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PREIS-DNA
Etablierte Preismodelle in Frage stellen!


Kuhleasing: Statt Milch an die Genossenschaft zu verkaufen - Kühe an Städter leasen...

Optimieren Sie nicht das branchenübliche Preismodell, sondern schaffen Sie sich ein eigenes!

Der klassische Denkansatz stellt die Grundlagen der Preisfindung für die eigene Branche nicht infrage. Es ist nun mal so, dass Benzin pro Liter, Äpfel nach Gewicht, Gurken pro Stück und Wein pro Flasche verkauft wird. Rechtsanwälte werden nach Streitwert oder Stundenhonorar entlohnt, nicht nach Gewicht oder Telefoneinheiten; Berater nach Zeitaufwand, nicht nach einer pauschalen Monatsmiete.

Das Preismodell ist zwar ein ungeschriebenes, in der Branche aber allgemein akzeptiertes "Gesetz", nach dem der Preis üblicherweise bestimmt wird. Es wird in der Regel weder von den Anbietern noch den Kunden hinterfragt.

Erstaunlich ist, dass obwohl Moses vom Berg Sinai keine Tafeln mitbrachte, auf denen definiert stand, wie das Preismodell einer Branche auszusehen hat, diese Regeln für fast jede Branche fest definiert zu sein scheinen. Das Preismodell in einer Branche in Frage stellen, heißt, ganz bewusst einmal zunächst das Verrückte zu denken und auch auszuprobieren.

Also: Verschwenden Sie Ihre Energien nicht damit, das branchenübliche Preismodell zu optimieren bzw. einen Tick günstiger als Ihr Wettbewerb zu sein, sondern schaffen Sie sich ein eigenes Preismodell!

Ihre Chance

Beschreiben Sie das Preismodell, das in Ihrer Branche vorherrscht und spielen Sie gedanklich damit.

Was wäre beispielsweise, wenn eine Kaffeehauskette wie Starbucks eine monatliche Gebühr verlangen würden und Sie so viel Kaffee trinken könnten, wie Sie wollen?

Absurd? Vielleicht, aber gerade in diesen Ideen, die auf den ersten Blick absurd erscheinen, kann ein interessanter Denkansatz zur Differenzierung und zur Innovation liegen: Manchmal ergeben sich erst durch den Bruch mit Traditionen ganz neue Geschäftsideen!

 

Querdenk-Update

InfraTherm – Energiespartechnik mit smartem Preismodell (Beratungsletter 4/2008)

Bis zu 40 Prozent an Brennstoffkosten mit der richtigen Heizanlage einsparen? Das dürfte die Augen all jener Häuslebauer und -besitzer leuchten lassen, deren Heizkosten im vergangenen Winter den Gegenwert des Bruttosozialproduktes von Griechenland erreicht haben. Das einzige Problem: Bevor die Heizkosten eingespart werden, gilt es erst einmal, die alte Heinzanlage rauszuschmeißen und die Neue zu installieren. Und das kostest neben Zeit und Nerven vor allem eines - Geld. Genau hier setzt das neue Angebot des Energieversorgers Infra Fürth an.

Für einen monatlichen Pauschalbetrag ab 99 Euro übernimmt Infra Fürth die Investitionskosten, Planung und Montage der neuen Heizung. Endet die 15-jährige Laufzeit, erwirbt man das Eigentum an der Anlage. Das so genannte Rundum-Sorglos-Paket beinhaltet neben der regelmäßigen Wartung auch einen 24-Stunden-Notfall-Service, Reparaturkosten und Ersatzteile.

Der springende Punkt: Da sich mit der neuen Heizung bis zu 40 Prozent der Brennstoffkosten einsparen lassen, machen die Kunden spätestens dann ein Geschäft, wenn die Anlage abbezahlt ist. Diese Preis-DNA ist unkompliziert und transparent. Der Kunde zahlt neben der monatlichen Pauschale nur noch die Brennstoffkosten – und die sind dank modernster Technologie deutlich niedriger als bei veralteten Anlagen.

Querdenk-Chance

Mit dem 'InfraTherm'-Kontrakt setzt der Fürther Energieversorger bei einem nur allzu gut bekannten Kundenproblem an: den irre hohen Heizkosten. Und mit einem cleveren Preismodell bietet Infra Fürth eine Lösung – konkurrenzlos. Die Kunden bekommen neben energieeffizienter Wärme auch viel sorgenfreie Zeit, in der sie sich nicht um lästige Rechnungen kümmern müssen.

Akzeptieren auch Sie ungefragt das Preissystem Ihrer Branche? Dann ist es höchste Zeit, darüber mal nachzudenken...

 

 

Querdenk-Update

GuestInvest – Geld verdienen, während andere schlafen (Beratungsletter 1/2008)

Bislang war es doch so: Man reserviert sich ein Hotelzimmer und bezahlt den Übernachtungspreis. Doch es geht auch anders: Man kauft ein Hotelzimmer und lässt es, wenn man es nicht benötigt, von einem Betreiber weitervermieten. Die Mieteinnahmen werden dann zwischen Eigentümer und Betreiber geteilt.

Noch mal langsam: So genannte Buy-to-let-Hotelzimmer sind in Metropolen wie London der letzte Schrei. Trendsetter dort ist die Firma GuestInvest. Sie verkauft Räumlichkeiten an private Investoren, welche sie an 52 Tagen im Jahr selbst kostenfrei nutzen können. An den restlichen Tagen vermittelt GuestInvest die Zimmer an zahlende Kundschaft weiter. Die Einnahmen werden fifty-fifty geteilt.

