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PRODUKT-DNA
Hinterfragen Sie gängige Produktkonzepte und eröffnen Sie vollkommen neue Spielräume für innovative Leistungsangebote!

James Dyson: Der Mann, der den Staubsauger neu erfunden hat
Egal, in welcher Branche wir tätig sind,
wir können jedem jederzeit genau erklären, warum unser Produkt
oder Serviceangebot so ist, wie es ist und vermutlich auch,
warum es nicht anders sein kein.
Bestätigt werden diese scheinbar unumstößlichen Prinzipien durch
die Wettbewerber, die sich ebenfalls an diese
Produktkonventionen halten. Viel Raum für wirklich neue Ideen
gibt es nicht, denn die meisten Angehörigen einer Branche sind
auf die gleiche Weise blind – sie achten alle auf die gleichen
Dinge und sind den gleichen Dingen gegenüber blind.
Dieses "Branchenwissen" bestimmt aber auch die Bandbreite und
die Wahrscheinlichkeit des Handelns. Es stellt den Rahmen für
das innovative Denken einer Firma dar und für die Art der Ideen,
die überhaupt als zulässig angesehen werden.
So wird der Blick auf die Welt durch die Brille der eigenen
Branche, die Akzeptanz der vermeintlich unumstößlichen
Branchenregeln und alle damit zusammenhängenden Auffassungen und
Meinungen zu einer Art intellektuellen Zwangsjacke, die die
Wahrnehmungsfähigkeit auf einen bestimmten Ausschnitt der
Wirklichkeit beschränkt.
Ihre Chance
Stellen Sie das Produktkonzept in Frage! Der Trick – und der ist
für Insider viel schwerer, als es sich anhört – ist es, die
geistigen Fesseln der branchenüblichen Auffassung über das
Produktkonzept zu sprengen und sich zu fragen "warum ist das
eigentlich so?" und "muss das tatsächlich so sein?"
Vergessen Sie also alles, was Sie bisher über Ihr Produkt
wussten! Hinterfragen Sie gängige Produktkonzepte und eröffnen
Sie sich so vollkommen neue Spielräume für Innovationen!
Querdenk-Praxis
James Dyson ist der Mann, der den
Staubsauger neu erfunden hat. Hätte er die vorgefertigten
Auffassungen darüber, wie ein Staubsauger zu funktionieren hat,
verinnerlicht, hätte er sich vermutlich niemals an die Aufgabe
gewagt. Er hätte das gedacht, was alle anderen denken: "Wenn ein
besserer Staubsauger möglich wäre, dann hätten Miele, Siemens
oder Electrolux ihn doch schon längst erfunden."
Doch
für Dyson war die Tatsache, dass sich niemand zuvor an die
Neuerfindung des Staubsaugers gewagt hatte, kein Hindernis,
sondern vielmehr eine offene Einladung! Und Dyson verfügt über
eine weitere wichtige Eigenschaft, die Business-Querdenker
auszeichnet: Er ist ein rastloser Geist, dem der Status Quo oft
ein Gräuel ist. So hat Dyson sich darüber geärgert, dass sein
Staubsauger permanent an Saugkraft verliert. Er wollte wissen,
warum und befasste sich intensiv mit der Funktion des
Staubbeutels…
Er schnitt den Staubsaugerbeutel auf, um sich den Inhalt
anzusehen: Die feinen Poren des Staubsaugerbeutels haben die
Aufgabe, den Staub im Beutel zu halten und die angesaugte Luft
durchzulassen. Der Staub verstopft jedoch die Poren und ein
ungehindertes Durchströmen der Luft ist dadurch nicht mehr
gewährleistet. Wenn der Luftstrom aber blockiert ist, lässt die
Saugkraft des Staubsaugers stark nach.
Also entschloss sich James Dyson, einen Staubsauger zu
entwickeln, der anders ist und vor allem, der besser
funktioniert. Nach 5 Jahren Entwicklungsarbeit war er
schließlich da: Der erste beutellose Staubsauger.
Die Erkenntnis: Nur weil die Staubsaugerindustrie ihre Sauger
schon seit hundert Jahren mit Beuteln ausrüstet, bedeutet das
noch lange nicht, dass dies auch der richtige Ansatz war. Dyson
folgte also in seinem Ansatz der Idee, die Kurt Tucholsky
pointiert beschrieb: "Traue keinem Fachmann der sagt, das mache
ich seit 20 Jahren so, es könnte sein, dass er es seit 20 Jahren
falsch macht!"
Querdenk-Chance
Für die traditionellen Staubsaugerhersteller gehörten
Staubsauger und Staubbeutel untrennbar zusammen, so wie Kaffee &
Kuchen und Miles & More. Dass Dyson dieses gängige
Produktkonzept in Frage stellte, eröffnete ihm vollkommen neue
Spielräume. Der Erfolg: Dyson erwirtschaftet heute mit seinen
Innovationen Millionenumsätze.
Die spannende Frage: Auf welchem Auge sind Sie blind? An welche
unumstößlichen Branchenregeln und Meinungen über die Produkte
Ihrer Branche glauben Sie?
Es gibt zwei Möglichkeiten, bestehende Produktkonzepte in Frage
zu stellen:
1. Akzeptieren Sie nicht, wenn Sie hören: "Das geht nicht anders
und das machen wir schon immer so!" Das sind Signalworte, die
Sie hellhörig werden lassen sollten.
2. Ändern Sie einfach das, was Sie selbst an der bestehenden
Lösung ärgert!
Querdenk-Update
Smart Metering – Strom wird endlich sichtbar
(Beratungsletter
6/2008)
Egal ob in Yello-Gelb oder E.ON-Rot: Strom ist unsichtbar. Das
Produkt ist kaum differenzierbar und irgendwie auch langweilig
- abgesehen vom Preis. Am ehesten wird Strom noch in den
Farben schwarz auf weiß erfahrbar, mit der Rechnung zum
Jahresende. Bis dahin zahlt der Verbraucher Abschlagszahlungen
ins Blaue hinein und muss, meist zu Beginn des neuen Jahres –
und weil die Preise gerne steigen – nachzahlen.
Mit der zeitlichen Entkoppelung von Verbrauch und Bezahlung
jedoch verlieren Kunden jegliches Gespür dafür, wann sie wie
viel Strom wofür verbrauchen. Das muss nicht sein.
Intelligente Stromzähler, so genannte "Smart Meter", machen
Strom endlich für jeden sichtbar.
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Smart Meter sind digitale Zähler, die Verbrauchsdaten sowohl
dem Versorger als auch dem Kunden via Internet übermitteln.
Und zwar permanent. So lässt sich der Verbrauch auf dem
heimischen Computer überwachen und Stromfresser im Haushalt
identifizieren – Stichwort: Stand-by-Betrieb.
Vorteile für die Verbraucher: Smart Meter können nicht
nur Strom, sondern auch den Gas- oder Wasserverbrauch messen
und gebündelt visualisieren. Sparmöglichkeiten werden
aufgezeigt. Auch wenn eine Studie von Arthur D. Little den
Spareffekt ohne Komforteinbußen auf nur zehn Prozent im Jahr
beziffert – Kontrolle ist besser und schafft Vertrauen.
Vorteile für die Versorger: Digitale Zähler können den
Verbrauch in kürzeren Intervallen messen. Dadurch kann exakter
abgerechnet und die Stromrechnung monatlich ausgestellt
werden. Das regelmäßige Ablesen von Hand fällt weg. Auch
verbrauchs- oder tageszeitabhängige Staffelpreise werden
möglich.
Würde etwa morgens der Strom verteuert, zu anderen Tageszeiten
hingegen verbilligt, könnte das Kunden motivieren,
gleichmäßiger über den Tag verteilt zu konsumieren. Das teure
Hinzuschalten von Kraftwerken, die in Spitzenzeiten eine
Überlastung des Stromnetzes verhindern, würde überflüssig.
