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MIX-IT
Mit Bindestrich-Innovationen neue Märkte erobern!


Coffee & Councel bietet Rechtsberatung bei Kaffee und Bagel

Verbinden Sie zwei Branchen miteinander, die traditionell nicht zusammen gehören. So können Sie mit Bindestrich-Innovationen neue Märkte erobern!

Was differenziert ein Unternehmen von einem anderen? Sind es Qualität, Kundenorientierung, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis? Oder sind diese Faktoren heute eher notwendige Voraussetzung zum Überleben? Wir glauben Ja, denn diese Faktoren sind heute in den meisten Branchen bereits eine zu erwartende Selbstverständlichkeit. Wie also können Sie sich gegenüber dem Wettbewerb profilieren? Ein interessantes Konzept ist in diesem Zusammenhang die Idee der Bindestrich-Innovation: Mix-It!

Die Idee dabei: Verbinden Sie zwei Branchen miteinander, die im klassischen Branchendenken nicht zusammengehören. Wichtig ist dabei, dass aus dieser Fusion ein zusätzlicher Nutzen und Wert für den Kunden entsteht. Nur dadurch erhält die Bindestrich-Innovation ihre Existenzberechtigung.

 

Querdenk-Update

Ökogrün und Stahlgrau – Das muss kein Gegensatz sein (Beratungsletter 2/2008)

Die Stadt Marburg macht es vor: Sie will Bauherren und Hauseigentümer zur Nutzung von Solarenergie verpflichten. Anstatt auf Öl oder Gas müsse bei Neu- und sanierten Altbauten langfristig auf unbegrenzte Ressourcen gesetzt werden, forderte der grüne Bürgermeister Franz Kahle Ende Januar 2008. Damit verlangt der Politiker nur, was längst Stand der Technik ist. Die folgenden Mix-It-Beispiele zeigen, dass Ökologie und urbanes Bauen keine Gegensätze sein müssen.

Bahrain World Trade Center: Dieses Zwillingshochhaus in Bahrain gilt als das erste Hochhaus der Welt mit integrierten Windrädern. Drei Turbinen mit einem Durchmesser von 29 Metern produzieren bis zu 15 Prozent des Energiebedarfs – genug, um 300 der Wohneinheiten ein Jahr lang zu beleuchten.

Burj Al-Taqa Energy Tower: Das erste Null-Primärenergie Hochhaus für den Mittleren Osten basiert auf historischen arabischen Windtürmen. Dabei wird in den 322 Meter hohen Turm von oben her Wind ins Gebäudeinnere geleitet. Auch erzeugt das vom deutschen Büro Gerber Architekten International konzipierte Gebäude die gesamte benötige Energie aus erneuerbaren Quellen. Überschüssig produzierte Energie wird in Wasserstoff- und Heißwassertanks gespeichert.

EDITT Tower: Gebaut ist er noch nicht, aber preisgekrönt ist der Entwurf von Architekt Ken Yeang bereits. Der "Ecological Design In The Tropics" (EDITT) Tower wird von der National University of Singapore (NUS) mitfinanziert. 55 Prozent des Wasserverbrauchs soll durch Regen- oder Abwasserfilterung gedeckt werden – für Singapur wegweisend, da der Stadtstaat einen Großteil des Frischwassers aus Malaysia bezieht. 40% der Energie wird durch Solarzellen erzeugt. Zur Kühlung wird Wind ins Innere des Gebäudes kanalisiert.

Dynamic Architecture Dubai: Auch dieser Wolkenkratzer ist noch nicht gebaut. Doch die Idee, wie Windenergie genutzt werden kann, fällt hier noch radikaler aus, als beim Bahrain WTC: Die Designer vom italienischen Büro Dynamic Architecture wollen ganze Stockwerke zu Turbinen umfunktionieren. 84 Turbinen zwischen den drehbaren Etagen sollen 50 der 200 Appartements mit Strom versorgen.

Hearst Tower: Der Hearst Tower wurde von Sir Norman Foster entworfen und Ende Oktober 2006 in Manhattan eröffnet. Er gilt als erster "Öko-Wolkenkratzer" New Yorks. Für die Konstruktion wurde zu 80 Prozent wiederverwerteter Stahl verwandt, was dem Hearst Tower die Goldmedaille für "Leadership in Energy and Environmental Design" (LEED) des U.S. Green Building Council einbrachte.