Besonders bei viel reisenden Managern, die nur selten oder phasenweise einen fixen Rückzugsort in der Stadt brauchen, ist dieses Einnahmen-Beteiligungsmodell beliebt. Wer sein Zimmer nicht mehr braucht, kann es jederzeit wieder verkaufen – potentielle Käufer stehen in London Schlange.

Mit einem kleinen 20-Zimmer-Hotel im Londoner Stadtteil Notting Hill hat GuestInvest im Jahr 2004 begonnen. Mittlerweile unterhält das Unternehmen drei Standorte und hat fast 400 Zimmer verkauft.

Ach ja, der Preis: Ein Zimmer ist ab knapp 400.000 Euro zu haben. Das ist viel Geld, zahlt sich aber aus: Laut GuestInvest beträgt die durchschnittliche Rendite acht Prozent. Bereits im ersten Jahr garantiert GuestInvest mindestens 6 Prozent.

Querdenk-Chance

Hotelzimmer kaufen und weitervermieten – das ist die andere Form von Immobilienbesitz in der Stadt. Und eine hochinteressante Preis-DNA dazu: Für den Preis, den GuestInvest für ein einzelnes Zimmer verlangt, kann man hierzulande eine ganze Eigentumswohnung in bester Lage erwerben. Dass die Investition dennoch lohnt, beweist diese clevere Preis-DNA. Und was können Sie beweisen?
 

 

Querdenk-Update

Quirin Bank – Die neuen Gesetze des Private Banking (Beratungsletter 11/2007)

Mit seinem Discount-Broker Consors war er 1999 ein Star am Neuen Markt. Nun mischt Karl Matthäus Schmidt mit einer Flatrate-Bank erneut die Branche auf. Seine Quirin Bank, benannt nach dem römischen Kriegsgott, soll den etablierten Großbanken der Branche das Fürchten lehren. Von denen hält Schmidt nämlich nicht allzu viel.

"Unser Konzept ist: Eine klare, transparente und ehrliche Bank, die nur von einer Seite bezahlt wird, nämlich vom Kunden", sagt Schmidt. Versteckte Gebühren, wie sonst üblich, "nervige Anrufe" von Anlageberatern, "unnötiges Umschichten" oder Ausgabeaufschläge gibt es bei der Quirin Bank nicht. Kunden der Quirin Bank zahlen lediglich eine monatliche Flatrate von 75 Euro. Das ist einfach und transparent.

Mutige Ansage: "Als erste Bank in Deutschland geben wir sämtliche offenen und versteckten Provisionen der Produkthersteller an unsere Kunden zurück." Schmidts "10 Gesetze des neuen Private Banking" legen Kunden, die mit ihrer Hausbank unzufrieden sind, einen Wechsel nahe. Hier eine Kurzfassung:

"Wir denken wirklich vom Kunden aus", sagt Schmidt. Billiganbieter ist er deshalb nicht. Die Flatrate summiert sich immerhin auf eine Jahresgebühr von 900 Euro, was sich erst ab Vermögen in sechsstelliger Höhe lohnt. Bei 100.000 Euro etwa fallen 0,9 Prozent Gebühr an. Schmidt rechnet mit bis zu 40.000 Kunden.

In einem "Härtetest" des Manager Magazin schnitt die Quirin Bank neben der Deutschen Bank übrigens bestens ab. Andere Vermögensverwalter rangierten weit abgeschlagen. Vor allem monierten die Tester zu hohe Gebühren und wenig überzeugende Anlagestrategien.

Querdenk-Chance

Kann man zweimal hintereinander eine Revolution schaffen? Noch dazu in der konservativen Bankenbranche? Karl Matthäus Schmidt ist überzeugt, dass das funktioniert und hat mit cleverer Preis-DNA "eine völlig neue Kategorie von Bank in Deutschland" etabliert.
Wie sieht es bei Ihnen aus? Könnte man in Ihrer Branche auch mit einem innovativen Preismodell die Branchengesetze neu definieren?

 

 

Querdenk-Update

Kodak & OKI (Beratungsletter 6/2007)

Aufgeklärte Kunden wissen Bescheid: Druckertinte gehört zu den weltweit teuersten Flüssigkeiten, teurer als edler Wein oder gutes Parfüm. Die quersubventionierten Geräte bekommt man hinterher geschmissen – zur Kasse gebeten wird man dann in kleinen, schmerzhaften Dosen beim Nachkauf der Patronen. Tinte und Toner sind sprudelnde Einnahmequellen der großen Hersteller wie HP, Canon oder Lexmark. Beim Branchenführer HP trug Druckerzubehör im vergangenen Jahr mehr zum Umsatz bei als die Sparten PCs oder Notebooks, und etwa die Hälfte zum Gewinn von 8,1 Milliarden Dollar.

2007 wird "das Jahr, in dem das Rasierer-Klingen-Modell stirbt", so Charles LeCompte von Lyra Research in Massachusetts. Zwei Beispiele für gelungene Preis-DNA bringen nun Farbe ins Spiel:

Kodak befindet sich derzeit in einem schmerzhaften Restrukturierungsprozess. Vom Einstieg ins Druckergeschäft erhofft sich das Unternehmen ähnlich konstante Cash Flows wie sie die Rollenfilme einst generierten. Wie ein falsch eingelegtes Dia stellt Kodak nun das branchenübliche Preismodell auf den Kopf: Die Drucker der EasyShare-Produktlinie kosten zwar etwa 50 Euro mehr als die Geräte der Konkurrenz, dafür ist die Tinte um bis zu 50 Prozent billiger. Um der Kundschaft diesen langfristigen Kostenvorteil im Unterhalt bieten zu können, setzt Kodak auf eine mit Hilfe der Nanotechnologie neuentwickelte Tinte, die sich besonders fein und deshalb sparsam auf dem Papier verteilt.