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Smart Metering bei E.ON: In Großbritannien und Osteuropa laufen gerade Tests. In
Schweden erhält jeder E.ON-Kunde bis 2009 einen Smart Meter, denn das Land
verpflichtet die Versorger zur monatlichen Abrechnung.
Smart Metering bei RWE: Die RWE Rhein-Ruhr AG investiert ab diesem Jahr in das
Projekt "100.000 intelligente Zähler für Mülheim". Kostenpunkt: 20 Millionen
Euro für drei Jahre.
Smart Metering bei der Deutschen Telekom: Am Bodensee kooperiert die Deutsche
Telekom mit dem örtlichen Versorger Technische Werke Friedrichshafen und dem
Softwarehaus Bittner+Krull, um die Stadt mit intelligenten Zählern zu versorgen
– ein neues Geschäftsfeld als Ersatz für die Verluste beim Festnetz?
Smart Metering bei Yello: Die Kölner Tochter von Deutschlands drittgrößtem
Energieversorger, der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) überzeugte mit dem
Slogan "gelb, gut, günstig" bisher über 1,4 Millionen Kunden zum Wechsel. Ab
Sommer 2008 ist der "Yello Sparzähler Online" erhältlich. Eine Kooperation mit
Microsoft soll den Zähler um Online-Services ergänzen.
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Querdenk-Chance
Versorger, deren Preisgestaltung bislang einer Black-Box
gleicht, können mit dieser nicht uneigennützigen Produkt-DNA
ihr Image kräftig polieren.
Und angesichts steigender Energiepreise nehmen Smart Meter den
Verbrauchern das mulmige Gefühl, raffgierigen Energieriesen
ohnmächtig ausgeliefert zu sein. Smart Metering macht aus
passiven Stromverbrauchern aktive Energiemanager - und
erfindet den guten alten Stromzähler neu.
Querdenk-Update
Jones Soda – "Truthahn mit Soße" aus der Limoflasche
(Beratungsletter
5/2008)
Jones Soda-Gründer und Unternehmenschef Peter van Stolk
erklärt das Erfolgsrezept seiner Innovation so: "Wir haben das
Unternehmen in dem Wissen gestartet, dass die Welt alles
mögliche braucht – bloß nicht noch eine weitere Limo-Marke.
Das hat uns dazu gezwungen, phantasievoll zu sein."
Die Lösung: Van Stolk hat den direkten Kopf-an-Kopf-Wettbewerb
mit etablierten Softdrink-Herstellern gemieden und Jones Soda
anders positioniert. Ganz anders!
Denn eines ist klar: Wer versucht, das gleiche zu machen wie
Coca-Cola oder Pepsi, hat gegen deren Werbe-Milliarden und
Vertriebskanäle keine Chance. Der kleine Herausforderer Jones
Soda ist dennoch hoch erfolgreich, dank...
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...außergewöhnlicher Kunden: Ohne die Fangemeinde, die
"Community", wäre Jones Soda nur ein weiterer überflüssiger
Abfüller. Die Kunden sind die wichtigste Inspirationsquelle
und werden via Website in die Markengestaltung involviert. Sie
schicken ihre Fotos für die Etiketten ein, ihre Sprüche landen
auf den Deckeln und sie entscheiden über das Design der
Merchandising-Artikel. CEO van Stolk: "Dies ist nicht unsere
Marke. Sie gehört unseren Kunden!"
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...außergewöhnlicher Geschmacksrichtungen: Sie sind das
direkte Ergebnis der Einbindung der Kunden, die Vorschläge für
Aromen online einreichen und über die Namen abstimmen. Heraus
kamen Zungenbrecher und zweifelhafte Gaumenfreuden wie "Blue
Bubble Gum", "Bohemian Raspberry", "Chocolate Fudge oder "D'Peach
Mode". Auch das grelle Flaschendesign entstammt den Vorlieben
der Kunden.
Pünktlich zum Thanksgiving-Fest tischte Jones Soda ein
flüssiges Komplettmenü auf, bestehend aus "Truthahn mit Soße",
"Kartoffelpüree mit Butter", "Grüne Bohnen" und
"Früchtekuchen". Prostmahlzeit. Innerhalb einer Stunde war die
Special Edition ausverkauft und nur noch für viel Geld auf
eBay zu ersteigern.
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...außergewöhnlicher Vertriebskanäle: Als Marke muss
Jones Soda vor allem dort präsent sein, wo sich die Kunden
aufhalten: In Tatoo-Studios oder in Musikläden. Jones Soda
betreibt auch die Online-Musikplattform MyjonesMusic: Hier
können Kunden kostenlos Musikdateien austauschen, und
Nachwuchsbands können ihre eigenen Songs der riesigen
Jones-Community vorstellen.
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Querdenk-Chance
Je mehr Jones Soda die Community einbezieht, desto mehr
Menschen sprechen über das Getränk. Eine bessere und billigere
Werbung gibt es nicht! Diese unglaublich enge Kundenbeziehung
verleiht Jones Soda längst Kultstatus und ermöglicht
revolutionäre Marketingansätze.
Geht es noch um ein Getränk? Auch. Aber vor allem geht es um
die Gestaltung einer Marke. Genauer: Meiner Marke! Jones Soda
zeigt, dass es keine satten Märkte gibt, solange man
prickelnde Alternativen zum Mainstream parat hat.
Wenn Sie wissen, wie Ihre Kundschaft tickt und welche
Bedürfnisse sie hat, können Sie auch mit gezielter und
kreativer Produkt-DNA auf sie reagieren. Es muss ja nicht
gerade blaue Kaugummi-Limo sein...
Querdenk-Update
Rentokil Mouse Radar – Die Mausefalle neu erfunden
(Beratungsletter 4/2008)
Die Hausmaus (Mus domesticus) wird bis zu 9,5 cm groß, mit
ebenso langem Schwanz. Ihre Nachkommen zählen 4–16 Junge pro
Wurf. Bei etwa 7–8 Würfen jährlich ergibt das eine
Mäusepopulation von bis zu 128 kleinen Nagern.
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Ein kleines Problem, das sich aber potenziert, wenn man es
lässt. Für Abhilfe sorgt das britische Unternehmen Rentokil,
dessen Name seit 1925 Garant für die effektive Bekämpfung von
Schädlingen aller Art ist. Und da der Feind nicht schläft,
sondern eher nachtaktiv ist, ist man auch bei Rentokil
hellwach und hat die Mausefalle neu erfunden: Der 'Mouse
Radar' funktioniert nicht mit Käse, sondern mit Kohlendioxid.
Tappt eine Maus in die Radar-Box, wird dies von
druckempfindlichen Sensoren registriert, und die Box schließt
sich. Eine exakt bemessene Dosis Kohlendioxid wird freigesetzt
und tötet den Nager schnell und schmerzlos ohne
umweltschädliche Toxine freizusetzen.
Auf Wunsch meldet der High-Tech-Apparat seinen Fang auch
gleich per SMS oder E-Mail. Das ist insbesondere für
Großkunden gedacht, für die Rentokil computergesteuerte
Systeme zur Schädlingsprävention bereit hält: die 'Mouse
Monitor Unit' oder 'PestNetOnline'.
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Querdenk-Chance
Vielleicht wäre die Anschaffung einer 'Mouse Monitor Unit' für
unser kleines Problem mit dem Nager unter der Küchenzeile eine
Nummer zu groß gewesen - aber für Großkunden, etwa aus der
Lebensmittelbranche, ist das die perfekte Lösung.
Es gibt kein Produkt, das man nicht neu erfinden könnte. Das
gilt auch für die gute alte Mausefalle, die Rentokil in ein
High-Tech-Produkt verwandelt hat. Sensoren, softwaregestütztes
Monitoring und Erstellung eines 'Audit-Trails' – das sind nur
einige Merkmale der Mausefalle für das 21. Jahrhundert.
