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LOW INCOME - HIGH POTENTIAL
Erschließen Sie neues Potenzial für zukünftige Geschäfte in den neuen Mega-Märkten.

Viele Unternehmen konzentrieren sich in ihrer Suche nach neuen Absatzmärkten auf die hoch entwickelten Industrienationen. Sie verwenden all ihre Kraft darauf, ihren Marktanteil in diesen Märkten zu halten und auszubauen. Doch dieses Ziel ist in den Märkten, die längst müde und satt sind, nur sehr mühsam zu erreichen.

Potenzial für zukünftige Geschäfte gibt es jenseits der Massenmärkte der entwickelten Welt. Menschen in den neuen Mega-Märkten wie Brasilien, Indien oder China sind die größte Zielgruppe der Welt - 4 Milliarden Menschen warten darauf, mit cleveren Ideen als Zielgruppe erschlossen zu werden. Doch die Erschließung dieser Märkte braucht eine andere Herangehensweise: Der bloße Export der heimischen Standard-Produkte mit denselben Methoden, die in den entwickelten Märkten angewendet werden, funktioniert nicht.

Ihre Chance

Um diese Märkte erfolgreich zu erschließen, bedarf es einer Strategie, die auf die Belange dieser Kunden eingeht. Clevere Business-Querdenker wählen deshalb einen anderen Weg: Sie entwickeln eigene Distributions-, Verpackungs-, Preis- und Finanzierungsformate, um sich damit den veränderten Umfeldbedingungen in diesen Märkten anzupassen. So kann beispielsweise das Manko eines fehlenden Distributionsnetzes durch den Einsatz von Kleinsthändlern oder Straßenverkäufern ausgeglichen werden.

 

Shoktidoi – Da ist für Danone mehr drin, als nur Joghurt

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe12/2007

"Die Milch macht's." Mit diesem Slogan wirbt die heimische Milchwirtschaft für das wohl gesündeste Getränk überhaupt. Auch in China propagiert die Regierung massiv das Milchtrinken – mit neidischem Blick nach Japan. Dort ist der Pro-Kopf-Milchkonsum viermal höher – weshalb die Japaner auch größer und erfolgreicher seien...

Szenenwechsel. In Bangladesch brachte Danone im vergangenen Jahr den mit Nährstoffen angereicherten Joghurt "Shoktidoi" auf den Markt. Der an Vitaminen, Proteinen, Kalzium, Eisen, Zink und Jod reichhaltige Joghurt ist speziell für unterernährte Kinder gedacht. 80 Gramm Shoktidoi kosten umgerechnet nur 6 Cent, was sich angeblich sogar die Ärmsten der Armen leisten können.

Langfristig wird Danone von Shoktidoi aber massiv profitieren. Das Unternehmen erobert einen unterschätzten Massenmarkt, clever und vor allem sensibel: Shoktidoi wird von etwa 50 Menschen vor Ort mit regionalen Zutaten produziert. Um eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern, kooperiert Danone mit der Grameen Bank von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus (siehe Business-Backstage-Report Nummer 58 und 61). Mit Mikrokrediten soll die Anschaffung von Kühen leistbar werden.

Vertrieben wird der Joghurt hauptsächlich von Frauen im Direkt-System, was etwa 1.600 Menschen im Umkreis von 30 Kilometern um die Fabrik ein regelmäßiges Einkommen sichert. 50 weitere Produktionsstätten will Danone in den kommenden zehn Jahren errichten. Auch soll das Konzept in andere Entwicklungsländer exportiert werden, vor allem nach Afrika. Muhammad Yunus: "Es ist ein Traum, an dessen Verwirklichung niemand geglaubt hat."


Querdenk-Chance

C.K. Prahalad bringt es in seinem lesenswerten Buch Der Reichtum der Dritten Welt auf den Punkt: Wenn wir aufhören, an die Armen als Opfer oder als Belastung zu denken und anfangen, sie als kreative Unternehmer und wertbewusste Verbraucher zu erkennen, erschließt sich eine ganz neue Welt an Möglichkeiten.

Auch wenn bei dieser Aussage alle Gutmenschen und Kapitalismushasser empört aufschreien mögen: Es gibt Geld in den Entwicklungsländern wie Bangladesch und ihre Märkte sind entwicklungsfähig. Allerdings sind unkonventionelle Ideen wichtig, um dieses Marktpotenzial zu erschließen - marginale Änderungen zu bestehenden westlichen Produkten sind nicht ausreichend. Also, wo ist Ihre Idee für die Erschließung dieser Märkte?