Mit der OKI Printer Flatrate ist man das lästige Nachbestellen beim Bürobedarf los. Zu einem monatlichen Fixbetrag werden Tinte und Toner bequem und binnen eines Werktags geliefert – ein echtes Alleinstellungsmerkmal am Markt. Ab einer monatlichen Flatrate von 25 Euro liefert OKI ausreichend Farbe für 500 Schwarzweiß- und 100 Farbdrucke. Je höher das Druckvolumen, desto geringer der Preis pro Seite. Bei den etwas teureren Tarifen der OKI Printer Flatrate Plus ist – man ahnt es – der Drucker inklusive.

Querdenk-Chance

Kodak und OKI brechen eine ungeschriebene Branchenregel: Kunden werden über niedrige Erstkosten angesprochen und das Geld wird dann über deren laufenden Ausgaben für die Druckertinte verdient. Doch dank des Vorstoßes von Kodak und Oki müssen sich nun auch die anderen Wettbewerber im Druckergeschäft Gedanken machen, wie sie diesen neuen Preismodellen begegnen können. Und was für das Druckergeschäft gilt, gilt auch für Sie: Welche Preismodelle werden in Ihrer Branche blind akzeptiert – und wie können Sie diese intelligent in Frage stellen?
 

 

Querdenk-Update

Napster - Musik mieten statt kaufen (Beratungsletter 2/2007)

Mit gut 70% beherrscht Apple derzeit ungefochten den Markt für digitale Musik. Der Rest ist hart umkämpft. Genau hier wird die Sache interessant – sind es doch meist Innovationen aus der zweiten Reihe, die Platzhirschen wie Apple früher oder später das Leben schwer machen...

Dieser Zeitpunkt scheint nun gekommen: Nach dem Siegeszug der "iTunes" in den Jahren 2004 und 2005, erlebte Apple im letzten Jahr einen dramatischen Umsatzeinbruch von 65%. Im gleichen Jahr wuchs Konkurrent "Napster" (mittlerweile legal und seit 2005 an der Börse) um 26% und verdoppelte die Anzahl seiner Kunden.

Napster verfolgt eine komplett andere Preisstrategie als Apple und bietet eine "Music Flatrate" für 9,95 Euro pro Monat an. Das ist billiger als eine CD und bietet Zugriff auf über 3 Millionen Songs bzw. 260.000 Alben im virtuellen Regal! Als Abonnent kann man so viel herunterladen wie man will (und anhören kann ;-). Allerdings ist die Musik nur gemietet: Endet das Abo, sind auch die Titel auf der Festplatte nicht mehr abspielbar.

Bei der mobilen Variante "Napster To Go" kann man für 14,95 Euro zusätzlich zu PC oder Laptop bis zu 3 tragbare Player mit Musik volltanken. Übrigens sind fast alle Geräte, die derzeit auf dem Markt sind, Napster-kompatibel. Und auf der letzten Cebit in Hannover waren es vor allem neue Generationen von Musikhandys, die mit immensen Speicherkapazitäten als Indikatoren für einen zukunftsträchtigen Massenmarkt für Flatrate-Abos dienen. Während Apple die Kooperation mit fremden Herstellern scheut, ist Napster mit Mietmusik bereits Marktführer.

Querdenk-Chance

"Der Erfolg gibt uns recht: Wir haben mit unserem Angebot den Zeitgeist voll getroffen", so Thorsten Schliesche, General Manager und Vice President von Napster Deutschland. Im Kielwasser setzt die Konkurrenz nun ebenfalls auf die Flatrate als Preismodell – die Telekom mit "Musicload", MSN und debitel in Kooperation mit Jamba.

Ob Leasing, Carsharing, DVDs aus der Videothek oder On-Demand-Dienstleistungen – temporäre Nutzungsmodelle gehören längst zum Alltag. Besonders Flatrates bedeuten dabei ein mehr an Flexibilität und Freiheit, weil weniger Kaufentscheidungen zu treffen sind. Auch, wenn es sich jeweils nur um 99-Cent-Beträge handelt.
Was bedeutet das für SIE? Immer wieder Ihr herkömmliches Preismodell auf den Prüfstand zu stellen und sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wie Sie es neu erfinden können...
 

 

Querdenk-Update

Slate Reinigung (Beratungsletter 12/2006)

Ein lang gehütetes Geheimnis besagt, dass Moses vom Berg Sinai nicht nur die Zehn Gebote mitbrachte, sondern auch das weltweit geltende Grundgesetz der Chemischen Reinigungen: "Du sollst Deinen Service immer pro Kleidungsstück abrechnen!"

Und so kommt es, dass man für die Reinigung einer Hose 4,50 Euro, für den Faltenrock 5,00 Euro und den Popeline-Mantel 12,00 Euro bezahlt. Dieses ungeschriebene Branchengesetz hat die New Yorker Reinigung "Slate NYC Inc." erfolgreich in Frage gestellt: Dort zahlt man einen monatlichen Festpreis, ähnlich einer Flatrate und kann dafür im Monat so viele Kleidungsstücke reinigen und waschen lassen, wie das Herz begehrt.

In dem monatlichen Festpreis sind folgende Services eingeschlossen:

Kein Stress – Die Kleider werden von zuhause abgeholt und auch wieder dorthin geliefert. Termine können persönlich oder online vereinbart werden.