Haben Sie vielleicht auch ein Produkt, das so aufregend ist
wie eine Mausefalle? Ein Produkt über das alle sagen, da könne
man eben nichts machen? Glauben Sie immer noch daran?
Querdenk-Update
Statt Klingelton: Lebensversicherung für 1 Euro aufs Handy
(Beratungsletter 1/2008)
Mit den landestypischen, meist total überladenen Minibus-Taxis
in Südafrika unterwegs zu sein, ist nicht nur ein Abenteuer,
sondern mitunter lebensgefährlich. Allein während der
vergangenen Osterfeiertage gab es 276 Verkehrstote. Diesem
sehr realen Risiko begegnet nun der südafrikanische
Versicherer Metropolitan Life.
Und zwar mit einem innovativen Produkt: der temporären
Lebensversicherung "Cover2go Accidential Death Cover". Das
Besondere an dieser Police: Sie ist nur einen Monat lang
gültig, kostet umgerechnet nur einen Euro und zahlt im
Todesfall rund 1.500 Euro an die Begünstigten aus.
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Cover2go ist aber nicht nur für Passagiere von Sammeltaxis
gedacht. Sie ist generell für arme Menschen auch in anderen
Schwellenländern interessant, die sich herkömmliche
Versicherungsprodukte bisher nicht leisten können und als
Zielgruppe meist übersehen werden.
Ein weitere Innovationsidee ist, dass man Cover2go per SMS
abschließen kann, ähnlich dem Kauf eines kostenpflichtigen
Klingeltons. Um die Lebensversicherung abzuschließen, sendet
der Kunde Name und Ausweisnummer per Kurzmitteilung an den
Anbieter. Die SMS kostet 10 südafrikanische Rand und wird vom
Guthaben abgezogen. Damit ist die Police bezahlt. Eine
Antwort-SMS des Anbieters bestätigt den Abschluss.
Der Versicherungsschutz ist sofort wirksam und überall
verfügbar. Ohne teure Vermittler-Provisionen, ohne
medizinische Ausnahmeregelungen und ohne komplizierte Verträge
mit Kleingedrucktem.
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Warum dieser ungewöhnliche Vertriebsweg? Nur wenige
Südafrikaner verfügen über ein Girokonto – jeder zweite
allerdings über ein Mobiltelefon. Das Bezahlen und Abwickeln
von Geldgeschäften per Handy, so genanntes "M-Banking", ist im
ländlichen Südafrika sehr weit verbreitet.
"Damit revolutionieren wir die Versicherungsbranche, weil wir
dem Kunden wieder die Kontrolle über den Abschluss geben.
Bisher konnten Versicherungen nur verkauft, nicht aber gekauft
werden", sagt Derek Pead, Chef von Cover2go.
Querdenk-Chance
Mit Cover2go wurde ein klassisches Produkt in mehrfacher
Hinsicht hinterfragt und neu erfunden: Lebensversicherungen
können sehr wohl zeitlich befristet und ihr Abschluss einfach
sein. Sie können auch sofort wirksam und per SMS bezahlt
werden. Bedarfsorientierter geht es kaum!
Schon mal überlegt, wie Sie IHR PRODUKT neu erfinden können?
Querdenk-Update
Wochenblister: Gut für Patienten – Wut bei Apothekern
(Beratungsletter 11/2007)
"3 mal täglich 2" von diesen Tabletten, "2 mal täglich eine"
von jenen, die einen jeweils vor den Mahlzeiten, die anderen
morgens und abends. Chronisch Kranke, die verschiedene
Medikamente zu unterschiedlichen Tageszeiten einnehmen müssen,
können da leicht den Überblick verlieren. Aber auch andere
Patienten wären bei einer normalen Grippe schon dankbar, sich
nicht ständig Gedanken über die Dosierung ihrer Arzneimittel
und die Reihenfolge ihrer Einnahme Gedanken machen zu müssen.
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Genau für dieses Problem hat
Edwin Kohl eine Lösung. Der 57-jährige Saarländer plant noch
für dieses Jahr, die vielen bunten Tabletten verschiedener
Hersteller in ein und derselben Packung anzubieten:
übersichtlich nach Wochentagen und Tageszeiten sortiert. Die
so genannten "Wochenblister" werden für jeden Patienten
individuell bestückt. Hergestellt werden die
Durchdruckpackungen von der 7x4 Pharma GmbH, einem
Tochterunternehmen der Kohl-Gruppe.
Dass Edwin Kohl mit dem Wochenblister die Wut der
Apothekerverbände auf sich zieht, überrascht nicht.
Schließlich ist es des Apothekers wichtigster Job, den Kunden
zu erklären, wann diese welches Medikament wie einzunehmen
haben.
Diesen Job wären sie, ginge es nach Kohl, bald los: 70
Millionen Euro hat der Querdenker bereits in seine Idee
investiert. 400 Medikamente will er auf Lager halten, um sie
über ausgewählte Apotheken zu vertreiben. In zehn Jahren will
Kohl allein in Europa zehn Millionen Patienten versorgen und
fünf Milliarden Euro einnehmen – Geld, das vielen kleinen
Apotheken fehlen wird.
Kohlpharma mit Sitz im saarländischen Merzig wurde von einer
Einmann-Gründung 1979 zu Deutschlands größtem
Arzneimittelimporteur. Das Unternehmen versorgt über die
Hälfte des Marktes, beschäftigt knapp 1.000 Mitarbeiter und
erzielte im vergangenen Jahr 706 Millionen Euro Umsatz. Das
Logistikzentrum gilt als eines der modernsten Europas.
Querdenk-Chance
Für den Kunden wäre der Wochenblister ein Meilenstein hin zu
mehr Convenience und Sicherheit. Diese clevere Produkt-DNA hat
enormes Potenzial. Ach ja, und eigentlich sollte jede
Einsparmaße im maroden Gesundheitswesen willkommen sein –
meint man. Ob Kohlpharma aber im nächsten Jahr zum sechsten
mal als "Bester Apothekenpartner" wiedergewählt wird, bleibt
abzuwarten.
Haben auch Sie das Zeug dazu, mit radikalen Innovationen an
den Grundfesten ungeschriebener Marktgesetze zu kratzen? Oder
gelten in Ihrer Organisation die drei Grundgesetze der
Fraktion der Bremser und Bewahrer: "Das war schon immer so! Da
kann ja jeder kommen! Wo kommen wir denn da hin?"
Querdenk-Update
Phorms macht Schule
(Beratungsletter 8/2007)
Die Horrormeldungen gingen durchs Land: An der
Rütli-Hauptschule in Berlin-Neukölln waren die Pädagogen mit
ihrem Latein am Ende – ihre Schüler gewalttätig statt
lernwillig, deren Eltern unkooperativ oder überfordert. Die
fatalen Folgen für alle Beteiligten: Ein Teufelskreis aus
Demotivation und Desillusion. Wem die Schulbildung seiner
Kinder nicht egal ist, der meidet berüchtigte Problemschulen.
Am besten ist, man nimmt das Heft gleich selbst in die Hand.
So geschehen in Berlin Mitte, wo ein Team von Unternehmern,
die gleichzeitig auch Eltern sind, kurzerhand die
Phorms-Grundschule gegründet hat. Ihr Anliegen ist es, "einen
relevanten Beitrag zur besseren Bildung unserer Kinder zu
leisten." Dabei spielt der bilinguale Unterricht eine
entscheidende Rolle - und zwar ab dem ersten Schuljahr. Die
natürliche Sprachlernfähigkeit von Kindern soll genutzt
werden: "Englisch und Deutsch sind an unserer Schule
gleichwertige Unterrichtssprachen."