Querdenk-Chance

Innovative Architekturbüros haben die Notwendigkeit für grünes Bauen längst erkannt und feiern mit hoch innovativen Konstruktionen rund um alternative Energiequellen internationale Erfolge. Besonders das Interesse aus dem ölreichen Mittleren Osten für ökologische Prestigeprojekte zeigt, dass ein genialer Mix aus Naturgrün und Stahlgrau Märkte beleben oder sogar schaffen kann.

Schon mal überlegt, wie Sie zwei Branchen miteinander verknüpfen könnten, die traditionell nicht zusammen gehören? Je ungewöhnlicher die Kombinationen, desto einzigartiger das Ergebnis!

 

 

Querdenk-Update

Connect18 – Für motorische Lerntypen (Beratungsletter 8/2007)

Ein innovatives Beispiel aus dem Bereich Bildung und Lernen. Und zwar von einem Fitness-Studio in San Francisco. Richtig gelesen. John Ford und sein Team aus sport- und reisebegeisterten Amerikanern hatten die Idee, im Fitness-Studio nicht nur den Körper, sondern auch den Geist zu trainieren. Heraus kam ein Mix aus Radfahren, Landschaftsvideo und interaktivem Sprachkurs.

Und das funktioniert so: Eine DVD wird auf eine Leinwand projiziert. So sieht man beispielsweise eine Dorfstraße in Mexiko, die man entlang fährt indem man in die Pedalen des Hometrainers tritt. Die Abspielgeschwindigkeit des Films richtet sich dabei nach der eigenen Anstrengung. Anhand der Motive werden spanische Vokabeln gelernt oder aufgefrischt.

Wichtig ist die Teamkomponente: Man radelt und lernt nicht alleine, sondern in einer Gruppe. Der Fitness-Trainer nimmt zugleich die Rolle des Lehrers ein, um die Kommunikation in der Gruppe anzuregen und individuell zu fördern. Im Internet stehen vertiefende Übungsaufgaben zur Verfügung – übrigens auch für Sie frei zugänglich!

Connect18 kombiniert Wadel- und Vokabeltraining zu einem medialen und körperlichen Erlebnis und das Fitness-Studio wird zum Filmkasino. Wer nicht warten will, bis das Konzept von deutschen Fitness-Studios aufgegriffen wird, kann sich die 900 Kilometer Sprachkurs quer durch Mexiko im Online-Shop bestellen: 6 DVDs mit 12 Kursen kosten 49 Dollar.


Querdenk-Chance

Mit einer cleveren Mix-It Idee lässt sich ein echter Mehrwert für Kunden schaffen. Ob ältere Menschen ihr Gehirn mit Computerspielen trainieren (Beratungsletter Juli 2007) oder Menschen aller Altersklassen auf dem Hometrainer Spanisch lernen – man bietet einen Mehrwert, den die Konkurrenz nicht offeriert.

John Ford ist es gelungen, die oftmals monotone Anstrengung im Fitness-Studio zu einer spannenden Gruppenerfahrung zu vermengen. Eine cleverer Mix, der auf der ganzen Welt funktionieren wird.

 

 

Querdenk-Update

Saint Charles Apotheke (Beratungsletter 3/2007)

"Österreichs kompetenteste und lebendigste Apotheke" zu sein, haben sich der Apotheker Alexander Ehrmann und der Betriebswirt Martin Rohla auf die Fahnen geschrieben. Mit großer Freude haben Sie dem erzkonservativen Geist der seit 1886 bestehenden "Apotheke zur Heiligen Dreifaltigkeit" Beine gemacht. Heute heißt sie Saint Charles Apotheke und ist eine der genialsten Apotheken, die wir kennen. Zu besichtigen im Wiener Bezirk "Mariahilf".

Apotheke + Restaurant = Alimentary
Hier kann man sich in der Apotheke "gesund essen". Nur gesunde Lebensmittel nach heilungsfördernder Rezeptur kommen auf den Tisch. Im Repertoire: Rettichsorbet, Kefir und Kren ("Meerrettich" für unsere Freunde aus dem Norden) oder Reh, Semmelknödel und Rotkrautmarmelade. Zur Obsternte und Wildjagd ist übrigens jeder eingeladen!

Apotheke + Kosmetik = Apothecary
Hier mixt Kosmetikprofi Daniel Matt, der auch schon als Designer für Vivienne Westwood gearbeitet hat, die hauseigene Pflegeserie "Saint Cosmetics". Erstmalig in Österreich bekommt man hier das komplette Sortiment an Naturkosmetika wie "Ren", "Korres" oder "The Organic Pharmacy".