Kein Sortieren – Bei Anmeldung bekommt man per Post einen Wäschesack zugeschickt, in den alles reinkommt. Für welche Stücke Kalt-, Bunt- oder Handwäsche nötig ist und welche Teile chemisch gereinigt werden, entscheiden Experten.

Ökologische Reinigung – An die Fasern kommen statt dem gängigen, aber aggressiven Perchlorethylen nur biologisch abbaubare Substanzen. Das ist gut für Umwelt und Haut.

Rebranding – Die sauberen Klamotten kommen in stylischer Tasche und in feines Papier gewickelt zurück, als hätte man sie eben erst gekauft. "Es scheint, wir wären ein Reinigungsunternehmen, aber in Wahrheit sind wir ein Fashion Label."

Mit seinem ungewöhnlichen Preiskonzept und den zusätzlichen Servicen ist Slate äußerst erfolgreich. Und das bei einem Preis von 236 USD (ca. 175 Euro) pro Monat. Da sage noch jemand, Geiz sei geil…

Querdenk-Chance

Vergleichen wir Slate doch einmal mit dem Service und der Innovationskraft unserer heimatlichen Reinigung. Dort heißt es: "Pulli 5,00 Euro, bis maximal 18 Uhr geöffnet, frühestens am Samstag fertig, Parkplatz Ihr Problem." Eine fixe monatliche Pauschale von 175 Euro? Funktioniert hier nicht.
Ach – und eine Frage noch: Welches Preismodell hatte Moses für Ihre Branche dabei?

 

 

Querdenk-Update

Altersvorsorge für Künstler (Beratungsletter 6/2006)

Künstler zählen eher nicht zur Klientel von Vorsorgeversicherern. Klar, den meisten fehlt schlicht das nötige Geld, um große Summen in ihre Altersvorsorge zu investieren. Geldknappheit seiner Kunden ist aber noch lange kein Hindernisgrund für kreative Querdenker wie Dan Galai, den Mitbegründer des Finanzdienstleisters MutualArt mit Sitz in New York.

Galai hat den Artist Pension Trust (ATP) ins Leben gerufen, der Künstlern die Chance bietet, für ihre Rente zu sorgen, ohne Geld einzuzahlen. Stattdessen gibt jeder am Fonds beteiligte Künstler innerhalb von 20 Jahren 20 Werke an den APT ab.

Der APT verwaltet die Werke der Künstler und gestaltet deren Marktwert aktiv mit: Leihgaben einzelner Stücke an Galerien oder ganze APT-Ausstellungen sollen helfen, die Künstler national und international zu etablieren.

Sehen die Kuratoren des Fonds den Zeitpunkt für die Veräußerung eines Werkes gekommen, gehen 40% des Erlöses an den Künstler, 20% an den Fond und der Rest wird unter den anderen beteiligten Künstlern aufgeteilt. So profitieren die Künstler vom eigenen Erfolg, tragen aber auch zur Rente ihrer Kollegen bei. Die Dividenden des Fonds werden alle fünf Jahre ausgeschüttet.

APT-Fonds gibt es mittlerweile in allen großen Kunstmetropolen dieser Welt, von London über Los Angeles bis Beijing und Bombay.

Querdenk-Chance

Der Artist Pension Trust knüpft an die in Künstlerkreisen übliche Tradition an, mit Naturalien statt Geld zu bezahlen. Wann mit dieser Einzahlungsmethode hohe Summen gehandelt werden, ist nur eine Frage der Zeit.

Kleines Rechenbeispiel: Der APT in Berlin nimmt jährlich etwa 50 neue Künstler auf. Nach 10 Jahren verfügt die Sammlung über 2750 Werke. Würde jedes Werk für nur 1.000 Euro verkauft werden, und berücksichtigte man die 10 weiteren Fonds weltweit, dann sind die Dimensionen klar. Und das quasi ohne Geld!

 

 

Querdenk-Update

LTU Biet & Flieg (Beratungsletter 5/2006)

Mittlerweile bietet fast jede Fluggesellschaft Sonderangebote auf ihrer Website. Und logischer Weise bestimmt auch die Airline diese Sondertarife – wer denn sonst? Wie wäre es, wenn der Kunde den Preis seines Flugtickets selbst bestimmen könnte? Verrückt – oder ein cleveres Geschäftskonzept?

Bei LTU kann der Kunden tatsächlich den Preis seines Flugtickets selbst bestimmen, indem er ein Preisgebot abgibt. "Biet & Flieg" heißt die besondere Form der Buchung. Der Kunde gibt die Reisedaten für seinen gewünschten Flug und den Flugpreis ein, den er maximal zahlen möchte. Dann heißt es abwarten: Nach spätestens 24 Stunden erfahrt der Bietende dann, ob er den Zuschlag für sein Preisangebot erhalten hat.

Ein cleveres Konzept:

1) Biet & Flieg hat eine spielerische Komponente a la eBay, die gerade auf Konsumenten eine große Anziehungskraft ausübt.

2) LTU kann die Auslastung seiner Flugzeuge optimieren und dabei die maximale Zahlungsbereitschaft der Kunden abschöpfen. Dieses Vorgehen ist cleverer als ein vom Unternehmen festgelegter Aktionspreis: Für einen Flug nach New York zum Sonderpreis von 390 Euro wird niemand auch nur einen Cent mehr ausgeben. Wenn ein Kunde aber der Überzeugung ist, dass 490 Euro auch ein echtes Schnäppchen wären, gewinnt LTU 100 Euro.