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Weitere Schwerpunkte auf dem Lehrplan: Selbstverantwortung,
Organisationstalent, Entscheidungsfreude und
Risikobereitschaft sollen in jedem Schüler entwickelt werden.
Hoch qualifizierte Lehrkräfte mit internationaler Erfahrung
setzen modernste Lehrmethoden aus aller Welt ein. Das
Ganztagskonzept mit Klassenstärken von höchstens 24 Schülern
soll die intensive Beschäftigung mit jedem Einzelnen
gewährleisten.
Seit Sommer vergangenen Jahres läuft die Berliner Grundschule
- mit großem Erfolg. Das Angebot wird so gut angenommen, dass
im August diesen Jahres das erste Phorms-Gymnasium den
Unterricht aufnimmt, mit Spanisch als zweiter Fremdsprache und
Latein, Französisch oder Chinesisch als dritter. Gleichzeitig
expandiert das Konzept in andere deutsche Städte. Im August
eröffnen Phorms-Grundschulen in München, Köln und Frankfurt.
Hamburg und Hannover sollen folgen. Die Schulgebühren sind
nach dem Familieneinkommen gestaffelt.
Querdenk-Chance
Bildung ist der Rohstoff des 21. Jahrhunderts – aber den haben
wir nicht allein gepachtet. Es geht nicht mehr darum, dass es
zukünftige Generationen einmal "besser" haben sollen als wir.
Es geht darum, dass sie mit Milliarden wissbegieriger Chinesen
und Inder mithalten können.
Die Phorms-Gründer verdienen Respekt. Eltern haben sich
engagiert zusammengetan, um ihren Kindern das beizubringen,
was sie wohl selber gerne in der Schule gelernt hätten.
Querdenk-Update
Gerolsteiner Linée
(Beratungsletter 6/2007)
Viele versprechen es, Gerolsteiner scheint es
endlich erfunden zu haben: Ein Getränk, das nachweislich zum
Abnehmen beiträgt. "Immer mehr Menschen kämpfen mit den Folgen
ungesunder Ernährung", so Jörg Croseck, Sprecher der
Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG. Das neue Produkt
mit dem klingenden Namen 'Linée' "helfe dabei,
Schwächephasen zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken." Die
drei fruchtig-herben Geschmackskombinationen Litschi-Limette,
Mango-Grapefruit und Ananas-Zitronengras sollen heimliche
Versuchungen vergessen machen.
Wie funktioniert Gerolsteiner Linée? Eine
Kombination aus schnellen und langsamen Kohlenhydraten (Mono-
und Polysaccharide) soll den Blutzuckerspiegel zwischen den
Mahlzeiten stabilisieren. Die 19,8 kcal pro 100ml werden vom
Körper zeitlich verteilt aufgenommen und füllen die so
genannten
"Hungerlöcher" aus.
Diese blutzuckerregulierende Wirkung wurde vom Westdeutschen
Gesundheitszentrum in Düsseldorf bestätigt. Das ist
entscheidend, denn mit der Health-Claims-Verordnung, die ab 1.
Juli dieses Jahres in Kraft tritt (EU-Verordnung Nr.
1924/2006), müssen nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben
über Lebensmittel wahr und belegbar sein. Fehlt der
wissenschaftliche Nachweis, winkt ein Verbot. Verbraucher
sollen so vor irreführenden Werbebotschaften geschützt werden.
Querdenk-Chance
Mit innovativen Produkten
versucht Gerolsteiner, der Konkurrenz das Wasser abzugraben.
Das scheint zu gelingen, denn der Nettoumsatz wuchs im
vergangenen Jahr um 7,7 Prozent – laut ACNielsen
überproportional zum Rest der Branche. Das ist bemerkenswert,
denn kaum eine anderer Markt ist so stark umkämpft und
fragmentiert (siehe auch
Beratungsletter Nr. 48).
Während die Konkurrenz also noch Wasser predigt, ist
Gerolsteiner mit Linée schon einen Schritt weiter und setzt
sich ernsthaft mit den Ursachen der modernen
Zivilisationskrankheit Übergewicht auseinander. Auch wenn wir
von Mineralwasser allein nicht satt und schon gar keine
Supermodels werden – der Ansatz ist gut. Gerolsteiner Linée
steht ab 1. Juni in den Regalen: 0,75 Liter zum Preis vom 1,29
Euro.
Querdenk-Update
Crunch Pak
(Beratungsletter 1/2007)
Der Apfel ist ein Massengut - da geht der Wettbewerb nur über
den niedrigsten Preis. FALSCH! Dass es sehr wohl anders
funktionieren kann, zeigt eine Gruppe von Obstbauern aus dem
US-Bundesstaat Washington. Sie haben den Apfel neu erfunden:
Unter dem Namen "Crunch Pak" verkaufen sie geschnittene und
abgepackte Apfelstückchen als Snack für unterwegs.
Die Erkenntnis, die zur Gründung Crunch Pak LLC führte: Äpfel
sind lecker und gesund, haben aber keine "Snackability". Also
kein Produkt, welches man im Vorbeigehen für zwischendurch
kauft. Eher greift man zum Schokoriegel, den man bequem
auspacken kann und nicht abwaschen muss!
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Im Jahr 2000 begann man daher mit der Produktion, genauer
gesagt dem Kleinschneiden von Äpfeln. Innerhalb von 5 Jahren
hat sich das amerikanische Unternehmen einen Riesenmarkt
erschlossen, der auf bis zu 1 Milliarde Dollar geschätzt wird
– und rasant wächst: Schon 3 mal musste Crunch Pak in neue
Produktionsanlagen umziehen, um die Nachfrage decken zu
können.
Und so schaut die Produkt-DNA aus: Man hat die Wahl zwischen
roter und grüner Sorte, geschnitten oder gewürfelt, Einzel-
oder Großhandelsmenge, im wieder verschließbarem Plastikbecher
oder Beutel und aus herkömmlichem oder ökologischem Anbau.
Wesentlicher Faktor für die Kaufentscheidung ist die
ansprechende Präsentation, so die Überzeugung von Tony Freytag
von Crunch Pak: In Amerika sei allein durch die Verpackung von
frischen Lebensmitteln der Konsum seit den 90er Jahren um 30%
gestiegen.
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Damit die Äpfel im Supermarktregal auch frisch und "crunchy"
sind, werden sie mit einer mineralischen
Glasur haltbar gemacht. Der natürliche Konservierungsstoff ist
reich an Kalzium und Vitamin C, womit man speziell Kinder und
deren Eltern ansprechen will. Crunch Pak hält zudem ein
Zertifikat, welches das Schnittobst als "koscher" deklariert.
Querdenk-Chance
Crunch Pak zeigt, dass es keine Ausreden
gibt: "Wir verkaufen doch nur Äpfel" - "Na und!". "Wir
verkaufen doch nur Hygienepapiere" - "Dann macht doch etwas
draus!". "Wir verkaufen nur Baustoffe" - "Dann nehmt Euch doch
ein Beispiel an den Crunch Paks!". Geht nicht - gibt's nicht.
Gerade scheinbar ausgereizte langweilige Produkte in
konservativen Branchen bieten oft die größten Ansatzpunkte für
eine gelungene Produkt-DNA. Worauf warten Sie noch :-)
Querdenk-Update
Farben & Tapeten als besorgte Mitbewohner
(Beratungsletter 11/2006)
Tapeten und Farben: Nichts weiter als austauschbare Produkte?
Schließlich ist doch eine weiße Farbe wie die andere, oder? Denken Sie so? Dann
denken Sie noch mal!
Dulux Magic White – Rosa Wandfarbe, die weiß wird
Diese Wandfarbe von Dulux hat im Eimer eine rosa Färbung, wird aber ca. 40
Minuten nach dem Anstrich weiß. Dadurch sieht man sofort, wo man
auf dem weißen Untergrund mit Magic White schon gestrichen hat.