Apotheke + Erholung = Refugium am Semmering:
Ein idyllisch gelegener Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert in Prigglitz ist zum Rückzugs- und Erholungsort umgestaltet worden und dient als garten Eden. Kräuter, Pilze und Pflanzen von dort werden zu hauseigenen Produkten weiterverarbeitet. Mit Fachleuten der Universität für Bodenkultur Wien sind zudem Musteranpflanzungen für historische Heilpflanzen geplant.

Apotheke + Pferde = Saint Horses
Die Apotheker sind nicht zu stoppen – und jetzt gehen ihnen auch noch die Pferde durch: In Kooperation mit Tierärzten, Pferdetrainern und Hufschmieden entwickeln sie natürliche Heilprodukte und Tinkturen für Pferde.

Ach ja, was die Preise betrifft - von günstig über leistbar bis hin zu sauteuer ist bei Saint Charles alles erhältlich.


Querdenk-Chance

Das ist die Zukunft. Der Mix-It-Ansatz der Saint Charles Apotheke ist wegweisend für die gesamte Branche, die sich bis auf Ausnahmen (siehe Beratungsletter Nr. 55) immer noch gegen grundlegende Veränderungen wehrt. Dass die Versandapotheke "Doc Morris" erst nach endlosen Gerichtsverfahren eine Dependance im Saarland eröffnen durfte, spricht Bände.

Nicht, dass wir uns missverstehen: Dies ist keine Aufforderung, sofort ein Restaurant in Ihr Business zu integrieren. Aber sicherlich können auch Sie Ihren Kunden mehr bieten als nur Branchenstandard. Maria hilf!
 

 

Querdenk-Update

Kühlschrank zu verschenken (Beratungsletter 1/2007)

Die Küche als zentraler Wohnraum erlebt eine Renaissance. In der sonst großzügigen Villa, die Thomas Mann 1913 in München bauen ließ, war sie stiefmütterlich im Keller untergebracht. Und in den 30er Jahren als "Frankfurter Küche Normaltyp" sogar auf enge 6 m² gepfercht – samt Hausfrau. In Wohnungen modernen Zuschnitts avanciert sie wieder zum Lebensmittelpunkt.

Jamie Oliver oder Tim Mälzer sind zweifelsohne Wegbereiter dieser Entwicklung, indem sie in telegenen Fernsehküchen ein neues Savoir Vivre zelebrieren. Der Mensch versammelt sich wieder um die Feuerstelle (Sie kennen den Kücheneffekt bei langweiligen Partys?) und spätestens seit dem Kochshow-Hype ist die Küchenzeile endgültig zum Statussymbol mutiert. Zwar werden Haushalte immer kleiner, Esstische und Pfefferstreuer aber immer länger und Kühlschranke vermutlich bald begehbar...

Gorenje treibt diesen Trend auf die Spitze: 3.500 edle Swarovski-Kristalle prangen auf einem Kühlschrank für 1.845 Euro. Der slowenische Weißwarenhersteller wirbt exzentrisch: "Der Traum aller Frauen. Außer, dass er mehr Juwelen hat." Nun, Energieeffizienzklasse A+ hat das Ding auch.

Damit schaffte es das Gorenje-Swarovski-Schmuckstück in eines der 72 "Christmas Royale 07"-Schaufenster des exklusiven Londoner Kaufhauses Harrods. Aber auch wenn Weihnachen schon vorbei ist – warum im neuen Jahr nicht mal einen Kühlschrank verschenken? Schmuck und gekühlten Champagner inklusive.

Dank dieser ungewöhnlichen Verbindungen gewinnt Gorenje nicht nur Auszeichnungen wie den renommierten "red dot design award", sondern auch Marktanteile: Das Traditionsunternehmen aus Slowenien ist auf Expansionskurs und zählt bereits zu den "G8" in Europa!

Querdenk-Chance

Renate Künast beschwert sich darüber, dass die Deutschen die billigsten Lebensmittel in den teuersten Küchen zubereiten. Und laut dem "Complete Kitchen Living"“-Report von Ikea nutzt nur ein Viertel der Befragten die Küche ausschließlich zum Kochen.

Weil also in modernen Wohnküchen auch gearbeitet und gelebt wird, gelten für das Interieur die gleichen Ansprüche wie an ein Wohnzimmer. Gorenje hat diesen Trend erkannt und die Meßlatte hoch gelegt. Denn gleichgültig, ob ein Markt gesättigt ist oder wächst – glamouröse Ideen schaden nie! Und eine clevere Mix-It Strategie kann der Schlüssel zum Erfolg sein.
 

