", nach dem der Preis üblicherweise bestimmt wird. Es wird in der Regel weder von den Anbietern noch den Kunden hinterfragt.

Erstaunlich ist, dass obwohl Moses vom Berg Sinai keine Tafeln mitbrachte, auf denen definiert stand, wie das Preismodell einer Branche auszusehen hat, diese Regeln für fast jede Branche fest definiert zu sein scheinen. Das Preismodell in einer Branche in Frage stellen, heißt, ganz bewusst einmal zunächst das Verrückte zu denken und auch auszuprobieren.

Was wäre beispielsweise, wenn eine Kaffeehauskette wie Starbucks eine monatliche Gebühr verlangen würde und Sie so viel Kaffee trinken könnten, wie Sie wollen? Absurd? Vielleicht, aber gerade in diesen Ideen, die auf den ersten Blick absurd erscheinen, kann ein interessanter Denkansatz zur Differenzierung und zur Innovation liegen.

 

Backstage: Marko Ahtisaari und Blyk

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 12/2008

Stellen Sie sich vor, jemand verspricht Ihnen auf eine Werbe-MMS an Ihre Zielgruppe eine Responserate von über 50 Prozent. Und stellen Sie sich dann vor, dass derjenige, der Ihnen so etwas verspricht, ein blonder Typ mit einem Jungengesicht ist, der aussieht, als würde er nächstes Jahr Abitur machen. Ganz ehrlich, wie reagieren Sie? Vielleicht ja ungefähr so: Hahahaha!
Mit mindestens einem spöttischen Lächeln haben die meisten Insider aus der Mobilfunkbranche reagiert, als der 39-jährige Finne Marko Ahtisaari zum ersten Mal die Idee seiner Firma Blyk präsentierte: werbefinanzierte Gratistelefonate übers Handy. Heute lacht auf dem britischen Mobilfunkmarkt, wo Blyk gestartet ist, niemand mehr. Vor allem nicht die etablierten Anbieter.


Quelle: Joi, www.flickr.com/photos/joi/2480548979/

Blyk macht gleich mehrere Sachen richtig: Zum Beispiel die Beschränkung des Angebots auf 16- bis 24-Jährige. Das ist konsequent – und mutig! Über 200.000 britische Jugendliche telefonieren inzwischen kostenlos mit Blyk und erklären sich im Gegenzug damit einverstanden, maximal sechs Werbe-MMS täglich zu erhalten. Diese Werbung verpufft keineswegs. Bei einer Kampagne für ein Buch von Nick Hornby kontaktierten tatsächlich 64 Prozent der Nutzer per Handy den Verlag. Die Zielgruppenansprache ist offenbar gut durchdacht.


Quelle: www.blyk.co.uk

Dabei räumt Ahtisaari freimütig ein, dass man mit Werbung allein keinen Mobilfunk finanzieren kann und sucht jetzt nach Kooperationspartnern. Nächstes Jahr will sein Unternehmen auch in Deutschland starten. Ob es funktionieren wird? Wir wissen es nicht. Aber hinterher wollen ja immer alle die Propheten gewesen sein. Wir finden es gut, dass Ahtisaari eine Idee einfach ausprobiert, die andere für kompletten Wahnsinn halten. Dafür hätte er glatt einen Preis verdient. So wie sein Vater Martti Ahtisaari. Der hat gerade den Friedensnobelpreis bekommen. Nicht von schlechten Eltern, oder?

In unserem Business Space Center haben wir folgende Inhaltsstoffe für Blyk ermittelt:
40% Preis-DNA
40% Business-Querdenker
20% Value-Innovation

Linktipps
Blyk UK Homepage
About Blyk
Blog von Marko Ahtisaari
 

 

Backstage: Good Magazine

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 11/2008

Wir mögen Menschen wie Jonathan Greenblatt, den CEO der amerikanischen Zeitschrift „Good“. Bevor der Kalifornier das Ruder bei dem zweimonatlich erscheinenden Magazin zum Thema „gut leben und anderen Gutes tun“ übernahm, war er Vorstandsmitglied bei Starbucks, Berater der Regierung Clinton und Mitgründer der Wohltätigkeitsorganisation „Ethos Water“, die sich dafür einsetzt, jedem Kind weltweit zu sauberem Trinkwasser zu verhelfen – leider immer noch keine Selbstverständlichkeit. Uns gefällt, dass Jonathan immer wieder eigentlich ganz einfache, aber unschlagbar effektive Ideen hat, gesunden Geschäftssinn und Wohltätigkeit miteinander zu verbinden. Gutes tun und verdammt erfolgreich sein – er macht’s.

Ethos Water beispielsweise funktioniert nach dem Prinzip „Wasser gegen Wasser“. Der Kunde in einem Wohlstandsland kauft ein Mineralwasser im Premiumsegment, dafür wird Menschen in den Armutszonen der Erde zu sauberem Trinkwasser in derselben Menge verholfen.