Alpina Farben – Alpina AirClean
Diese Dispersionsfarbe verbessert Ihre Raumluft. Unangenehme Gerüche und Luftschadstoffe
verschwinden. Das Wirkungsprinzip basiert auf der Photokatalyse:
Spezielle Titandioxid-Teilchen werden durch Tageslicht
aktiviert, und bauen daraufhin Stickoxide (z.B. von
Verbrennungsprozessen) oder Fettsäuren (vom Kochen) ab.
Marburger Tapeten – Die mit
elektromagnetischer
Abschirmung
Diese Tapete kann mehr als nur die Wand zu verhübschen: Ein eingebettetes
Gewebe verspricht Schutz vor hoch- und niederfrequenter elektromagnetischer Strahlung. Wer beim Thema
Mobilfunk- oder WLAN-Strahlung schon immer Unbehagen
verspürte, kann sich mit dieser Tapete wirksam abschotten.
Soll auch gegen andere moderne Bedrohungen wie z.B.
Lauschangriffe oder Spionage-Wanzen helfen...
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Caparol – die Wellness-Farben
Die Firma Caparol bekämpft den unsichtbaren Feind gleich an
drei Fronten – oder besser gesagt in drei Schichten: Das
ElectroShield wird als Grundierung aufgetragen und sorgt als
"Wellenbrecher" für strahlungsfreien Schlaf. CapaSan bekämpft
ganz ähnlich der Alpina CleanAir unwillkommene
Mikroorganismen. Caparol
Sensitiv ("Die Sanfte") wurde speziell für
Allergiker und sensible Personen entwickelt. Sie enthält weder
Lösemittel noch Weichmacher oder Konservierungsmittel.
Die Zielmärkte: Gesundheitsbewusste Wandanstriche für
Arztpraxen, Kindergärten, Schulen und natürlich Häuser und
Wohnungen.
Querdenk-Chance
Diese vier Unternehmen haben aus scheinbar banaler Baumarktware echte High-Tech-Produkte
mit saftigen Margen gemacht. Intelligente Produkt-DNA kann aus
Farbe & Tapete Wellnessobjekte machen!
Querdenk-Update
Apotheken-/ Drogeriebranche
(Beratungsletter 8/2006)
Die beiden amerikanischen Unternehmen
Pharmaca und Elephant Pharmacy sprechen
gezielt Leute an, die von ihrem Apotheker mehr erwarten als
Medikamente gegen Rezept auszuhändigen und dazu "Dreimal
täglich nach den Mahlzeiten" zu murmeln.
"Wir wollen die besten Alternativen von Naturmedizin und
Schulmedizin unter einen Hut bringen" sagt Pharmaca Chef Barry
Perzow. Und so gibt es ein riesiges Angebot an Naturmedizin
und die entsprechende Beratung durch Naturheilkundler. Ein
zweiter wichtiger Gedanke ist die Weiterbildung der Kunden. So
werden beispielsweise
Kurse angeboten, wie man Hautpflegeprodukte selbst herstellt
und es gibt Infoveranstaltungen zu den verschiedensten Themen
wie z.B. über Chinesische Hausmittel.
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Die
Elephant Pharmacy, die sich selbst "Der Drugstore, der Ihnen Yoga
verschreibt" nennt, treibt den Gesundheitsgedanken noch weiter. In den über 1.000 qm großen Filialen bekommt man
all das, was man üblicherweise in einer Apotheke und
Drogerie findet und noch viel mehr: So gibt ein Yoga-Studio (!), Biolebensmittel,
Bücher rund um das Thema Gesundheit und viele andere
Produkte und Dienstleistungen, die ein gesundes und aktives
Leben unterstützen.
Apotheke zum Löwen von Aspern
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Auch im deutschsprachigen Raum ist Bewegung in den Markt
gekommen. Der Apotheker Wilhelm Schlagintweit in Wien hat es
verstanden: Wenn man sich auf einem so engen Markt gegen
etablierte Konkurrenten behaupten will, muss man etwas
Besonderes bieten. Alles genauso zu machen wie die anderen,
nur ein bisschen größer, ein bisschen moderner, das bringt
nichts.
Schlagintweits Apotheke zum Löwen von Aspern versteht sich als ein
ganzheitliches Gesundheitszentrum, als Ort der sozialen und
kulturellen Begegnung.
Im Verkaufsraum finden sich Beratungsinseln anstelle eines
durchgehenden Verkaufspults und zusätzlich ein großer Selbstbedienungsbereich. Die Kunden können bei der Herstellung von
Salben zusehen. Es gibt einen Veranstaltungsraum wo Lesungen mit
prominenten Autoren und andere Events stattfinden. Samstags
wird das Angebot durch einen "Bauernmarkt" ergänzt. Auf dem
Dach des architektonisch sehr gelungenen Gebäudes findet sich
ein Kräutergarten
nach benediktinischem Muster.
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Seit der Eröffnung hat sich der Umsatz - gegenüber dem
Vorgängerlokal - um 30 Prozent erhöht. Die Kunden schätzen die
Offenheit und Großzügigkeit, den Wegfall der Barrieren und die
bessere Beratung. Einigen Kunden geben die Sichtbetonoberflächen
des modernen Baus allerdings Rätsel auf und sie stellen sich
die Frage, warum man den Bau nicht zu Ende geführt habe :-)
Querdenk-Chance
Gesundheit ist ein Wachstumsmarkt, daran ändern auch die
Sparlisten der Politiker nichts. 33 Milliarden Euro jährlich
sind allein in Deutschland zu verteilen. Die Alten, die
Jungen, die Schlauen und die Dummen, alle wollen fit sein. Die
Apotheke zum Löwen von Aspern, die Elephant Pharmacy und
Pharmaca haben eine ungeschriebene Branchenregel auf den Kopf
gestellt: Wer in diese Apotheken kommt, muss nicht unbedingt
krank sein. Man bietet die optimierte Apotheke für Menschen,
die sich gesundheitlich optimieren wollen.
Für die Apotheken der traditionellen Art gilt: sie werden wohl nie
ganz vom Markt verschwinden, aber die Luft wird immer dünner.
Querdenk-Update
Andreasgemeinde
(Beratungsletter 6/2006)
Gehen Sie regelmäßig in die Kirche? Dann zählen Sie zu einer
aussterbenden Minderheit, denn in den meisten Gotteshäusern
herrscht gähnende Leere. An den Sonntagen halten die Pfarrer
ihre Predigten meist vor leeren Bänken.
Dass es auch anders sein kann, zeigt das Beispiel der
evangelisch-lutherischen Andreasgemeinde in Niederhöchstadt
bei Frankfurt. Doch das war nicht immer so. Als Pastor Klaus
Douglass dort im Jahr 1989 seine Karriere als Seelsorger
begann, saßen nur etwa 30 Gläubige in den Reihen. Doch wo
waren die restlichen 2.500 Mitglieder der Kirchengemeinde?
Douglass verteilte Fragebögen, um zu erfahren, was der
fernbleibende Rest wolle. Und er begann, sein Produkt - also
den Gottesdienst - attraktiver zu gestalten.
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Nach einer Reise in die USA, wo
Gottesdienste traditionell auch Shows sind, arbeitete Douglass
ein Konzept aus. Am Ende stand ein Gottesdienst, der sich "GoSpecial"
nennt. Die Veranstaltungen haben Themen wie "Die Kir(s)chen in
Nachbars Garten – Warum wir alle neidisch sind" oder "Monster
unterm Bett – Vom richtigen Umgang mit Ängsten". Bands spielen
elektronische Musik. Nach der Predigt können die
Kirchenbesucher Fragen stellen. Mittlerweile findet GoSpecial
monatlich in einem Kino in Sulzbach mit 700 Plätzen statt. Der
Saal ist dann fast voll, die Leute holen sich Popcorn und
Getränke.