 

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Schönheit zum Essen (Beratungsletter 10/2006)

Schönheit plus Lebensmittel - auch Beauty Food genannt - ist ein Trend, der sich international immer mehr durchsetzt. Dabei handelt es sich um eine Vermengung von Nahrungsmitteln mit kosmetischen Inhaltsstoffen. Schönheit von Innen sozusagen. Wir wollen Ihnen hier ein paar Beispiele vorstellen, wie Unternehmen mit diesem Mix-It Ansatz wirkliche Innovationen – und damit neue Märkte – geschaffen haben:

Borba Skin Balance Water – Gesichtspflege zum Trinken. Drei Formeln gegen trockene Haut, Erwachsenen-Akne und Fältchenbildung. Die Idee dazu stammt übrigens von Scott Vincent Borba, der auch bei "e.l.f. cosmetics" (siehe Beratungsletter Dezember 2005) mitmischte. 34 Dollar fürs 12er-Päckchen.

L'eau Bronzante – Wasser, das die Hautbräunung verstärkt. Von einem französischen Biotechnologieunternehmen entwickelt, sorgt es mit Aloe Vera, Vitamin Q10 und Beta Karotin für eine gleichmäßige Bräune und schützt gegen UVA Strahlen.

Eiwa Collagen Marshmallows – Ob Blaubeer-, Kirsch- oder Grapefruitgeschmack, jedes Marshmallow enthält 300mg Collagen. Schlauchbootlippen auch ohne aufspritzen? Vielleicht funktioniert es ja....

Fuwarinka – Ein Kaugummi, der die Haut nach Rosen- oder Zitronenaroma duften lässt. Hält bis zu 6 Stunden nach dem Genuss. Verrücktes Japan!

Mix-It kann auch hervorragend als Kooperation funktionieren, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Innéov – Eine Kooperation zwischen Nestlé & L'Oréal, die Nahrungsergänzungspillen für Hautaufbau, Hautdichte und gesunde Bräunung entwickelt hat. Vor dem Sonnenbaden einnehmen!

Body Style Water – Hier arbeiten Coca Cola und der Kosmetikhersteller Shiseido zusammen. Das Ergebnis: ein Erfrischungsgetränk mit fettreduzierenden Aromen.


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Die Wirkung dieser Mittelchen wagen wir hier nicht zu beurteilen. Aber von cleverem Geschäftssinn zeugen diese Symbiosen aus Beauty & Food allemal – und nach bitterer Medizin werden sie bestimmt nicht schmecken...
 

 

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Vapiano (Beratungsletter 7/2006)

Vapiano – eine ungewöhnliche Kombination: extrem gestylte und dennoch günstige Selbstbedienungsrestaurants, die derzeit in zahlreichen deutschen Großstädte neu eröffnen. Und das, obwohl die Gastronomiebranche insbesondere in Deutschland über die geringe Konsumbereitschaft klagt. Doch statt ideenlos auf bessere Zeiten zu hoffen, verfolgt Vapiano eine erfolgreiche Mix-It-Strategie!

Einerseits handelt es sich bei Vapiano um Selbstbedienungsrestaurants mit günstigen Gerichten ab 5 Euro. Aber andererseits ist Vapiano kein McPasta. Statt Plastikdesign gibt es mediterranes Ambiente, das von dem Südtiroler Stardesigner Matteo Thun gestaltet wurde.

Egal ob Pasta oder Salate, alles wird frisch vor den Augen der Kundschaft zubereitet. Und wer das Warten vorm Pizzaofen nicht so spannend findet, bekommt einen Sender, der blinkt und vibriert, wenn die Pizza fertig ist.

Die Idee stammt von Unternehmensgründer Mark Korzilius, der "nur ehrlich gekochte Nudeln essen und dabei nicht über den Tisch gezogen werden will". Auch in der Personalauswahl geht man ungewöhnliche Wege: Vapiano rekurtiert seine Köche bewusst aus Gastro-fremden Branchen. Da die Rezepte normiert sind, braucht man keine selbstverliebten Kochkünstler - ganz im Gegenteil: "Die Gäste sollen sich darauf verlassen können, ihr Lieblingsgericht in jeder Vapiano-Dependance zu bekommen, wie sie es kennen."

Zehn Filialen gibt es derzeit, ein gutes Dutzend sollen noch dieses Jahr in Europa und Übersee eröffnet werden. Eine unglaubliche Entwicklung, nur vier Jahre nach der Gründung anno 2002!