Auch beim Magazin „Good“ fließt ein Teil des Umsatzes für den guten Zweck. Die Leser können nämlich selbst eine Wohltätigkeitsorganisation bestimmen, welcher der Betrag für das Jahresabo in Höhe von regulär 20 Dollar überwiesen wird. Und zwar vollständig. Wie das sein kann? Jeder, der mit Printmedien zu tun hat, weiß, dass die Verlage vom Anzeigengeschäft leben, nicht von den Abonnements.

Uns gefällt die Konsequenz, mit der Jonathan Greenblatt beim Magazin „Good“ eingefahrene Wege verlässt und betriebswirtschaftlich eigentlich längst sinnlosen Dingen wie Abopreisen einen neuen Sinn gibt. Dabei geht „Good“ sogar noch einen Schritt weiter. Zwar können die Leser erst ab 20 Dollar im Jahr an allen Events des Magazins kostenlos teilnehmen, aber im Grunde darf sich jeder aussuchen, wie viel ihm das Magazin wert ist. Ein Dollar im Jahr ist auch okay. Bloß dass praktisch niemand so wenig überweist. Eine Spende für den guten Zweck in dieser Höhe wäre ja auch mehr als peinlich. Dem Magazin gelingt es, auf der Basis dieses Vertrauens eine echte Community zu schaffen, die durch Blogs, Profiseiten im Netz und sogar regelmäßige Partys am Leben erhalten wird.

Sehr clever ist auch der neueste Streich von Jonathan Greenblatt, der ganz nebenbei zeigt, wie eine Vielzahl beruflicher Stationen irgendwann einen ganz eigenen Netzwerkeffekt haben kann. Der ehemalige Starbucks-Manager sorgte nämlich dafür, dass die Kaffeekette während des US-Präsidentschaftswahlkampfs einseitige Sonderausgaben der Zeitschrift, so genannte „Good Sheets“, in ihren Läden auslegte. Darauf fanden sich objektive Infos zu Kernthemen des Wahlkampfs. Das Ergebnis überzeugt: Politische Bildung plus Werbung sowohl für die Zeitschrift als auch den Kaffeeröster. So steigert man den Umsatz – und hinterlässt Spuren in der Gesellschaft. Warum kommen hierzulande „Stern“, „Spiegel“ & Co. eigentlich nicht auf solche Ideen?

In unserem Business Space Center haben wir folgende Inhaltsstoffe des „Good Magazine“ ermittelt:
Preis-DNA: 50%
Spurenmacher: 25%
Business-Querdenker: 25%

Linktipps
Good Magazin
Biografie: Jonathan Greenblatt

Ethos Water Homepage
 

 

InfraTherm – Energiespartechnik mit smartem Preismodell

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 4/2008

Bis zu 40 Prozent an Brennstoffkosten mit der richtigen Heizanlage einsparen? Das dürfte die Augen all jener Häuslebauer und -besitzer leuchten lassen, deren Heizkosten im vergangenen Winter den Gegenwert des Bruttosozialproduktes von Griechenland erreicht haben. Das einzige Problem: Bevor die Heizkosten eingespart werden, gilt es erst einmal, die alte Heinzanlage rauszuschmeißen und die Neue zu installieren. Und das kostest neben Zeit und Nerven vor allem eines - Geld. Genau hier setzt das neue Angebot des Energieversorgers Infra Fürth an.

Für einen monatlichen Pauschalbetrag ab 99 Euro übernimmt Infra Fürth die Investitionskosten, Planung und Montage der neuen Heizung. Endet die 15-jährige Laufzeit, erwirbt man das Eigentum an der Anlage. Das so genannte Rundum-Sorglos-Paket beinhaltet neben der regelmäßigen Wartung auch einen 24-Stunden-Notfall-Service, Reparaturkosten und Ersatzteile.

Der springende Punkt: Da sich mit der neuen Heizung bis zu 40 Prozent der Brennstoffkosten einsparen lassen, machen die Kunden spätestens dann ein Geschäft, wenn die Anlage abbezahlt ist. Diese Preis-DNA ist unkompliziert und transparent. Der Kunde zahlt neben der monatlichen Pauschale nur noch die Brennstoffkosten – und die sind dank modernster Technologie deutlich niedriger als bei veralteten Anlagen.

Querdenk-Chance

Mit dem 'InfraTherm'-Kontrakt setzt der Fürther Energieversorger bei einem nur allzu gut bekannten Kundenproblem an: den irre hohen Heizkosten. Und mit einem cleveren Preismodell bietet Infra Fürth eine Lösung – konkurrenzlos. Die Kunden bekommen neben energieeffizienter Wärme auch viel sorgenfreie Zeit, in der sie sich nicht um lästige Rechnungen kümmern müssen.

Akzeptieren auch Sie ungefragt das Preissystem Ihrer Branche? Dann ist es höchste Zeit, darüber mal nachzudenken...