Clevere Lösungen liegen manchmal in einem einfachen Twist: LTU scheint ein großzügiges Angebot zu machen ("Nennen Sie und doch Ihren Preis") und macht damit auch noch seine Kunden glücklich ("Ich habe mir einen Superpreis bei LTU ersteigert…").

 

 

Querdenk-Update

E-PLUS (Beratungsletter 3/2006)

Innovationen in der Mobilfunkbranche fanden bisher überwiegend auf zwei Gebieten statt: Bei den Handys (von der Kamera bis zum MP3-Player) und bei den Zusatzdiensten (von MMS bis zu Klingeltönen).

Das Preismodell der Branche schien dagegen innovationsresistent zu sein, denn es gab nur ein Erfolgsmodell: das Handy zum Nulltarif, fester Vertrag und Grundgebühr. Das war's.

Wenn man jedoch unterschiedliche Zielgruppen mit unterschiedlichen Leistungsansprüchen und einer unterschiedlichen Zahlungsbereitschaft hat, verschenkt man damit Geld. Gerade in einer heiß umkämpften Branche rutscht man dann sehr schnell in den reinen Preiswettbewerb ab.

Neue Abnehmer in nennenswertem Umfang gewinnt in einem gesättigten Markt nur derjenige, der aus den gängigen Bahnen des Wettbewerbs ausbricht und auf eine neue Art und Weise Kunden anspricht, deren Bedürfnisse bisher nicht wirklich erkannt wurden. Genau das hat der Mobilfunkanbieter E-Plus getan und neben seiner Kernmarke zwei weitere Marken etabliert: Simyo und Base, jeweils mit einem eigenen Preismodell und einer ganz eigenen Zielgruppe.

Der Klassiker E-Plus verfolgt weiterhin das etablierte Preismodell der Branche: Billiges Handy, fester Vertrag, Grundgebühr und umfassender Service.

Die Zweitmarke Simyo von E-Plus richtet sich an Internet-Smart-Shopper, also an preisbewusste Telefonierer. Das Preismodell: Keine Handys, keine Grundgebühr, keine Vertragsbindung, kein Mindestumsatz, keine Kosten für die Mailboxabfrage. Stattdessen absolute Transparenz: 16 Cent/Minute rund im die Uhr, in alle Netze, deutschlandweit. Fertig.

Die Zweitmarke Base von E-Plus richtet sich an Vieltelefonierer wie beispielsweise Freiberufler und Geschäftskunden. Das Preismodell: Eine Flatrate mit der man für 25 Euro im Monat unbegrenzt im deutschen Festnetz und im Mobilfunknetz zu E-Plus und Simyo telefonieren kann.

Querdenk-Chance

Sind Sie bereit, das Preismodell Ihrer Branche in Frage zu stellen? Unterschiedlichen Kundensegmenten unterschiedliche Preismodelle anzubieten?
Wenn ja, zeigt das Beispiel von E-Plus, wie man ein solches Vorgehen erfolgreich in die Praxis umsetzen kann. Eine Querdenk-Strategie, die nicht nur im Mobilfunk immer überlebenswichtiger wird.

 

 

Querdenk-Update

e.l.f. Cosmetics (Beratungsletter 12/2005)

Dass Sonnencremes von Discountern in Tests regelmäßig genauso gut oder sogar besser abschneiden als die (vermeintlich) hochwertigeren Luxusmarken, ist bemerkenswert. Gute Pflege, so scheint es, muss nicht teuer sein.

Zwei Jungunternehmer aus Amerika gingen noch einen Schritt weiter: Sie verkaufen Kosmetika für nur 1 Dollar pro Stück – jeder Artikel, egal ob Lippenstift, Mascara oder Augenbrauenstift. Und sie versetzen mit diesem neuen Preismodell die gesamte Branche in Aufruhr.

Der erst 23-jährige Mitbegründer von "e.l.f. Cosmetics", Joey Shamah, vertritt eine interessante Philosophie: "Jede Frau sollte die Möglichkeit haben, von innovativen Produkten zu profitieren, ohne ihr Budget dafür ruinieren zu müssen."

Mit "Geiz ist geil" hat das wenig zu tun. Der Auftritt von e.l.f. macht angefangen von der Verpackung bis hin zur Website einen hochwertigen Eindruck und sorgt damit sogar in Frauenmagazinen weltweit für Aufsehen - kostenlose PR von unbezahlbarem Wert inklusive! Und noch etwas: Nur natürliche Inhaltsstoffe kommen in die Tube und das Glas und natürlich sind die Produkte frei von Tierversuchen – the Body Shop lässt grüssen.

Querdenk-Chance

Nur ein paar Prozent billiger zu sein als die Konkurrenz fordert keine radikale Innovation! Richtig große Sprünge machen Sie nur, wenn Sie sich die folgenden Fragen stellen: Was würde passieren, wenn ich den Preis meiner Produkte radikal senke (z.B. auf 1 Dollar so wie im Beispiel von e.l.f.) oder radikal erhöhe (z.B. 60 Dollar für eine Klobürste zu verlangen, so wie Alessi es tut).

Dieses radikale Infragestellen des branchenüblichen Preismodells macht den Raum frei für wirklich bahnbrechende neue Ideen - die Preis-DNA. Und im Fall von e.l.f. Cosmetics bleiben sogar 20 Prozent der Einnahmen für wohltätige Zwecke übrig: Hurricane Opfer, Rotes Kreuz und vor allem Krebsforschung. Bei 7 bis 10 Mio. USD Umsatz ist das nicht wenig.