Querdenk-Chance

Als Vapiano gegründet wurde, waren sich die selbsternannten Experten schnell einig: Diese Geschäftsidee wird scheitern! Die Gäste wollen sich nicht ihr Essen auf einem Tablett holen und anschließend mit Fremden an einem Tisch sitzen. Sie wollen nicht an einer Kochstation anstehen...

Wie wir dieses Geschwätz der professionellen Schwarzseher hassen - und wie sehr wir Menschen schätzen, die einfach nicht akzeptieren, was diese Bedenkenträger für möglich und unmöglich halten. Unser Fazit nach unserem Test des Frankfurter Restaurants: Bravo Vapiano!
 

 

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Zahlungskräftige Segmente erobern: eq-Life (Beratungsletter 8/2005)

Was haben ein MP3-Player und Ringelblumensalbe gemeinsam? Eher wenig. Es sei denn, beides liegt zufällig nebeneinander auf dem Küchentisch – oder aber man kann beides im gleichen Geschäft kaufen. Ein eben solches Geschäft gibt es seit kurzem in Minneapolis:

BestBuy, die amerikanische Elektrohandelskette, hat dort einen Elektrofachmarkt eröffnet, der mit einer Apotheke und einer Wellness-Oase kombiniert wurde. Das Konzept nennt sich "eq life" und bietet alles zum Thema Gesundheit, sowie medizinische und technische Produkte: Von Blutdruckmessgeräten, die sich an Laptops anschließen lassen, aromatherapeutischen Massageölen über Yoga Kurse und MP3-Player mit entspannendem Wellenrauschen bis hin zur Diät- oder Diabetes-Sprechstunde.

In dieser Wohlfühlatmosphäre kann man sich zudem von Fachleuten der Partnerunternehmen Park Nicollet Health Services und PrairieStone Pharmacy über Stress Management, Ernährung und Krebsvorsorge beraten lassen. Und wem das noch nicht genug Wohlbefinden vermittelt hat, der relaxt danach im luxuriösen Spa.

Eq life verbindet so unterschiedliche Branchen wie Elektrofachmarkt, Apotheke und Wellness-Oase, weil man eine wichtige Gemeinsamkeit erkannte: die gleiche Zielgruppe. Kunden, die bereit sind, sowohl in ihre Gesundheit als auch in technische Qualitätsprodukte zu investieren. Was also liegt näher, als dieses miteinander zu kombinieren?


Querdenk-Chance

Bei dem Prinzip MIX-IT geht es nicht um das gedankenlose Mixen von verschiedenen Leistungsangeboten. Es geht vielmehr darum, mit einer klaren strategischen Absicht und einem genauen Blick auf die vorhandene (oder aber angestrebte Zielgruppe) ein einzigartiges Angebot zu schaffen, das einen klaren Nutzen für diese Kunden hat.

Verknüpfen SIE Leistungsangebote unterschiedlicher Branchen miteinander, die es in dieser Kombination bis dato noch nicht gab! Das Beispiel von BestBuy zeigt, dass der Phantasie bei der Anwendung des Mix-it-Konzeptes keine Grenzen gesetzt sind.

 

 

Querdenk-Update

Cleanicum: Wasch - Salon - Lounge (Beratungsletter 1/2005)

Waschsalons verfügen in etwa über den gleichen Charme wie Buswartehallen. Bis dato ein Angebot, das Kunden weder durch Innovationskraft noch durch Lifestyle begeistern konnte. Man geht hin, weil man dort seine Kleidung wäscht und nicht, um einen schönen Abend zu verbringen.

Das Cleanicum-Team Dirk Martens, Yvonne Moors und Sascha Franczak zeigt, wie man durch das Infragestellen von Branchenkonventionen aus einem muffigen Waschsalon eine kultige Institution machen kann. Der Kerngedanke dahinter ist das Prinzip Mix-It! Eine Bindestrich-Innovation aus Waschsalon, Lounge und Internetcafe.

Waschsalon: Das Cleanicum verfügt über top-geflegte Waschmaschinen und Trockner der Firma Miele, die nach den neuesten technischen und ökologischen Standards arbeiten. Es gibt spezielle Antiallergiker-Waschmaschinen und natürlich biologisch abbaubares Waschpulver.