 

 

GuestInvest – Geld verdienen, während andere schlafen

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 1/2008

Bislang war es doch so: Man reserviert sich ein Hotelzimmer und bezahlt den Übernachtungspreis. Doch es geht auch anders: Man kauft ein Hotelzimmer und lässt es, wenn man es nicht benötigt, von einem Betreiber weitervermieten. Die Mieteinnahmen werden dann zwischen Eigentümer und Betreiber geteilt.

Noch mal langsam: So genannte Buy-to-let-Hotelzimmer sind in Metropolen wie London der letzte Schrei. Trendsetter dort ist die Firma GuestInvest. Sie verkauft Räumlichkeiten an private Investoren, welche sie an 52 Tagen im Jahr selbst kostenfrei nutzen können. An den restlichen Tagen vermittelt GuestInvest die Zimmer an zahlende Kundschaft weiter. Die Einnahmen werden fifty-fifty geteilt.

Besonders bei viel reisenden Managern, die nur selten oder phasenweise einen fixen Rückzugsort in der Stadt brauchen, ist dieses Einnahmen-Beteiligungsmodell beliebt. Wer sein Zimmer nicht mehr braucht, kann es jederzeit wieder verkaufen – potentielle Käufer stehen in London Schlange.

Mit einem kleinen 20-Zimmer-Hotel im Londoner Stadtteil Notting Hill hat GuestInvest im Jahr 2004 begonnen. Mittlerweile unterhält das Unternehmen drei Standorte und hat fast 400 Zimmer verkauft.

Ach ja, der Preis: Ein Zimmer ist ab knapp 400.000 Euro zu haben. Das ist viel Geld, zahlt sich aber aus: Laut GuestInvest beträgt die durchschnittliche Rendite acht Prozent. Bereits im ersten Jahr garantiert GuestInvest mindestens 6 Prozent.

Querdenk-Chance

Hotelzimmer kaufen und weitervermieten – das ist die andere Form von Immobilienbesitz in der Stadt. Und eine hochinteressante Preis-DNA dazu: Für den Preis, den GuestInvest für ein einzelnes Zimmer verlangt, kann man hierzulande eine ganze Eigentumswohnung in bester Lage erwerben. Dass die Investition dennoch lohnt, beweist diese clevere Preis-DNA. Und was können Sie beweisen?
 

 

Quirin Bank

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 11/2007

Mit seinem Discount-Broker Consors war er 1999 ein Star am Neuen Markt. Nun mischt Karl Matthäus Schmidt mit einer Flatrate-Bank erneut die Branche auf. Seine Quirin Bank, benannt nach dem römischen Kriegsgott, soll den etablierten Großbanken der Branche das Fürchten lehren. Von denen hält Schmidt nämlich nicht allzu viel.

"Unser Konzept ist: Eine klare, transparente und ehrliche Bank, die nur von einer Seite bezahlt wird, nämlich vom Kunden", sagt Schmidt. Versteckte Gebühren, wie sonst üblich, "nervige Anrufe" von Anlageberatern, "unnötiges Umschichten" oder Ausgabeaufschläge gibt es bei der Quirin Bank nicht. Kunden der Quirin Bank zahlen lediglich eine monatliche Flatrate von 75 Euro. Das ist einfach und transparent.

Mutige Ansage: "Als erste Bank in Deutschland geben wir sämtliche offenen und versteckten Provisionen der Produkthersteller an unsere Kunden zurück." Schmidts "10 Gesetze des neuen Private Banking" legen Kunden, die mit ihrer Hausbank unzufrieden sind, einen Wechsel nahe. Hier eine Kurzfassung:

"Wir denken wirklich vom Kunden aus", sagt Schmidt. Billiganbieter ist er deshalb nicht. Die Flatrate summiert sich immerhin auf eine Jahresgebühr von 900 Euro, was sich erst ab Vermögen in sechsstelliger Höhe lohnt. Bei 100.000 Euro etwa fallen 0,9 Prozent Gebühr an. Schmidt rechnet mit bis zu 40.000 Kunden.

In einem "Härtetest" des Manager Magazin schnitt die Quirin Bank neben der Deutschen Bank übrigens bestens ab. Andere Vermögensverwalter rangierten weit abgeschlagen. Vor allem monierten die Tester zu hohe Gebühren und wenig überzeugende Anlagestrategien.

Querdenk-Chance

Kann man zweimal hintereinander eine Revolution schaffen? Noch dazu in der konservativen Bankenbranche? Karl Matthäus Schmidt ist überzeugt, dass das funktioniert und hat mit cleverer Preis-DNA "eine völlig neue Kategorie von Bank in Deutschland" etabliert.
Wie sieht es bei Ihnen aus? Könnte man in Ihrer Branche auch mit einem innovativen Preismodell die Branchengesetze neu definieren?