 

 

Allianz - Scharia-Versicherungen in Indonesien

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 10/2006

Im Indonesischen Banda Aceh, wo vor 2 Jahren der Tsunami gewütet hat, startete die Allianz ein interessantes Joint-Venture: Sie bietet Scharia-konforme Policen an. Das besondere daran ist, dass das Produkt ganz an das Islamische Recht angepasst ist.

Takaful (Garantie), wie die Scharia-konforme Versicherung auch genannt wird, beachtet das Verbot von Zinsen und Wetten im Islam. Und sie basiert auf dem Gemeinschaftsprinzip: Eine Gruppe von Menschen investiert gemeinsam in einen Fonds und teilt sich damit das Risiko und üblicherweise auch die Gewinnausschüttung. Die Fonds müssen vom zuständigen Gremium islamischer Rechtsgelehrter akzeptiert werden.

"Indonesien ist das größte Islamische Land der Welt, doch nur 3% der Bevölkerung sind versichert. Das Wachstumspotenzial ist also gewaltig", sagt Jens Reisch von der PT Asuransi Allianz Life. Der Marktanteil von Scharia-Versicherungen liegt weltweit noch unter 1%, stieg aber letztes Jahr um 28%. In 20 Jahren sollen sie etwa 20% ausmachen.


Mikroversicherungen in Indien

Auch in den Tsunamigebieten in Südindien ist die Not noch immer groß. Hier bietet die Allianz in einer Public-Private-Partnership mit der Hilfsorganisation "CARE International" Mikroversicherungen an: Bauern, Handwerker oder Kleinstunternehmer sollen sich künftig gegen Unfall, Krankheit und Naturkatastrophen versichern können. Für 20 Cent pro Monat können sie ab 2007 in eine Lebensversicherung einzahlen.

Klingt nach wenig, aber selbst kleine Beträge können in einer Notsituation die Probleme lindern. Das gemeinsame Ziel von Allianz und CARE: "Nach einer verheerenden Katastrophe wie dem Tsunami ist es sehr wichtig, den Menschen wieder ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Andernfalls entwickeln sie keine langfristige Perspektive für ihr Leben", so Geoffrey Dennis, CEO von CARE International.
 

Als Feldforscher in Sachen Ethno-Marketing will die Allianz überdies beweisen, dass Micro Insurance ein tragfähiges Geschäftsmodell ist. CARE International bringt dabei Erfahrungen mit Mikro-Finanzierungsmodellen für indische Frauen ein sowie aus der Entwicklungsarbeit in über 70 Ländern. "Die Allianz ist unserer Meinung nach der richtige Partner. Sie wird einer der wenigen internationalen Player sein, die sich auf diesen Markt einlassen, und diese sehr spezifische Zielgruppe gut verstehen lernen."

Querdenk-Chance

So wie "Islamic Banking" für westliche Großbanken zur Eintrittskarte in den Mittleren Osten (vor allem in die reichen Ölstaaten wie Saudi Arabien) wurde, so gilt es auch in der Versicherungsbranche, kulturelle Besonderheiten zu respektieren. Hat man diese Lektion gelernt, öffnet sich ein neuer, riesiger Zukunftsmarkt. Die Scharia- und Mikroversicherungen werden in der Konzernbilanz erst mal nicht auffallen. Doch wenn der Aufschwung kommt (und davon sind wir überzeugt!), wird die Allianz mit ihrem gesamten Portfolio schon vor Ort etabliert sein.

 

 

Microsoft

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 3/2006

Auf der Suche nach neuen bis dato unerschlossenen Märkten geht Microsoft nach Indien, aufs Land. Und zwar dorthin, wo Geld knapp und Computer eine Seltenheit sind. Brauchen indische Landwirte dort etwa MS-Office-Pakete?

Natürlich nicht. Vielmehr geht es hier um die Entwicklung eines riesigen, zukunftsträchtigen Marktes, dessen Potential unterschätzt wird!

Unter dem Slogan "Saksham" (Selbständigkeit) will Microsoft in den nächsten 3 Jahren 50.000 IT-Stationen abseits der großen Städte errichten. Diese Infotheken bieten Services, die speziell auf die Bedürfnisse der Landbevölkerung ohne Computer zugeschnittenen sind: Internetdienste, elektronische Behördengänge sowie Ratgeber über Gesundheit, Astrologie und Viehzucht. Computerkurse und Lernprogramme sollen Weiterbildung und somit den Anschluss ans Informationszeitalter ermöglichen.