Lounge: In der gemütlichen Lounge mit roten Ledersofas vergeht die Zeit zwischen Waschen und Zusammenlegen wie im Flug. Hier kann man bei einem Milchkaffee gemütlich die aktuellen Tageszeitungen lesen, neue Leute kennen lernen, oder einfach zu relaxter Musik die wechselnden Kunstinstallationen betrachten. Abends kann man an der Bar einen Drink zu sich nehmen und nach einem anstrengenden Tag die Seele baumeln lassen.

Internet-Cafe: Damit man die Waschzeit sinnvoll nutzen kann, stehen im Internetcafé des Cleanicums zwölf Computer mit Internetzugang zur Verfügung.

Mix-It: Aus einem muffigen Waschsalon kann plötzlich eine kultiger Szenetreff werden. Im Cleanicum wird eben nicht nur gewaschen: Hier trifft man sich mit Freunden, surft im Internet, trinkt, isst, schaut sich Kunst an oder liest gemütlich die Zeitung - und sauber Wäsche hat man hinterher auch noch - wenn man will.

Querdenk-Chance

Mix-It als verrückte Idee oder Erfolgsgrundlage? Die Besucherzahlen sprechen für sich, denn die steigen kontinuierlich. Etwa 55 Prozent der Einnahmen erzielt die Bar, 40 Prozent der Waschbetrieb, der Rest kommt durchs Internet herein. Events sorgen für zusätzliche Aufmerksamkeit: von der Modenschau bis zum "Aktionstag Waschen für Menschenrechte", deren Erlös Amnesty International zuging.

Wichtig auch hier: Achten Sie bei der Bindestrich-Innovation darauf, dass aus der Kombination verschiedener Branchen (hier: Waschsalon, Lounge und Internetcafe) auch tatsächlich ein zusätzlicher Nutzen für den Kunden entsteht. Ansonsten mag die Idee zwar "cool" sein, wird aber nie über den Rang eines "Gimmicks" hinauskommen und Sie erfolgreich machen.

 

 

Querdenk-Update

Library Hotel in New York (Beratungsletter 11/2004)

In einem Hotel der Kategorie 4 oder 5 Sterne sind hohe Qualitätsstandards und guter Service schlicht selbstverständlich. Hinzu kommt in vielen Städten ein Überangebot an Hotelkapazitäten mit der fatalen Folge, dass Kunden immer stärker über den Preis entscheiden. Dies ist die Chance für Business-Querdenker. "Mix-It", so heißt die Strategie. "Mit welcher anderen Branche könnte man ein Hotel verknüpfen", so die Kernfrage.

Eine gute Antwort darauf ist das Library Hotel in New York: Das Hotel ist zugleich auch eine Bibliothek - oder anders ausgedrückt: eine Bibliothek, die gleichzeitig auch Hotel ist.


Der Reading-Room (Foto: www.libraryhotel.com)

Das Library Hotel in New Yorks Madison Avenue, Ecke 41st Street, ist das erste Hotel der Welt, in dem sich alles nur ums Lesen dreht. Jedes Stockwerk dieses Luxushotels ist einer unterschiedlichen Fachrichtung gewidmet und die einzelnen Zimmer sind mit Büchern und Kunstwerken zum entsprechenden Themengebiet ausgestattet. Insgesamt hat die Hotelleitung rund 6.000 Bücher erworben und auf 60 Zimmer verteilt.


Der Love-Room (Foto: www.libraryhotel.com)

Damit aber auch der Gast das ihm genehme Zimmer findet, wurden den zwölf Etagen des Hotels verschiedene Interessenbereiche zugeordnet. Ganz so wie in einer Bibliothek. Neben "Sozialwissenschaften" gibt es die Sparten "Sprachen", "Mathematik und Naturwissenschaften", "Technologie", "Künste", "Literatur", "Geschichte", "Allgemeinwissen", "Philosophie" und "Religion". Jedes einzelne Zimmer wiederum beherbergt Bücher aus einem Unterbereich dieser Wissenssparten.

Aber nicht nur im Hotelzimmer und der Lobby findet der Gast Lektüre: Auch ein Mahagoni-getäfelter Leseraum lädt zum Schmökern ein, ebenso wie der gemütliche Wintergarten ("Poetry Garden") unterm Dach, der "Writers Den" genannte Raum mit Ohrensesseln und offenem Kamin, sowie der Frühstücksraum, in dem hohe Bücherregale stehen und Zeitungen ausliegen. Den ganzen Tag über kann dort getrunken, gegessen - und natürlich auch gelesen werden.