 

 

Kodak & OKI

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 6/2007

Aufgeklärte Kunden wissen Bescheid: Druckertinte gehört zu den weltweit teuersten Flüssigkeiten, teurer als edler Wein oder gutes Parfüm. Die quersubventionierten Geräte bekommt man hinterher geschmissen – zur Kasse gebeten wird man dann in kleinen, schmerzhaften Dosen beim Nachkauf der Patronen. Tinte und Toner sind sprudelnde Einnahmequellen der großen Hersteller wie HP, Canon oder Lexmark. Beim Branchenführer HP trug Druckerzubehör im vergangenen Jahr mehr zum Umsatz bei als die Sparten PCs oder Notebooks, und etwa die Hälfte zum Gewinn von 8,1 Milliarden Dollar.

2007 wird "das Jahr, in dem das Rasierer-Klingen-Modell stirbt", so Charles LeCompte von Lyra Research in Massachusetts. Zwei Beispiele für gelungene Preis-DNA bringen nun Farbe ins Spiel:

Kodak befindet sich derzeit in einem schmerzhaften Restrukturierungsprozess. Vom Einstieg ins Druckergeschäft erhofft sich das Unternehmen ähnlich konstante Cash Flows wie sie die Rollenfilme einst generierten. Wie ein falsch eingelegtes Dia stellt Kodak nun das branchenübliche Preismodell auf den Kopf: Die Drucker der EasyShare-Produktlinie kosten zwar etwa 50 Euro mehr als die Geräte der Konkurrenz, dafür ist die Tinte um bis zu 50 Prozent billiger. Um der Kundschaft diesen langfristigen Kostenvorteil im Unterhalt bieten zu können, setzt Kodak auf eine mit Hilfe der Nanotechnologie neuentwickelte Tinte, die sich besonders fein und deshalb sparsam auf dem Papier verteilt.

Mit der OKI Printer Flatrate ist man das lästige Nachbestellen beim Bürobedarf los. Zu einem monatlichen Fixbetrag werden Tinte und Toner bequem und binnen eines Werktags geliefert – ein echtes Alleinstellungsmerkmal am Markt. Ab einer monatlichen Flatrate von 25 Euro liefert OKI ausreichend Farbe für 500 Schwarzweiß- und 100 Farbdrucke. Je höher das Druckvolumen, desto geringer der Preis pro Seite. Bei den etwas teureren Tarifen der OKI Printer Flatrate Plus ist – man ahnt es – der Drucker inklusive.

Querdenk-Chance

Kodak und OKI brechen eine ungeschriebene Branchenregel: Kunden werden über niedrige Erstkosten angesprochen und das Geld wird dann über deren laufenden Ausgaben für die Druckertinte verdient. Doch dank des Vorstoßes von Kodak und Oki müssen sich nun auch die anderen Wettbewerber im Druckergeschäft Gedanken machen, wie sie diesen neuen Preismodellen begegnen können. Und was für das Druckergeschäft gilt, gilt auch für Sie: Welche Preismodelle werden in Ihrer Branche blind akzeptiert – und wie können Sie diese intelligent in Frage stellen?
 

 

Napster - Musik mieten statt kaufen

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 2/2007

Mit gut 70% beherrscht Apple derzeit ungefochten den Markt für digitale Musik. Der Rest ist hart umkämpft. Genau hier wird die Sache interessant – sind es doch meist Innovationen aus der zweiten Reihe, die Platzhirschen wie Apple früher oder später das Leben schwer machen...

Dieser Zeitpunkt scheint nun gekommen: Nach dem Siegeszug der "iTunes" in den Jahren 2004 und 2005, erlebte Apple im letzten Jahr einen dramatischen Umsatzeinbruch von 65%. Im gleichen Jahr wuchs Konkurrent "Napster" (mittlerweile legal und seit 2005 an der Börse) um 26% und verdoppelte die Anzahl seiner Kunden.

Napster verfolgt eine komplett andere Preisstrategie als Apple und bietet eine "Music Flatrate" für 9,95 Euro pro Monat an. Das ist billiger als eine CD und bietet Zugriff auf über 3 Millionen Songs bzw. 260.000 Alben im virtuellen Regal! Als Abonnent kann man so viel herunterladen wie man will (und anhören kann ;-). Allerdings ist die Musik nur gemietet: Endet das Abo, sind auch die Titel auf der Festplatte nicht mehr abspielbar.

Bei der mobilen Variante "Napster To Go" kann man für 14,95 Euro zusätzlich zu PC oder Laptop bis zu 3 tragbare Player mit Musik volltanken. Übrigens sind fast alle Geräte, die derzeit auf dem Markt sind, Napster-kompatibel. Und auf der letzten Cebit in Hannover waren es vor allem neue Generationen von Musikhandys, die mit immensen Speicherkapazitäten als Indikatoren für einen zukunftsträchtigen Massenmarkt für Flatrate-Abos dienen. Während Apple die Kooperation mit fremden Herstellern scheut, ist Napster mit Mietmusik bereits Marktführer.

Querdenk-Chance

"Der Erfolg gibt uns recht: Wir haben mit unserem Angebot den Zeitgeist voll getroffen", so Thorsten Schliesche, General Manager und Vice President von Napster Deutschland. Im Kielwasser setzt die Konkurrenz nun ebenfalls auf die Flatrate als Preismodell – die Telekom mit "Musicload", MSN und debitel in Kooperation mit Jamba.