"Die Gemeinde hat eine Vorreiterrolle", so Hans-Albert Genthe,
Sprecher der Landeskirche Hessen und Nassau. Zwar geht das
bunte Treiben einigen zu weit, aber für die gibt es nicht nur
nach wie vor die klassische Messe, sondern ein komplettes
Dienstleistungsportfolio, wie z.B. den traditionellen
Morgengottesdienst, den aufgelockert traditionellen
Morgengottesdienst, den Gottesdienst kompakt, den
Kindergottesdienst und vieles mehr.
Querdenk-Chance
Bei Jesus war es so: 99 Schafe waren da, eines fehlte. "In der
Volkskirche ist es andersrum. Wir haben bestenfalls 2 Schafe.
Die anderen 98 kommen nicht." Pastor Douglass kämpft um diese
98 Schafe. Dazu nahm er auch bewusst das Risiko in Kauf, mit
seinen modernen "Kirchenprodukten" treue Schafe zu verlieren.
Die vollen Gottesdienste mit begeisterten Menschen geben ihm
und seinem Weg jedoch jeden Sonntag Recht!
Querdenk-Update
Adidas, Nike & Puma
(Beratungsletter 5/2006)
Turnschuh ist nicht gleich Turnschuh. Die drei Branchengrößen
Adidas, Nike und Puma zeigen auf exzellente Weise, wie man
etablierte Produktkonzepte clever in Frage stellen kann. Jeder
der drei Hersteller hat dabei einen ganz eigenen Weg gefunden,
die Branchen- und Produktkonzepte zu hinterfragen.
Adidas setzt bei seiner Kreation
ganz auf Hightech. Der adidas 1 ist ein Laufschuh, dessen
intelligente Dämpfung sich automatisch dem Untergrund anpasst,
auf man gerade unterwegs ist. Dank eines kleinen Computers
erkennt der Schuh, ob die Dämpfung zu weich oder zu hart ist.
Das System arbeitet wie ein menschlicher Nervenreflex. Der
Nerv ist das magnetische Sensorsystem, dessen Sensor
unmittelbar unter der Ferse des Läufers sitzt, während der
Magnet auf der Unterseite der Zwischensohle platziert ist.
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"Dieser Schuh soll die gesamte Sportartikelbranche
revolutionieren. Es handelt sich dabei um eine absolute
Neuheit, die die unumstrittene Führungsposition von Adidas auf
dem Gebiet der Innovationen untermauert", so Adidas-Vorstand
Erich Stamminger.
Der Nike Free geht mit seiner Produkt-DNA genau in die
entgegengesetzte Richtung: Durch die Beschaffenheit und
Anordnung seiner Sohle gleicht das Gehgefühl dem
Barfuss-Laufen. Eine extrem flexible Sohle und ein ebenso
flexibles Obermaterial lassen dem Fuß ein Höchstmaß an
Bewegungsfreiheit.
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Muskeln, Bänder und Sehnen müssen Unebenheiten und Stöße
selbst abfangen, keine Dämpfung nimmt ihnen das ab. Halt auf
dem Boden geben die Zehen, die wieder greifen lernen, statt
eingepfercht zu sein. Es ist wie barfuss laufen; der Schuh
schützt lediglich vor Verletzungen durch kantige Steine und
hält den Fuß warm.
"Nike Free ist wie ein Kraftraum für die Füße und damit ein
ganz spezifisches Trainingsmittel", so Prof. Brüggemann von
der Deutschen Sporthochschule Köln. Tests mit den Schuhen an
seinem Institut zeigten erstaunliche Ergebnisse: Bereits durch
das Tragen von Nike Free in der Freizeit, z.B. beim Einkaufen
oder Spazierengehen, erhöht sich die Flexibilität der
Fußgelenke, außerdem konnte ein Kraftzuwachs der
Stabilisationsmuskulatur nachgewiesen werden.
Puma wiederum hat sich bei seiner Produkt-DNA vom mongolischen
Barbecue inspirieren lassen. Das mongolische Barbecue
funktioniert nach dem "Do-it-yourself" Prinzip: der
Restaurantbesucher stellt die Zutaten für seine Malzeit selbst
zusammen und gibt dann seine Auswahl an einen Koch weiter, der
alles vor den Augen des Gasts zubereitet.
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Inspiriert von dieser Tradition veranstaltet PUMA ein leckeres
Schuh-Barbecue. Beim Mongolian Shoe BBQ entwirft der Kunde
nach eigenen Wünschen seinen Sportschuh. Dafür werden im
Puma-Store die einzelnen Schuhbauteile vom BBQ-Tisch
ausgesucht und auf ein gekennzeichnetes Mustertablett gelegt.
Die Menükarte besteht aus 13 verschiedenen Komponenten in 30
verschiedenen Varianten. Danach werden die ausgewählten
Komponenten mit der Adresse versehen und an der Kasse abgeben
und bezahlt. Sechs Wochen später ist das persönliche Unikat
dann fertig. Innovativ ist auch das Vertriebskonzept: 2005
tourte das erfolgreiche Konzept in nur sechs Monaten durch 8
Länder. Die Puma Concept Stores sind jeweils nur wenige Wochen
geöffnet. Auf dem aktuellen Tourplan stehen Kopenhagen,
Mailand und Melbourne.
Querdenk-Chance
Eine Branche – drei vollkommen unterschiedliche Konzepte. Wie
sieht es in Ihrer Branche aus? Gleicht der
Innovationswettbewerb eher einer Karaoke-Bar, in der die
Originale hemmungslos kopiert und nachgesungen werden?
Legen Sie geistige Scheuklappen ab und fragen Sie sich jeden
Tag aufs Neue, wie Sie vorhandene Produktkonzepte nachhaltig
innovieren können. Unterschätzen Sie nicht das Potenzial, das
in IHREN Produkten steckt. Wenn Kunden bereit sind, für eine
Handvoll Plastik, Baumwolle und Leder (s.o.) 150 Euro auf den
Tisch zu legen - welche Ausrede kann es dann noch geben?
Querdenk-Update
GEOX
(Beratungsletter 2/2006)
Was tun gegen Schweißfüße? Viele gut gemeinte Ratschläge
(Semmelbrösel in den Socken, Baby-Puder, Barfuss laufen)
helfen da auch nur kurzfristig und nicht immer sehr
zuverlässig.
Genau das ist eine riesige Chance, dachte sich Mario Polegato,
ein italienischer Weinbauer und selbst Betroffener. Seine
Lösung: Er bohrte eines heißen Tages Löcher in seine
Schuhsohle und kreierte einen Schuh, aus dessen Sohle Dampf
ausströmt wie aus einem Bügeleisen. Doch seine Innovation
stieß auf taube Ohren: Etablierte Anbieter im Markt wie Nike
oder Puma waren an seiner Erfindung nicht interessiert. Also
versuchte es der Tüftler alleine und gründete Geox.
Entgegen allen Erwartungen schaffte Polegato den Durchbruch
auf einem extrem schweren und wettbewerbsintensiven Markt. Und
ist heute, nur 9 Jahre nach der Gründung, größter Fabrikant im
Schuhparadies Italien, und weltweit auf Platz 4!
Der Umsatz des hochprofitablen Unternehmens betrug 2004 etwa
350 Mio. Euro, der Reingewinn 50 Mio. Euro. Und das Wachstum
bis zu sagenhaften 40 Prozent.
Querdenk-Chance
Das Alleinstellungsmerkmal der Membransohle hätte für diesen
Bilderbucherfolg nicht ausgereicht. Geox investiert stark in
Forschung und Marketing, und entspricht so dem Wunsch nach
funktioneller Fußbekleidung mit gutem Design.