Der Writers-Den (Foto: www.libraryhotel.com)

Die Idee für das Library Hotel kam dem Hotelbesitzer Henry Kallan, als er nach dem Kauf eines zwölfstöckigen Gebäudes, das er in ein Hotel umwandeln wollte, durch die umliegenden Straßen schlenderte und nach wenigen Schritten auf die New York Public Library stieß und einige Straßenblocks weiter an der Pierpont Morgan Library vorbeikam.

Querdenk-Chance

In unserer Gesellschaft existiert alles, was wir uns vorstellen können, bereits im Überfluss. Deshalb ist es die natürliche Reaktion von Menschen, nach etwas zu suchen, das einfach anders ist. Etwas, das aus der Menge heraussticht, etwas, das sie so nicht erwartet hätten. Und genau das erreicht das Mix-It Prinzip. Je verrückter die Kombinationen, desto einzigartiger das Ergebnis und desto größer die Attraktivität für die Kunden!

Und noch etwas: Einzigartigkeit durch Bindestrich-Innovation macht sich bezahlt: Die Zimmer im Library Hotel kosten zwischen 315 und 800 Dollar.

 

 

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Anwaltskanzlei im Coffeeshop (Beratungsletter 6/2005)

Stellen Sie sich vor, Sie fahren durch die Strassen von Los Angeles und kommen am "Legal Grind" Café vorbei: Einem Coffeeshop, der mit dem Slogan "Coffee & Counsel" also "Kaffee und Rechtsberatung" wirbt. Das Menü listet die Angebote auf: Testament 125 Dollar; Scheidung 350 Dollar ...

Ihr erster Gedanke: Das ist wohl ein Witz! Ist es aber nicht. Es ist ein cleveres Beispiel für den Querdenk-Ansatz Mix-It: Rechtliche Beratung und Unterstützung zu standardisierten Preisen bei Kaffee und Muffins.

Herzlich willkommen in der außergewöhnlichen Bindestrich-Innovation von Jeff Hughes, einem Anwalt aus Los Angeles. Seine Mix-It Vision: "Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Anwälte auch ganz normalen Leuten schnell und vor allem unkompliziert zur Verfügung stehen. Das Cafe nimmt die Spannung aus den Leuten; sie können hier einfach reinspazieren - selbst wenn sie kein juristisches Problem haben."

Und so ist das Gespräch zwischen Anwalt und Klienten nicht nur ganz entspannt im Coffeeshop – es ist auch noch konkurrenzlos billig: Die unverbindliche Beratung, die je nach Fall 15 bis 30 Minuten dauert, kostet 25 Dollar - unbegrenzter Kaffee ist im Preis inbegriffen.

An der Wand im Legal Café hängt das Menü ("Coffee and Counsel") mit Preisen für die einzelnen Leistungen: So kostet beispielsweise ein Testament 125 Dollar, eine anwaltliche Bankrotterklärung 350 Dollar, eine Namensänderung 200 Dollar und ein Eintrag in das Handelsregister 500 Dollar.

Querdenk-Chance

Wie das Beispiel zeigt, ist der Markt für Rechtsberatung nicht nur in den USA reif für Innovationen. Inzwischen arbeiten rund 30 Anwälte nach dem Konzept von "Coffee & Counsel" zusammen. Es gibt Experten für Familien-, Arbeits- und Mietrecht, für Einwanderung, Steuern, Unfälle, Schmerzensgeld und Insolvenzen.

"Das ist etwas Neues, man kommt in einer angenehmen Atmosphäre zusammen, die Leute sind viel entspannter als in einem Büro. Und ich finde hier neue Klienten," so Keith F. Simpson. Etwa jedes zweite seiner Beratungsgespräche führt zu einem Mandat. Dabei sind alle angeschlossenen Anwälte seriöse Vertreter ihres Faches. Das Café dient sozusagen als anwaltlicher Kontakthof und reduziert die Hemmschwelle, juristische Beratung zu suchen.

Wie man an diesem Beispiel sieht, eignen sich gerade traditionsreiche Branchen ganz besonders für Bindestrich-Innovationen a la Mix-It! Achten Sie auf Sätze wie diese: "Das ist in unserer Branche nun mal so!", "Das haben wir schon immer so gemacht!", "Wo kämen wir denn da hin, wenn das jeder machen würde?!"

Wenn Sie in Ihrer Branche solche Aussagen schon seit Jahrzehnten hören, sollten Sie den Angriff wagen: Die Chancen mit Mix-It Bindestrich-Innovationen etwas radikal Neues und Interessantes zu schaffen, stehen wahrscheinlich sehr gut!