Ob Leasing, Carsharing, DVDs aus der Videothek oder On-Demand-Dienstleistungen – temporäre Nutzungsmodelle gehören längst zum Alltag. Besonders Flatrates bedeuten dabei ein mehr an Flexibilität und Freiheit, weil weniger Kaufentscheidungen zu treffen sind. Auch, wenn es sich jeweils nur um 99-Cent-Beträge handelt.
Was bedeutet das für SIE? Immer wieder Ihr herkömmliches Preismodell auf den Prüfstand zu stellen und sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wie Sie es neu erfinden können...
 

 

Slate Reinigung

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 12/2006

Ein lang gehütetes Geheimnis besagt, dass Moses vom Berg Sinai nicht nur die Zehn Gebote mitbrachte, sondern auch das weltweit geltende Grundgesetz der Chemischen Reinigungen: "Du sollst Deinen Service immer pro Kleidungsstück abrechnen!"

Und so kommt es, dass man für die Reinigung einer Hose 4,50 Euro, für den Faltenrock 5,00 Euro und den Popeline-Mantel 12,00 Euro bezahlt. Dieses ungeschriebene Branchengesetz hat die New Yorker Reinigung "Slate NYC Inc." erfolgreich in Frage gestellt: Dort zahlt man einen monatlichen Festpreis, ähnlich einer Flatrate und kann dafür im Monat so viele Kleidungsstücke reinigen und waschen lassen, wie das Herz begehrt.

In dem monatlichen Festpreis sind folgende Services eingeschlossen:

Kein Stress – Die Kleider werden von zuhause abgeholt und auch wieder dorthin geliefert. Termine können persönlich oder online vereinbart werden.

Kein Sortieren – Bei Anmeldung bekommt man per Post einen Wäschesack zugeschickt, in den alles reinkommt. Für welche Stücke Kalt-, Bunt- oder Handwäsche nötig ist und welche Teile chemisch gereinigt werden, entscheiden Experten.

Ökologische Reinigung – An die Fasern kommen statt dem gängigen, aber aggressiven Perchlorethylen nur biologisch abbaubare Substanzen. Das ist gut für Umwelt und Haut.

Rebranding – Die sauberen Klamotten kommen in stylischer Tasche und in feines Papier gewickelt zurück, als hätte man sie eben erst gekauft. "Es scheint, wir wären ein Reinigungsunternehmen, aber in Wahrheit sind wir ein Fashion Label."

Mit seinem ungewöhnlichen Preiskonzept und den zusätzlichen Servicen ist Slate äußerst erfolgreich. Und das bei einem Preis von 236 USD (ca. 175 Euro) pro Monat. Da sage noch jemand, Geiz sei geil…

Querdenk-Chance

Vergleichen wir Slate doch einmal mit dem Service und der Innovationskraft unserer heimatlichen Reinigung. Dort heißt es: "Pulli 5,00 Euro, bis maximal 18 Uhr geöffnet, frühestens am Samstag fertig, Parkplatz Ihr Problem." Eine fixe monatliche Pauschale von 175 Euro? Funktioniert hier nicht.
Ach – und eine Frage noch: Welches Preismodell hatte Moses für Ihre Branche dabei?

 

 

Altersvorsorge für Künstler

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 6/2006

Künstler zählen eher nicht zur Klientel von Vorsorgeversicherern. Klar, den meisten fehlt schlicht das nötige Geld, um große Summen in ihre Altersvorsorge zu investieren. Geldknappheit seiner Kunden ist aber noch lange kein Hindernisgrund für kreative Querdenker wie Dan Galai, den Mitbegründer des Finanzdienstleisters MutualArt mit Sitz in New York.

Galai hat den Artist Pension Trust (ATP) ins Leben gerufen, der Künstlern die Chance bietet, für ihre Rente zu sorgen, ohne Geld einzuzahlen. Stattdessen gibt jeder am Fonds beteiligte Künstler innerhalb von 20 Jahren 20 Werke an den APT ab.

Der APT verwaltet die Werke der Künstler und gestaltet deren Marktwert aktiv mit: Leihgaben einzelner Stücke an Galerien oder ganze APT-Ausstellungen sollen helfen, die Künstler national und international zu etablieren.

Sehen die Kuratoren des Fonds den Zeitpunkt für die Veräußerung eines Werkes gekommen, gehen 40% des Erlöses an den Künstler, 20% an den Fond und der Rest wird unter den anderen beteiligten Künstlern aufgeteilt. So profitieren die Künstler vom eigenen Erfolg, tragen aber auch zur Rente ihrer Kollegen bei. Die Dividenden des Fonds werden alle fünf Jahre ausgeschüttet.

APT-Fonds gibt es mittlerweile in allen großen Kunstmetropolen dieser Welt, von London über Los Angeles bis Beijing und Bombay.