 

 

Querdenk-Update

On-Demand-Dienstleistung (Beratungsletter 11/2005)

"Geben Sie mir eine Stunde!" So kurz braucht der IT-Leiter eines mittelständischen Immobilienunternehmens, um neu eröffnete Filialen weltweit mit allen relevanten digitalen Unterlagen zu versorgen. Nach 60 Minuten können die neuen Partner auf gemeinsame Kundendatenbanken, E-Mail-Accounts und spezielle Software zugreifen und mit der Arbeit loslegen.

Möglich wird dies durch Anbieter wie Weboffice.com, die dem Kunden ein maßgeschneidertes Intranet samt Anwendungen zur Verfügung stellen. Und zwar schnell, flexibel und gegen eine monatliche Gebühr.

"On Demand" oder auch "ASP" (Application Service Providing) lässt Kunden einen Service nutzen, ohne die komplette Technologie oder die Hard- und Software dafür zu kaufen. Preis-DNA bedeutet in diesem Fall, dass die Funktionen für die Dauer ihrer Nutzung gemietet und entsprechend abgerechnet werden.

Insbesondere im IT-Bereich haben Hersteller erkannt, dass insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen vor den hohen Investitionskosten für eine komplette IT-Infrastruktur zurückschrecken. Erscheint der Kaufpreis zu hoch, lautet die Lösung: "Nutzungsabhängig Miete zahlen statt kaufen".

Damit kann die eine Seite viel sparen - während die andere gut verdient. Oder anders formuliert: Der Verkauf einer Immobilie spült zwar kurzfristig viel Geld in die Kasse, doch regelmäßige Mieteinnahmen sind für den Besitzer langfristig interessanter, oder?

Bereits 20 Prozent der deutschen Mittelständler nehmen On-Demand-Dienste in Anspruch. Analysten sehen ein Riesenpotential von über 180 Mio. Dollar in den nächsten drei Jahren - allein in der IT-Branche. Preis-DNA zahlt sich aus!

 

 

Querdenk-Update

Netflix (Beratungsletter 9/2005)

Der DVD-Markt ist einer der stärksten Wachstumsmärkte weltweit. Erschwingliche Preise für die Technik machen Heimkinos immer beliebter und der Filmeverleih boomt.

Aber egal, wo man seine DVD ausleiht: Weltweit funktioniert der Videoverleih nach einem Preismodell: man zahlt pro Tag – manchmal auch pro Stunde. Nach diesem ungeschriebenen Gesetz bot auch die 1997 in Kalifornien gegründete Videothek Netflix ihre Filme an – mit mäßigem Erfolg. Nach zwei Jahren vereinfachte Netflix das Preismodell radikal und wurde zum unangefochtenen Marktführer.

"Gib dem Kunden die größtmögliche Entscheidungsfreiheit und der Erfolg ist Dein", lautet das Motto bei Netflix. Und das wurde konsequent in die Tat umgesetzt: Für einen Monatsbeitrag von 19,95 $ kann man auf ein Filmarchiv mit über 12.000 DVDs zugreifen und sich im Laufe des Monats so viele Filme ausleihen wie man möchte (oder schafft ;-). Einzige Einschränkung: Nur drei DVDs können gleichzeitig bestellt werden. Der Versand erfolgt per Post und dauert 2-3 Tage. Sobald eine DVD an Netflix portofrei zurückgesendet ist, erhält der Kunde die nächste Wunsch-DVD. Auch fallen keine Strafgebühren an, wenn am Monatsende Filme zu Hause vergessen werden.

Mehr als 800.000 Amerikaner haben diesen praktischen Verleihservice abonniert. In Deutschland hat Amazon dieses clevere Geschäftsmodell übernommen.

Querdenk-Chance

Seien Sie mutig und stellen Sie in Ihrer Branche ungeschriebene Preismodelle in Frage. Wie könnte das oben beschriebene Preismodell à la Netflix in Ihrer Branche aussehen? Machen Sie mit einem eigenen Preismodell auf sich aufmerksam. Je ausgefallener umso besser – aber einfach sollte es sein!

 

 

Querdenk-Update

Norwich Union - Versicherung nach Bedarf (Beratungsletter 7/2005)

Manchmal liegt die Querdenk-Chance auf der Straße: Wenn neun von zehn Autobesitzern sich wünschen, ihre Versicherungsprämien nutzungsabhängig zu zahlen – so wie Strom oder Gas - sollte eigentlich klar sein, wohin die Reise geht! Weg von undurchsichtigen Prämienkalkulationen, hin zu mehr Transparenz und nutzungsabhängigen Tarifen.

"Pay As You Drive" ist die Antwort der britischen Norwich Union Insurance; Großbritanniens größtem Versicherer für Privathaushalte.

Das Prinzip: Ein Fahrdatenspeicher im Auto übermittelt die gefahrenen Kilometer per GPS an die Versicherung. Das erinnert irgendwie an Toll Collect, arbeitete beim Pilotversuch mit 5000 Fahrzeughaltern allerdings fehlerfrei – und das bei über 12 Millionen Datentransfers täglich! Der Vorteil für den Versicherungsnehmer: Er zahlt eine individuelle Versicherungsprämie, die sich danach richtet, wann, wo und wie oft er sein Fahrzeug nutzt. Vor allem für Gelegenheitsfahrer und solche, die keine weiten Strecken zurücklegen, ist dieses Preismodell ein echter Durchbruch.

Die Autofahrer profitieren zudem von praktischen Serviceleistungen wie Unfall-Soforthilfe und Routenplanung in Echtzeit. Eine weitere Innovationsidee von Norwich Union Insurance: Benutzt man das Auto an verkehrsarmen Tagen, sinkt die Versicherungsprämie wegen der geringeren Unfallgefahr.