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht - dieses 1,7 Milliarden Dollar Projekt ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung, sondern ein cleveres Franchisesystem von Microsoft. Mit den IT-Stationen soll Geld verdient werden.

Und das funktioniert so: Microsoft verlangt vom zukünftigen Betreiber rund 25.000 Dollar pro Kiosk, je nach Infrastruktur und Softwareausstattung. Um das Geld für diese Anfangsinvestition aufzubringen, hilft die State Bank of India mit günstigen Krediten. Ab dann verdient der selbständige Unternehmer an den nachgefragten IT-Diensten und Schulungen.

"Bis jetzt waren Informationstechnologien Symbol des sozialen Aufstiegs. Aber wir glauben, dass sie auch zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen können", so Neelam Dhawan, Managing Director bei Microsoft India.

Querdenk-Chance

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Deswegen bemüht sich Microsoft, als erster diesen neuen Markt aufzurollen. Mehr als 50 Prozent der Landbevölkerung will Microsoft mit "Saksham" erreichen. Mit Standardprodukten - zu entsprechenden Preisen - wäre das unmöglich. Aber mit einem passenden Konzept lässt sich sogar der indische Low-Income Markt erobern.

 

 

Hewlett Packard

Quelle: Business Backstage Report von Förster & Kreuz, Ausgabe 5/2005

Neue Märkte in Schwellenländern erschließen: Hewlett-Packard hat sich dafür gleich einen ganz harten Brocken ausgesucht: Der indische Bundesstaat Andrah Pradesh, der in den vergangenen Jahren von einer nicht endenden Dürre heimgesucht war, dazu nur über ein sehr unzuverlässige Stromversorgung verfügt und wo man in den Dörfern die Wunder der Technik in Form von Computern oder digitaler Fotografie nur vom Hörensagen kennt.

Und dennoch hat genau diese Technik eine ganz neue Art von Jobs und einen neuen Absatzmarkt für Hewlett Packard geschaffen. Das Unternehmen stattet junge Frauen und Männer mit einem Rucksack aus, in dem sich Digitalkamera, mobiler Drucker und ein Solarladegerät befinden. Mit dieser Ausstattung ziehen die "digitalen Wanderarbeiter" von Dorf zu Dorf. Sie fotografieren Babys, Hochzeiten und andere stolze Momente des Dorflebens. Der Preis für ein Foto plus Ausdruck auf dem mobilen Printer beträgt umgerechnet rund 0,7 Dollar. Ein Betrag, der für die Familien in den Dörfern leistbar ist - eine eigene Kamera hingegen wäre unvorstellbar.

Die digitalen Wanderarbeiter mieten das Equipment für umgerechnet 9 Dollar pro Monat und tragen mit diesem neuartigen Geschäft zum Familieneinkommen bei. HP’s Strategie? "Wir machen Experimente. Wir probieren etwas und lernen daraus"“, sagt Anand Tawker, HP’s Beauftragter für die Entwicklung von Produktideen für Märkte in Schwelleländern.

Querdenk-Chance

Low Income - High Potential ist eine echte Chance für Business-Querdenker und für SIE! Die Kernidee: Produkte und Services, die eigentlich für die potenziellen Kunden in den neuen Mega-Märkten Asiens und Südamerikas nicht leistbar sind, in kleine Portionen aufsplitten und so ganz neue Kundengruppen erschließen - das gilt sowohl für Konsumgüter- wie auch für Industriegütermärkte. Wichtig dabei: Der Markenname muss in diesem Prozess stets im Zentrum stehen.

Wenn potenzielle neue Kunden gern Ihr Leistungsangebot kaufen würden aber nicht die finanziellen Mittel besitzen, ist es an Ihnen, über neue Portionierungen nachzudenken, die Ihr Angebot für diese Kunden leistbar machen: Denken Sie nach über Mini-Portionen, Mini-Darlehen, Leasing, Produktbündelung oder Wiederverkauf. Das erschließt Ihnen neue Zielgruppen, neue Umsatzquellen und legt die Grundlage für ein Markenbewusstsein bei Kunden, die zukünftig aufgrund weiter steigenden Einkommens immer interessanter werden.

 

Förster & Kreuz sind Management-Vordenker einer neuen Generation.
Leidenschaftlich, kämpferisch und erfrischend bringen sie Führungskräfte und ihre Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.