Querdenk-Chance

Der Artist Pension Trust knüpft an die in Künstlerkreisen übliche Tradition an, mit Naturalien statt Geld zu bezahlen. Wann mit dieser Einzahlungsmethode hohe Summen gehandelt werden, ist nur eine Frage der Zeit.

Kleines Rechenbeispiel: Der APT in Berlin nimmt jährlich etwa 50 neue Künstler auf. Nach 10 Jahren verfügt die Sammlung über 2750 Werke. Würde jedes Werk für nur 1.000 Euro verkauft werden, und berücksichtigte man die 10 weiteren Fonds weltweit, dann sind die Dimensionen klar. Und das quasi ohne Geld!

 

 

LTU Biet & Flieg

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 5/2006

Mittlerweile bietet fast jede Fluggesellschaft Sonderangebote auf ihrer Website. Und logischer Weise bestimmt auch die Airline diese Sondertarife – wer denn sonst? Wie wäre es, wenn der Kunde den Preis seines Flugtickets selbst bestimmen könnte? Verrückt – oder ein cleveres Geschäftskonzept?

Bei LTU kann der Kunden tatsächlich den Preis seines Flugtickets selbst bestimmen, indem er ein Preisgebot abgibt. "Biet & Flieg" heißt die besondere Form der Buchung. Der Kunde gibt die Reisedaten für seinen gewünschten Flug und den Flugpreis ein, den er maximal zahlen möchte. Dann heißt es abwarten: Nach spätestens 24 Stunden erfahrt der Bietende dann, ob er den Zuschlag für sein Preisangebot erhalten hat.

Ein cleveres Konzept:

1) Biet & Flieg hat eine spielerische Komponente a la eBay, die gerade auf Konsumenten eine große Anziehungskraft ausübt.

2) LTU kann die Auslastung seiner Flugzeuge optimieren und dabei die maximale Zahlungsbereitschaft der Kunden abschöpfen. Dieses Vorgehen ist cleverer als ein vom Unternehmen festgelegter Aktionspreis: Für einen Flug nach New York zum Sonderpreis von 390 Euro wird niemand auch nur einen Cent mehr ausgeben. Wenn ein Kunde aber der Überzeugung ist, dass 490 Euro auch ein echtes Schnäppchen wären, gewinnt LTU 100 Euro.

Clevere Lösungen liegen manchmal in einem einfachen Twist: LTU scheint ein großzügiges Angebot zu machen ("Nennen Sie und doch Ihren Preis") und macht damit auch noch seine Kunden glücklich ("Ich habe mir einen Superpreis bei LTU ersteigert…").

 

 

e.l.f. Cosmetics

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 12/2005

Dass Sonnencremes von Discountern in Tests regelmäßig genauso gut oder sogar besser abschneiden als die (vermeintlich) hochwertigeren Luxusmarken, ist bemerkenswert. Gute Pflege, so scheint es, muss nicht teuer sein.

Zwei Jungunternehmer aus Amerika gingen noch einen Schritt weiter: Sie verkaufen Kosmetika für nur 1 Dollar pro Stück – jeder Artikel, egal ob Lippenstift, Mascara oder Augenbrauenstift. Und sie versetzen mit diesem neuen Preismodell die gesamte Branche in Aufruhr.

Der erst 23-jährige Mitbegründer von "e.l.f. Cosmetics", Joey Shamah, vertritt eine interessante Philosophie: "Jede Frau sollte die Möglichkeit haben, von innovativen Produkten zu profitieren, ohne ihr Budget dafür ruinieren zu müssen."

Mit "Geiz ist geil" hat das wenig zu tun. Der Auftritt von e.l.f. macht angefangen von der Verpackung bis hin zur Website einen hochwertigen Eindruck und sorgt damit sogar in Frauenmagazinen weltweit für Aufsehen - kostenlose PR von unbezahlbarem Wert inklusive! Und noch etwas: Nur natürliche Inhaltsstoffe kommen in die Tube und das Glas und natürlich sind die Produkte frei von Tierversuchen – the Body Shop lässt grüssen.

Querdenk-Chance

Nur ein paar Prozent billiger zu sein als die Konkurrenz fordert keine radikale Innovation! Richtig große Sprünge machen Sie nur, wenn Sie sich die folgenden Fragen stellen: Was würde passieren, wenn ich den Preis meiner Produkte radikal senke (z.B. auf 1 Dollar so wie im Beispiel von e.l.f.) oder radikal erhöhe (z.B. 60 Dollar für eine Klobürste zu verlangen, so wie Alessi es tut).

Dieses radikale Infragestellen des branchenüblichen Preismodells macht den Raum frei für wirklich bahnbrechende neue Ideen - die Preis-DNA. Und im Fall von e.l.f. Cosmetics bleiben sogar 20 Prozent der Einnahmen für wohltätige Zwecke übrig: Hurricane Opfer, Rotes Kreuz und vor allem Krebsforschung. Bei 7 bis 10 Mio. USD Umsatz ist das nicht wenig.