Das "Prinzip Geox", nach außen offen und umgekehrt dicht,
lässt sich auch auf das Unternehmen übertragen: Geox
expandiert weltweit, während sich die Konkurrenz gegenseitig
auf den Füßen steht.
Querdenk-Update
simPC
(Beratungsletter 12/2005)
Innovation bei Computern bedeutet mehr Bits & Bytes, mehr
Speicher, mehr Rechenleistung... Aber es funktioniert auch
genau andersherum: Die Grundlage des Erfolgs kann auch in der
Reduktion auf das Wesentliche liegen – wie die beiden
folgenden Beispiele aus der Computerbranche zeigen:
Das erste Beispiel: der "simPC". Er soll mit seiner simplen
Aufmachung speziell ein älteres Publikum ansprechen, das bis
dato noch keine Erfahrung im Umgang mit Computern hat. Die
Lösung der holländischen Firma SIM: ein Computer, der kaum
größer als eine Videokassette ist und mit dem der Nutzer
hauptsächlich schreiben und im Internet surfen kann.
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Im Preis von 299 Euro ist bereits das Wichtigste dabei: man
kann mit dem simPC E-Mails versenden, online banken, Dokumente
ausdrucken und mittels simPhone per Internet telefonieren. Die
Vorteile sind klar: Der Rechner ist narrensicher und einfach
zu bedienen – und das auch ohne umfangreiche
Computerkenntnisse.
100-Dollar Notebook
(Beratungsletter 12/2005)
Eine andere Innovation hat vor wenigen Tagen Kofi Annan tief
beeindruckt: ein 100-Dollar-Notebook für die dritte Welt. Ein
ambitioniertes Projekt des renommierten Massachusetts
Institute of Technology (MIT) versucht, die "digitale Kluft"
zwischen dritter und erster Welt zu überbrücken.
Der berühmte Entwickler und Vordenker auf diesem Gebiet,
Nicholas Negroponte, hat dafür eine Non Profit Organisation
gegründet: "OLPC - One Laptop Per Child". Ziel ist es,
Schulklassen in armen Ländern Zugang zum Computer zu
ermöglichen.
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Da in den Ländern der dritten Welt die Stromversorgung nicht
immer sehr stabil ist, kann der vom MIT entwickelte Laptop
notfalls auch ohne Strom mit einer Handkurbel betrieben
werden. Das Gerät hat kaum Speicherplatz, keine Laufwerke,
dafür aber WLan, um im Internet zu surfen.
Der 100-Dollar-Laptop soll ausschließlich über
Hilfsorganisationen verteilt werden. Obwohl das Projekt für
einen guten Zweck ist, hat der gesunde Geschäftssinn dennoch
seinen Platz: Denn die Jugendlichen der dritten Welt, so hofft
die spendenwillige Industrie, sind die Kunden von (über-)
morgen. Und auch Negroponte überlegt bereits, ob nicht eine
"etwas teurere" Version auf dem heimischen Markt erfolgreich
sein könnte...
Querdenk-Update
Ultimate Ears
(Beratungsletter 7/2005)
Music on the run: Ob in der U-Bahn, beim Joggen oder beim
Einkaufen – wenn wir unterwegs nicht auf unsere Lieblingsmusik
verzichten wollen, benötigen wir einen tragbaren Player und
natürlich Minikopfhörer. Diese kosten etwa 15 bis 20 Euro,
Einsteigermodelle sind bereits ab 5 Euro zu haben. Doch 500
Euro für ein Paar Minikopfhörer auszugeben, erscheint absurd,
oder etwa doch nicht?
Ultimate Ears, ein Unternehmen aus Irvine in Kalifornien, hat
die branchenüblichen Unterscheidungsmerkmale der Minikopfhörer
wie Klang, Design und Befestigungsart einer gründlichen
Produkt-DNA unterzogen. Herausgekommen sind
High-Tech-Minikopfhörer, die in Maßanfertigung individuell ans
Ohr angepasst werden.
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Und das geht so: Mit einer Silikonmasse werden Abdrücke der
Gehörgänge genommen. Die daraus gefertigten Hörerstöpsel
passen wie angegossen und können nicht herausfallen. Ihren
Träger versetzen sie dank brillantem Sound direkt ins
Konzerthaus, auf die Bühne oder ganz einfach "in Deine eigene
Welt", so Mindy Harvey, Präsidentin von Ultimate Ears.
Da störende Umweltgeräusche nicht an die Ohren dringen,
schwören unzählige Stars der Musikszene auf Ulimate Ears:
"Wenn wir live spielen, haben wir das Gefühl als wären wir im
Studio, obwohl wir vor tausenden von Leuten spielen" sagt Evan
Taubenfeld, Lead Gitarrist von Avril Lavigne.
Querdenk-Chance
Der Markt für tragbare und qualitativ hochwertige mp3- oder
DVD-Player floriert. Ein Manko sind laut vieler Testmagazine
jedoch die mitgelieferten Minikopfhörer. Wer 500 Euro für
einen iPod ausgibt, hat hohe Ansprüche an den Klang der Musik!
Der Erfolg von Ultimate Ears überrascht deshalb nicht
wirklich!
Worauf warten Sie? Legen Sie geistige Scheuklappen ab und
fragen Sie sich jeden Tag aufs Neue, wie Sie Ihre vorhandenen
Produktkonzepte nachhaltig innovieren können. Unterschätzen Sie
nicht das Potenzial, das in Ihren Produkten steckt. Wenn
Kunden bereit sind, für Minikopfhörer den Preis eines
einwöchigen All Inclusive-Urlaubs zu zahlen – welche Ausrede
kann es dann noch geben?
Querdenk-Update
Kaffee-Pads
(Beratungsletter 6/2005)
Der Markt stagniert, die Kunden sind sparsam, der Einzelhandel
bekämpft sich untereinander mit niedrigsten Preisen und
gleichzeitig steigen die Rohstoffpreise - und trotz aller
Widrigkeiten brummt die Maschine!
Die Lösung für diese Situation: Man portioniert Kaffee nicht
mehr in Pfundpackungen, sondern in tassengerechter
homöopathischer Dosierung. In schöner Verpackung und mit
Produktnamen wie "Vienna", "Capriccio" oder "Arpeggio"
verkauft sich das neue Produkt zum vier- bis fünffachen des
normalen Preises. Der Preis einer Tasse Kaffee im Vergleich
(Angaben in Cent): Normaler Filterkaffe: 4-5; Senseo: 16;
Tchibo: 20-30; Nespresso: 29-32.
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Zu den unterschiedlichen Kaffee-Pads von Nestlé bis Tchibo
gibt es natürlich auch die passende Maschine, in Kooperationen
vertrieben mit z.B. Philips oder Bosch.
Trotz angespannter Konsumsituation sprudelt die Quelle mit dem
schwarzen Gold! Der deutsche Kaffeeverband rechnet mit 30%
jährlichem Wachstum, während der Kaffeemarkt seit 2002 um 10%
zurückgeht.
Mr. Clean AutoDry von Procter & Gamble
(Beratungsletter 6/2005)
Ein Global Player, der immer wieder existierende
Produktkonzepte in Frage stellt und damit extrem erfolgreich
am Markt agiert, ist Procter & Gamble.
Der neueste Clou: Ein spezieller Aufsatz für den
Gartenschlauch erlaubt es, das Auto in Wildwestmanier zu
waschen. Die Spritzpistole mischt das Spezial Procter & Gamble
Spülmittel mit Wasser und erspart das mühsame Waschen mit
Schwamm und Putzeimer. Aufwendiges Trocknen zur Vermeidung von
Wasserflecken kann man sich ebenfalls sparen: Dazu steckt
man den Spezial Mr. Clean AutoDry Filter in die Spritzpistole.