Querdenk-Chance

Man braucht Mut, etablierte Preismodelle zu hinterfragen. Aber es zahlt sich aus! Fragen, die Ihnen beim Querdenken helfen: "Warum berechne ich mein Preise so und nicht anders?" oder "Gibt es für meine Kunden bequemere Arten zu zahlen?".

Hilfreich ist auch der Blick auf Preismodelle in anderen Branchen. Stichwort Telekommunikation: Nutzungsabhängige, sekundengenaue Abrechnung ist dort schon lange die Regel. Gleiches gilt für Verträge mit Freiminuten, Wochenendtarife oder Zahlungsmöglichkeiten von Münzeinwurf über Bankeinzug bis zu Prepaid- und Kreditkarten... Die Frage, die Sie sich stellen sollten: Was können Sie von Preismodellen anderer Branchen lernen und wie können Sie damit überlegenen Kundennutzen schaffen?

 

 

Querdenk-Update

Ibis Hotels (Beratungsletter 1/2005)

"Zahlen Sie doch, was Sie wollen" hieß eine vierwöchige Aktion der Hotelkette IBIS. Und tatsächlich konnten die Kunden ihren Übernachtungspreis selbst bestimmen. Etwa zehn Prozent der Hotelgäste nutzen das Angebot auch aus und übernachteten zum Nulltarif. Die meisten Gäste waren jedoch fair und zahlten etwa 40 Euro pro Übernachtung. Eine Summe, die sich durchaus mit den üblich kalkulierten Preisen von 42 bis 47 Euro deckte. Allerdings war die Auslastung während der Aktion deutlich höher als in den übrigen Monaten, so dass IBIS noch nicht einmal Umsatz- oder Gewinneinbussen hinnehmen musste.

Gewonnen haben aber nicht nur die Kunden: Für IBIS gab es kostenlose PR und viele Neukunden. Die Auswertung der ausgelegten Fragebögen ergab, dass etwa 20 Prozent der zufriedenen Gäste während der Aktionswochen zum ersten Mal in der Hotelkette übernachtet hatten.

Wagner's Hotel Tannenhof (Beratungsletter 1/2005)

Auch der Hotelier Klaus-Werner Wagner vertraut seinen Kunden. Und das nicht als Aktion, sondern als Dauereinrichtung. Sein Hotelbetrieb Wagner's Hotel Tannenhof ist derzeit das einzige Hotel Deutschlands mit Richtpreisen innerhalb der ersten drei Tage des Aufenthaltes. Wie ist das zu verstehen? Ganz einfach: Zufriedene Gäste zahlen gern die angegebenen Richtpreise. Sollten sie aus irgendeinem Grund nicht mit der Leistung einverstanden sein, so dürfen sie den Übernachtungspreis frei bestimmen.

Querdenk-Chance

Gehen Sie neue Wege und lassen Sie die Kunden den Preis bestimmen: IBIS und das Hotel Tannenhof zeigen, wie man damit viel PR und neue Kunden gewinnen kann. Und keine Sorge: Wenn Sie Kunden von Ihrem Leistungsangebot begeistern konnten, bauen Sie automatisch eine Hemmschwelle gegen Knauserigkeit auf. Die Kaufentscheidung wird auf die Ebene des Nutzens verlagert und der Preis dient nur noch als Zusatzinformation, nicht jedoch als kaufbestimmendes Kriterium.

 

 

Querdenk-Update

Laafi (Beratungsletter 11/2004)

Die Idee: Produkte oder Services werden an Kunden verschenkt oder zu einem radikal niedrigen Preis verkauft und eine dritte Partei übernimmt die Kosten. Diese Idee hat viel Potenzial, denn alle drei beteiligten Parteien haben etwas davon!

Sie meinen, das ist unmöglich? Dann denken Sie noch mal nach! Haben Sie in der Zeitung nicht auch schon mal eine Anzeige gesehen, die Ihnen eine Busreise für einen Reisepreis von 9,90 Euro verspricht, wobei neben Fahrt und Ausflugsprogramm auch noch Produkte im Wert von 29,95 Euro im Preis inkludiert sind? Sehen Sie, Sie kennen das Prinzip der Preis-DNA.

Nun kommt die Denkaufgabe für Sie: Wie können Sie erreichen, dass Amazon.com Ihren gemeinnützigen Verein finanziell unterstützt?

Laafi ist ein österreichischer Verein, der Projekte im Gesundheitsbereich in Burkina Faso, einer der ärmsten Regionen der Welt, unterstützt. Der Verein Laafi arbeitet auf privater Basis und erhält keine Mittel aus öffentlicher Hand. Spendengelder kommen zu 100% den Projekten zugute. Verwaltungs- und Reisekosten werden von den Mitgliedern aus eigener Tasche getragen.

Nun die clevere Idee nach dem Prinzip der Preis-DNA: Amazon.com bietet ein Partnerprogramm für Website-Besitzer an: Wenn Sie als Partner ein Produkt von Amazon.com auf Ihrer Website vorstellen und jemand von Ihrer Website diesen Artikel bei Amazon kauft, bekommen Sie als Partner einen prozentualen Anteil am Umsatz. Amazon bezahlt die Provision aus seiner Marge und verteuert nicht das Produkt für den Kunden.

Laafi nutzt dieses System, indem man nicht direkt um die Überweisung von Geldbeträgen bittet, sondern die Besucher der Laafi-Website darum ersucht, beim nächsten Buch- oder CD-Kauf einen angegebenen Link zu Amazon zu nutzen. So wird der Kunde bei Amazon automatisch als Besucher der Laafi Website erkannt und etwa fünf Prozent seines Einkaufs werden dem wohltätigen Zweck von Laafi gespendet. Das funktioniert, ohne dass es den Kunden etwas kostet, denn die Kosten werden von Amazon übernommen.