 

 

Norwich Union - Versicherung nach Bedarf

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 7/2005

Manchmal liegt die Querdenk-Chance auf der Straße: Wenn neun von zehn Autobesitzern sich wünschen, ihre Versicherungsprämien nutzungsabhängig zu zahlen – so wie Strom oder Gas - sollte eigentlich klar sein, wohin die Reise geht! Weg von undurchsichtigen Prämienkalkulationen, hin zu mehr Transparenz und nutzungsabhängigen Tarifen.

"Pay As You Drive" ist die Antwort der britischen Norwich Union Insurance; Großbritanniens größtem Versicherer für Privathaushalte.

Das Prinzip: Ein Fahrdatenspeicher im Auto übermittelt die gefahrenen Kilometer per GPS an die Versicherung. Das erinnert irgendwie an Toll Collect, arbeitete beim Pilotversuch mit 5000 Fahrzeughaltern allerdings fehlerfrei – und das bei über 12 Millionen Datentransfers täglich! Der Vorteil für den Versicherungsnehmer: Er zahlt eine individuelle Versicherungsprämie, die sich danach richtet, wann, wo und wie oft er sein Fahrzeug nutzt. Vor allem für Gelegenheitsfahrer und solche, die keine weiten Strecken zurücklegen, ist dieses Preismodell ein echter Durchbruch.

Die Autofahrer profitieren zudem von praktischen Serviceleistungen wie Unfall-Soforthilfe und Routenplanung in Echtzeit. Eine weitere Innovationsidee von Norwich Union Insurance: Benutzt man das Auto an verkehrsarmen Tagen, sinkt die Versicherungsprämie wegen der geringeren Unfallgefahr.

Querdenk-Chance

Man braucht Mut, etablierte Preismodelle zu hinterfragen. Aber es zahlt sich aus! Fragen, die Ihnen beim Querdenken helfen: "Warum berechne ich mein Preise so und nicht anders?" oder "Gibt es für meine Kunden bequemere Arten zu zahlen?".

Hilfreich ist auch der Blick auf Preismodelle in anderen Branchen. Stichwort Telekommunikation: Nutzungsabhängige, sekundengenaue Abrechnung ist dort schon lange die Regel. Gleiches gilt für Verträge mit Freiminuten, Wochenendtarife oder Zahlungsmöglichkeiten von Münzeinwurf über Bankeinzug bis zu Prepaid- und Kreditkarten... Die Frage, die Sie sich stellen sollten: Was können Sie von Preismodellen anderer Branchen lernen und wie können Sie damit überlegenen Kundennutzen schaffen?

 

 

Ibis Hotels & Wagner's Hotel Tannenhof

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 1/2005

Ibis Hotels: "Zahlen Sie doch, was Sie wollen" hieß eine vierwöchige Aktion der Hotelkette IBIS. Und tatsächlich konnten die Kunden ihren Übernachtungspreis selbst bestimmen. Etwa zehn Prozent der Hotelgäste nutzen das Angebot auch aus und übernachteten zum Nulltarif. Die meisten Gäste waren jedoch fair und zahlten etwa 40 Euro pro Übernachtung. Eine Summe, die sich durchaus mit den üblich kalkulierten Preisen von 42 bis 47 Euro deckte. Allerdings war die Auslastung während der Aktion deutlich höher als in den übrigen Monaten, so dass IBIS noch nicht einmal Umsatz- oder Gewinneinbussen hinnehmen musste.

Gewonnen haben aber nicht nur die Kunden: Für IBIS gab es kostenlose PR und viele Neukunden. Die Auswertung der ausgelegten Fragebögen ergab, dass etwa 20 Prozent der zufriedenen Gäste während der Aktionswochen zum ersten Mal in der Hotelkette übernachtet hatten.

Wagner's Hotel Tannenhof: Auch der Hotelier Klaus-Werner Wagner vertraut seinen Kunden. Und das nicht als Aktion, sondern als Dauereinrichtung. Sein Hotelbetrieb Wagner's Hotel Tannenhof ist derzeit das einzige Hotel Deutschlands mit Richtpreisen innerhalb der ersten drei Tage des Aufenthaltes. Wie ist das zu verstehen? Ganz einfach: Zufriedene Gäste zahlen gern die angegebenen Richtpreise. Sollten sie aus irgendeinem Grund nicht mit der Leistung einverstanden sein, so dürfen sie den Übernachtungspreis frei bestimmen.

Querdenk-Chance

Gehen Sie neue Wege und lassen Sie die Kunden den Preis bestimmen: IBIS und das Hotel Tannenhof zeigen, wie man damit viel PR und neue Kunden gewinnen kann. Und keine Sorge: Wenn Sie Kunden von Ihrem Leistungsangebot begeistern konnten, bauen Sie automatisch eine Hemmschwelle gegen Knauserigkeit auf. Die Kaufentscheidung wird auf die Ebene des Nutzens verlagert und der Preis dient nur noch als Zusatzinformation, nicht jedoch als kaufbestimmendes Kriterium.