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Mit diesem neuen Produkt besetzt P&G eine eigene Nische, in
der es Nachahmer schwer haben dürften. Die Anschaffung des
Gerätes, dessen Gebrauch zeit- und kraftsparend ist, zieht
Wiederholungskäufe nach sich und bindet die Kunden dauerhaft
an dieses Produkt. Denn ähnlich wie bei den Kaffeepads braucht
man auch hier immer wieder den Original-Seifeneinsatz und die
Original-Filter.
Querdenk-Chance
Nicht nur die Not (s. Kaffeegeschäft) macht erfinderisch,
sondern vor allem das gezielte Infragestellen existierender
Produktkonzepte (s. Procter & Gamble).
Wie können Sie Ihre Produktkonzepte immer wieder in Frage
stellen? Könnte es wie bei den Kaffee-Pads die Portionierung
sein, die eine Flut von Innovationen nach sich ziehen kann?
Altes Produkt, das neu daherkommt in Menge, Name, Verpackung,
Verarbeitung...
Ein anderer Weg das Produktkonzept in Frage zu stellen, ist
die Frage nach der Art der Produktnutzung oder der Kombination
mit anderen Produkten oder Systemen. Grundsätzlich gilt:
Hinterfragen Sie immer wieder gängige Produktkonzepte und
eröffnen Sie sich vollkommen neue Spielräume für innovative
und begeisternde Leistungsangebote.
Querdenk-Update
Neues Wohnen
(Beratungsletter 4/2005)
Das Denken in vorgefertigten Konzepten galt lange Zeit auch
für Wohnungsbauunternehmen: Das Standardangebot für Familien
mit zwei Kindern: 80 Quadratmeter mit Balkon, für Senioren
reichen 55 Quadratmeter und für Singles darf es noch etwas
kleiner sein. Doch die Zeiten, in denen sich die verschiedenen
Ansprüche der einzelnen Zielgruppen für Wohnungen allein
in der Quadratmeterzahl niederschlugen, sind vorbei.
Heute gilt: Jeder Lebensabschnitt verlangt nach einer eigenen
Wohnidee. Interessante neue zielgruppengerechte Wohnkonzepte
zeigen, wie mit dem Konzept "Wohnen nach Lebensphase" frischer
Wind in die Mietwohnungen kommt.
Live & Work
(Beratungsletter 4/2005)
Beispiel: Wienerberg City. Diese nach dem "Live & Work"
Konzept errichtete Anlage in Wien-Favoriten umfasst insgesamt
111 Wohnungen, die mit einer gläsernen Brücke direkt mit dem
Büroteil der Anlage verbunden sind. Also ideal für junge
Selbständige, die gern ihren Schreibtisch nur einige Schritte
entfernt von ihrem Wohnzimmer haben möchten. Die Wohnungen
waren binnen kürzester Zeit vergeben, was angesichts des guten
Preis-Leistungsverhältnisses von Mietpreis, Infrastruktur und
technischer Ausstattung der Büroräume nicht wundert.
Frauen-Wohnen
(Beratungsletter 4/2005)
Ein anderes Konzept, das unter dem Schlagwort "Frauen-Wohnen"
vermarktet wird, soll den Frauen ihren Alltag generell
erleichtern. Bei den 137 Wohnungen in der Wiener
Frauenwerkstatt, einem Gebäudekomplex, der ausschließlich
von Frauen geplant und errichtet wurde und dadurch die
weiblichen Bedürfnisse an das Wohnen stärker berücksichtigt,
herrscht Sicht- und Rufkontakt zu den Spielzonen und im
Eingangsbereich. In die Anlage integriert sind
Tagesbetreuungsräume, in denen die Kinder unter Aufsicht
spielen können.
MQ-West
(Beratungsletter 4/2005)
Noch ein Beispiel für ein modernes Wohnkonzept: Das MQ-West
liegt an der Schnittstelle zwischen Museumsquartier und dem
Wiener Spittelberg. Die Innenräume der Wohnungen wurden
allesamt als Lofts konzipiert, die es dem Mieter ermöglichen,
nachträglich seine Wände einzuziehen. So kann er selbst seine
privaten und beruflichen Räumlichkeiten bestimmen. Natürlich
ist hier die technische Ausstattung ebenfalls State of the
Art.
Querdenk-Chance
Der irischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger
George Bernhard Shaw hat einmal gesagt: "Du siehst Dinge und
du fragst: warum? Ich aber sehe Dinge und ich frage: warum
nicht?"
Genau diese Einstellung gilt auch für Querdenker: Egal, wie
alltäglich die Produkte oder Dienstleistungen Ihres
Unternehmens auch sein mögen, sie müssen vom Gefühl der
permanenten Innovation durchdrungen sein. Die Fragen "Warum
ist das eigentlich so?" und "Muss das tatsächlich so sein?"
müssen zu selbstverständlichen Werkzeugen im Alltagsgeschäft
werden. Die Beispiele der erfolgreichen neuen Wohnraumangebote
in Wien zeigen, dass sich das Hinterfragen gängiger
Produktkonzepte lohnt, denn so eröffnen sich vollkommen neue
Spielräume für innovative Leistungsangebote!
Querdenk-Update
Saul Griffith
(Beratungsletter 2/2005)
Ein Treffen mit Kenias Erziehungsminister, der von einem
akuten Mangel an Brillen in seinem Land berichtete, weckte den
Ehrgeiz des Querdenkers Saul Griffith.
Der Doktorrand am MIT in Boston, der bis dahin keine Ahnung
von der Brillenproduktion hatte, machte sich an die Arbeit.
Sein Ziel: die Herstellungskosten für Brillen radikal zu
senken. Sein Vorgehen: das Geschäftsmodell zur Herstellung
einer Brille grundlegend in Frage zu stellen.
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PHOTO: MARK OSTOW |
Der größte Kostenblock für die Herstellung und Anpassung einer
Brille sind weder die ärztliche Untersuchung noch das
Brillengestell, sondern die Gläser. Der Kostentreiber ist das
hohe Inventar an Gläsern, das Zulieferfirmen vorrätig haben
müssen: 500 bis 1.000 Gläser für jede mögliche Verschreibung.
Genau hier setzt Griffith an: Er entwickelte ein mobiles Gerät
mit dem man schnell und preiswert Brillengläser auf Abruf
fertigen kann. Und das funktioniert so: Ein Behälter mit
Babyöl (!), über den eine Membran gespannt ist, dient als
Form. Pumpt man mit einer großen Spritze mehr Öl hinein, wölbt
sich die Membran sphärisch. Jetzt legt man einen ovalen Ring
obendrauf und kann jede beliebig gewölbte Oberfläche erzeugen.
Wenn alles justiert ist, wird der Ring mit Kunststoff
ausgegossen und mit einer vom Zahnarzt bekannten UV-Lampe
gehärtet. Innerhalb von wenigen Minuten hat man so eine
annähernd perfekte Linse in der Hand.
Saul Griffith geht davon aus, dass es mit diesem Gerät möglich
ist, direkt vor Ort Brillengläser anzufertigen. Die hierbei
entstehenden Kosten für eine Augenuntersuchung und die fertige
Brille sollten bei etwa 10 bis 15 Dollar liegen.
Querdenk-Chance
Die Welt-Gesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit fast
eine Milliarde Menschen eine Brille benötigen. Für viele
Menschen in den Entwicklungsländern leider nur ein Traum, denn
die Anschaffungskosten entsprechen oft einem
durchschnittlichen Monatseinkommen.
Doch das muss nicht so sein, wie das Beispiel von Saul
Griffith zeigt: Geniale Ideen entstehen oftmals dann, wenn
gängige Produkt- und Geschäftskonzepte grundlegend in Frage
gestellt und völlig neue Wege beschritten werden.
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