 

 

Querdenk-Update

Babette's: Spice & Books for Cooks (Beratungsletter)

"Mit über 1.000 Kochbüchern aus aller Welt, den Düften aus der reichhaltigen Gewürz- und Kräutertheke, Kostproben aus unserer Testküche und einem dezenten kommunikativen Ambiente lädt Babette's zu einer neuen sinnlichen Erfahrung ein. Lassen Sie sich zum Verweilen und zum Genießen verführen!"

So beschriebt sich Babette's, eine auf Kochbücher spezialisierte Buchhandlung in der Nähe des Wiener Naschmarktes.

Babette’s ist eine typische Bindestrich-Innovation. Neben Kochbüchern gibt es bei Barbette’s nämlich auch … etwas zu essen. Mix-It: Man hat Buchhandlung, Gewürztheke und Schauküche miteinander fusioniert und bietet den Gästen täglich ein wechselndes Menü. Zudem finden auch Kochkurse und Kochevents statt.

Hinter Babette’s – und natürlich auch hinter dem Ladentisch und am Herd – stehen Nathalie Pernstich und Silke Huala. Gemeinsam sind sie Unternehmerinnen, Köchinnen, Künstlerinnen, Bibliophile und vor allem Genießerinnen. Die Idee für Babette’s entstand aus ihrer Leidenschaft für das Kochen, für Bücher, für Gewürze, für das gute Essen als Ausdruck der Freuden des Lebens. Und aus der Meinung, dass sich Wien mit seinen Hobbyköchen und Naschmarktfans solch einen Laden längst verdient hat.

Querdenk-Chance

Mix-It erscheint einfach, wenn man gute Beispiele sieht und hört; aber schwer, wenn man versucht, es für das eigene Unternehmen umzusetzen. Sofort springen einem 100 Gründe in den Kopf, weshalb es gerade in der eigenen Branche nicht funktionieren kann.

Nicht von ungefähr sind die erfolgreichsten Mix-It Praktiker oft Branchenneulinge, die weder Berührungsängste noch Denkblockaden haben: Auch die Inhaberinnern von Babette's sind weder gelernte Köchinnen noch Buchhändlerinnen: Nathalie Pernstich hat eine Ausbildung zum IT-Consultant und Silke Huala hat Malerei und bildnerische Erziehung studiert .

Vielleicht war es ja gerade der Quereinstieg, der die Bindestrich- Innovation ermöglicht hat. Lassen Sie dies aber nicht als Ausrede für sich gelten - bitte!

 

 

Querdenk-Update

Hiscox Art Bar: Versicherung & Bar (Beratungsletter)

Mix-It: In London erfunden und getestet und dann erfolgreich nach München transferiert: Eine Bindestrich-Innovation aus Bar, Versicherung und Kunstausstellung.

Hiscox ist ein britischer Spezialversicherer für Kunst, Antiquitäten und klassische Automobile. Seit einiger Zeit schon betreibt das Unternehmen in London sein "Hiscox Art Cafe", das sich inzwischen zur wichtigen Plattform innerhalb der britischen Kunstszene entwickelt hat. Hiscox versichert nicht nur Kunst, das Unternehmen lebt sie auch. Und so positioniert sich die Bar nicht so sehr als Versicherungs-Verkaufsbüro als vielmehr als Kunst- und Genuss-Treffpunkt.

Nach dem Londoner Vorbild, sollen auch in München Kunden und Versicherer zusammenkommen. Die Münchner "Hiscox Art Bar" wird von dem Gastronom Bernd Ziegler betrieben und befindet sich im selben Gebäude wie die Niederlassung der Versicherung. Gemeinsam wollen beide auch in der Münchner Innenstadt Konventionen brechen: Mix-It: Anspruchsvolle Kunst und Lifestyle begleiten After Work und Nightlife. Das alles unter dem Dach der Versicherung, die Kunst nicht nur liebt, sondern vor allem auch versichert.


 

Anja Förster und Dr. Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von Wirtschaftsvordenkern.

Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen die beiden Bestsellerautoren für die Befreiung aus Denkschablonen und das Verlassen ausgetretener Pfade. Mit ihrem Labor für Business Querdenken sind sie auf allen fünf Kontinenten unterwegs und suchen nach unkonventionellen und erfolgreichen Geschäftskonzepten und nach den Menschen, die dahinter stehen.

Was SIE davon haben? Den Blick über den Tellerrand und 100 Prozent Inspiration!