 

 

Unternehmensberatung zum Pauschalpreis

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz

Das IBF Institut für Betriebsführung AG, eine Unternehmensberatung für mittelständische Unternehmen, stellt nicht wie üblich Tages- oder Stundensätze für die in Anspruch genommenen Beratungsleistungen in Rechnung. IBF verlangt von seinen Auftraggebern eine Monatspauschale, die sich nach der Anzahl der Mitarbeiter richtet. Mit dieser kalkulierbaren Pauschale sind die Beratungsleistungen, die während eines Monats anfallen, pauschal abgegolten.

Das ist aus der Sicht der Kunden eine gute Idee, denn sie haben eine fest kalkulierbare Größe und müssen nicht auf "böse Überraschungen" am Monatsende in Form von dicken Beraterrechnungen gefasst sein.

Auch steht ihnen der gesamte Beraterpool rund um Betriebswirtschaft, Marketing, Vorsorge, Personalwesen und Finanzierung zur Verfügung: Keine Notwendigkeit also, für jede neue Fragestellung einen eigenen Beratervertrag abzuschließen. Alles in allem bedeutet das Preismodell eine größere Preissicherheit und Bequemlichkeit für die mittelständischen Kunden.

Aber auch für das IBF rechnet sich dieses Preismodell. So ist die Bindung der Kunden an das Unternehmen sehr hoch, die Einnahmen für die kommenden Monate können gut prognostiziert werden und man profitiert zudem durch hohe Kundenzufriedenheit, da das Modell als "fair" empfunden wird.

Querdenk-Chance

Das IBF-Modell zeigt noch etwas Wichtiges: Wenn wir darüber sprechen, das Preismodell unserer Branche in Frage zu stellen, geht es nicht darum, sich gegenüber der Konkurrenz zu positionieren, sondern darum, den Wettbewerbern auszuweichen. Dieses Vorgehen basiert auf der Idee, keinen frontalen Angriff über den Preis zu führen, sondern das Spielfeld einfach zu verlagern.

 

 

Kuh-Leasing / Anwalt per Minute / Waschmaschine per Waschladung / ...

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz

Sie haben richtig gelesen: Bei immer mehr Bauern kann man seine Kuh leasen. Für eine Leasinggebühr von 380 Schweizer Franken wird man für die Dauer eines Sommers zum Bergbauern auf der Alp Tschingelfeld. Je nach Leistungsvermögen der Kuh ergeben sich weitere Produktionskosten wie der Melklohn von 0,40 Franken pro Liter und die Kosten für die Käsezubereitung von maximal 0,75 Franken. Der Ertrag der eigenen Kuh wird in erstklassigem Alpenkäse ausbezahlt.

Anwalt per Minute

Umstritten, aber existent: Der Bundesgerichtshof hat den Betrieb von Anwalthotlines zugelassen, unter anderem weil ein Bedarf der Bevölkerung an spontaner telefonischer Beratung über Rechtsfragen des Alltags nicht zu verkennen sei. Und so gibt es nun in Deutschland Anwalthotlines, die Rechtsfragen zum Thema Verkehrsrecht, Mietrecht, Arbeitsrecht, Familienrecht oder Erbrecht am Telefon beantworten. Die Gesamtkosten des Dienstes richten sich nach der Dauer des Gesprächs (etwa 1,90 Euro pro Minute). Die Kosten werden über die Telefongesellschaft des Anrufers im Rahmen der normalen Telefonrechnung eingezogen.

Waschmaschine per Waschladung

Beim italienischen Waschmaschinenhersteller Merloni müssen Kunden bei den teuren High-End Maschinen nicht mehr die Waschmaschine kaufen, sondern leisten nur noch eine monatliche Zahlung, die von der Nutzungshäufigkeit der Maschine abhängt. Um Aufstellung und Wartung der Waschmaschine muss sich der Kunden nicht mehr kümmern. Mit diesem innovativen Preismodell schafft es das Unternehmen, auch teure Geräte zu vermarkten, die beim normalen Kauf zu Preisen von über 2.000 Euro keinen Absatz finden würden.

Leihwagen für 1 Euro

Wer sagt denn, dass Mietwagen immer vom Mieter gezahlt werden müssen? Die Firmen Laudamotion und MaxHopp bieten Smarts für eine Mietgebühr von einem Euro pro Tag. Die Idee hinter diesem Preismodell: Die Smart-Flotte ist mit Werbung beklebt und die werbenden Unternehmen übernehmen im Prinzip die Wagenmiete.

Das Besondere daran ist auch, dass es keine Kilometerbegrenzung nach oben gibt – wohl aber nach unten. Eine gewisse Anzahl von Kilometern ist Pflicht, um die Werbung entsprechend spazieren zu fahren.

 

Förster & Kreuz sind Management-Vordenker einer neuen Generation.
Leidenschaftlich, kämpferisch und erfrischend bringen sie Führungskräfte und ihre Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.