 

 

Querdenk-Update

Unternehmensberatung zum Pauschalpreis (Beratungsletter)

Das IBF Institut für Betriebsführung AG, eine Unternehmensberatung für mittelständische Unternehmen, stellt nicht wie üblich Tages- oder Stundensätze für die in Anspruch genommenen Beratungsleistungen in Rechnung. IBF verlangt von seinen Auftraggebern eine Monatspauschale, die sich nach der Anzahl der Mitarbeiter richtet. Mit dieser kalkulierbaren Pauschale sind die Beratungsleistungen, die während eines Monats anfallen, pauschal abgegolten.

Das ist aus der Sicht der Kunden eine gute Idee, denn sie haben eine fest kalkulierbare Größe und müssen nicht auf "böse Überraschungen" am Monatsende in Form von dicken Beraterrechnungen gefasst sein.

Auch steht ihnen der gesamte Beraterpool rund um Betriebswirtschaft, Marketing, Vorsorge, Personalwesen und Finanzierung zur Verfügung: Keine Notwendigkeit also, für jede neue Fragestellung einen eigenen Beratervertrag abzuschließen. Alles in allem bedeutet das Preismodell eine größere Preissicherheit und Bequemlichkeit für die mittelständischen Kunden.

Aber auch für das IBF rechnet sich dieses Preismodell. So ist die Bindung der Kunden an das Unternehmen sehr hoch, die Einnahmen für die kommenden Monate können gut prognostiziert werden und man profitiert zudem durch hohe Kundenzufriedenheit, da das Modell als "fair" empfunden wird.

Querdenk-Chance

Das IBF-Modell zeigt noch etwas Wichtiges: Wenn wir darüber sprechen, das Preismodell unserer Branche in Frage zu stellen, geht es nicht darum, sich gegenüber der Konkurrenz zu positionieren, sondern darum, den Wettbewerbern auszuweichen. Dieses Vorgehen basiert auf der Idee, keinen frontalen Angriff über den Preis zu führen, sondern das Spielfeld einfach zu verlagern.

 

 

Querdenk-Update

Die Kuh zum leasen (Beratungsletter 2/2004)

Sie haben richtig gelesen: Bei immer mehr Bauern kann man seine Kuh leasen. Für eine Leasinggebühr von 380 Schweizer Franken wird man für die Dauer eines Sommers zum Bergbauern auf der Alp Tschingelfeld. Je nach Leistungsvermögen der Kuh ergeben sich weitere Produktionskosten wie der Melklohn von 0,40 Franken pro Liter und die Kosten für die Käsezubereitung von maximal 0,75 Franken. Der Ertrag der eigenen Kuh wird in erstklassigem Alpenkäse ausbezahlt.

Anwalt per Minute (Beratungsletter 2/2004)

Umstritten, aber existent: Der Bundesgerichtshof hat den Betrieb von Anwalthotlines zugelassen, unter anderem weil ein Bedarf der Bevölkerung an spontaner telefonischer Beratung über Rechtsfragen des Alltags nicht zu verkennen sei. Und so gibt es nun in Deutschland Anwalthotlines, die Rechtsfragen zum Thema Verkehrsrecht, Mietrecht, Arbeitsrecht, Familienrecht oder Erbrecht am Telefon beantworten. Die Gesamtkosten des Dienstes richten sich nach der Dauer des Gesprächs (etwa 1,90 Euro pro Minute). Die Kosten werden über die Telefongesellschaft des Anrufers im Rahmen der normalen Telefonrechnung eingezogen.

Waschmaschine per Waschladung (Beratungsletter 2/2004)

Beim italienischen Waschmaschinenhersteller Merloni müssen Kunden bei den teuren High-End Maschinen nicht mehr die Waschmaschine kaufen, sondern leisten nur noch eine monatliche Zahlung, die von der Nutzungshäufigkeit der Maschine abhängt. Um Aufstellung und Wartung der Waschmaschine muss sich der Kunden nicht mehr kümmern. Mit diesem innovativen Preismodell schafft es das Unternehmen, auch teure Geräte zu vermarkten, die beim normalen Kauf zu Preisen von über 2.000 Euro keinen Absatz finden würden.

Leihwagen für 1 Euro (Beratungsletter 2/2004)

Wer sagt denn, dass Mietwagen immer vom Mieter gezahlt werden müssen? Die Firmen Laudamotion und MaxHopp bieten Smarts für eine Mietgebühr von einem Euro pro Tag. Die Idee hinter diesem Preismodell: Die Smart-Flotte ist mit Werbung beklebt und die werbenden Unternehmen übernehmen im Prinzip die Wagenmiete.

Das Besondere daran ist auch, dass es keine Kilometerbegrenzung nach oben gibt – wohl aber nach unten. Eine gewisse Anzahl von Kilometern ist Pflicht, um die Werbung entsprechend spazieren zu fahren.

 

Anja Förster und Dr. Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von Wirtschaftsvordenkern.

Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen die beiden Bestsellerautoren für die Befreiung aus Denkschablonen und das Verlassen ausgetretener Pfade. Mit ihrem Labor für Business Querdenken sind sie auf allen fünf Kontinenten unterwegs und suchen nach unkonventionellen und erfolgreichen Geschäftskonzepten und nach den Menschen, die dahinter stehen.

Was SIE davon haben? Den Blick über den Tellerrand und 100 Prozent Inspiration!