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DESIGN-MATTERS
Design als Wettbewerbsfaktor begreifen!


Method macht aus Spülmitteln Designobjekte!

Nutzen Sie Design als Differenzierungs- und Erfolgsfaktor. Machen Sie Design nicht zum letzten Arbeitsschritt, der sich auf das Verschönern von Produkten beschränkt, sondern zu einem expliziten Bestandteil Ihrer Unternehmensstrategie!

Design Matters! Sony hat es verstanden! Der ehemalige Präsident Norio Ohga sagt:
"Wir von Sony gehen davon aus, dass alle Produkte unserer Mitbewerber mehr oder minder die gleiche Technologie, den gleichen Preis, die gleiche Leistung und die gleichen Eigenschaften aufweisen. Design ist das einzige, was ein Produkt von dem anderen auf dem Markt unterscheidet."

Aber nicht nur das Produkt selbst kann Gegenstand von innovativem und cleverem Design sein. Es gibt drei Ansatzpunkte:

1. Produkt-Design: Hier steht das Produkt selbst im Mittelpunkt des Prozesses.

2. Verpackungs-Design: Hierzu gehört die Verpackung im weitesten Sinn – sogar Non-Design kann hier gewollt sein, um beispielsweise besonders günstige Produkte zu kennzeichnen.

3. Verkaufsstellen-Design: Immer wichtiger wird auch die Gestaltung des Einkaufserlebnisses selbst. Viele Unternehmen richten Flagship-Stores ein und auch das Design von Bankfilialen, Supermärkten, Coffee Shops und Fast-Food-Restaurants wird nicht dem Zufall überlassen.
 

 

Querdenk-Update

Mineralwasser in Flakons – Schöner trinken. Und teurer (Beratungsletter 3/2008)

Von dem Architekten und Begründer des Bauhauses, Walter Gropius stammt die Aussage: "Die Mission des Designers ist es, einem Produkt, tot geboren aus der Maschine, eine Seele einzuhauchen." Okay, das gilt vielleicht für Autos, Uhren oder Taschen. Aber Mineralwässer und deren Verpackung als Designobjekte?

Ganz so abwegig ist das nicht. Längst sind Mineralwässer mehr als nur billige Durstlöscher. Mineralbrunnen werden zu Heilquellen und Flaschen zu pittoresken Flakons. Das prickelnd-pure oder still-seidene Nass hat natürlich seinen Preis, der das Wasser zum Statussymbol macht.
 

Aber nur auf das Verpackungsdesign zu fokussieren, wäre zu kurz gegriffen: Clevere Anbieter verweben Design und Storytelling miteinander. So z.B. das "Heartsease-Wasser" aus den Waliser Radnor Hills, das nicht nur optisch gut daherkommt, sondern gleich noch einen Zusatznutzen bietet: es hat den Ruf, auch bei Liebeskummer zu helfen. Der Hersteller hat nicht vergessen, das aufs Etikett zu schreiben. Da ist der Preis von ca. 12 Euro für die 0,75-Liter Flasche schon fast geschenkt ;-) Oder das australische Wasser mit dem klingenden Namen "Cloud Juice". Der Liter kostet ca. 16,50 Euro. Dafür ist die Art der Wassergewinnung spektakulär: Zwischen Australien und Tasmanien werden auf der Insel King Island 1.300 Quadratmeter Kunststoffplane aufgespannt, die das Regenwasser über der Insel auffangen. Exakt 9.750 Tropfen sollen es pro Flasche sein.

Wie kommt es plötzlich zu einer solchen Aufwertung des profanen Getränks Wasser? Die Hersteller haben erkannt, dass Design und Storytelling wichtige Elemente der Markenstrategie sind. Sie wollen weg von 'ich brauche es' hin zu 'ich will es'. Die Automobilhersteller haben es schon lange erkannt: Kein Mensch braucht die schicken Alufelgen, aber trotzdem wollen alle die teuren Silberlinge. Auch im Wassermarkt gilt: Design ist fester Bestandteil des Erfolgsrezeptes.

Querdenk-Chance

Design kann Profanem eine Seele einhauchen. Und aus Wasser flüssiges Gold machen. Es gibt kaum ein Produkt, das sich mit einer exklusiven Aufmachung nicht zum Must-Have upgraden ließe. Sogar Gurken (siehe Querdenk-Labor) werden mit der richtigen Aufmachung verführerisch.

Egal welches (vermeintlich) unattraktive Produkt Sie anbieten - geben Sie ihm eine zeitlos elegante Hülle und erfinden Sie eine Story dazu. Denken Sie daran: Die Leute kaufen Emotionen. Und die Verpackung ist nur das Versprechen dafür.
 

 

Querdenk-Update

Technogym: Schöner Leben und Gewichte heben (Beratungsletter 9/2007)

Wer tagein, tagaus im Büro sitzt, verspürt nach Feierabend oder am Wochenende womöglich einen Drang nach schweißtreibender Leibesertüchtigung. Aber was soll man tun? In den Wald gehen und Holz hacken? Im Wohnzimmer Bierkästen stemmen? Oder einen Heimtrainer kaufen? Die Anschaffung von multifunktionalen Kraftstationen dürfte nicht selten daran scheitern, dass man diese Geräte einfach nicht in seiner Wohnung herumstehen haben will und im Keller kein Platz ist.

Die Produktlinie "Kinesis Personal" des italienischen Herstellers Technogym schafft hier Abhilfe. Ob zu Hause, in modernen Bürolandschaften oder Hotelzimmern – die Geräte von Technogym machen Muskeltraining zur Raumerfahrung und Sport zum Design-Erlebnis.

Die Kinesis-Geräte kommen optisch als schmückendes Kunstobjekt daher und wurden sogar mit dem renommierten Red Dot-Award in der Kategorie Produktdesign ausgezeichnet. Nebenbei sind die Geräte raffinierte Platzwunder: Auf weniger als einem Quadratmeter lassen sich über 200 Übungen realisieren. Warum da noch das Haus verlassen?

Querdenk-Chance

Billig sind die kraftspendenden Designobjekte nicht: Die Variante mit Sprossenwand kostet 7.980 Euro, die verspiegelte Variante kommt auf stolze 8.980 Euro. Klar, Geräte mit vergleichbarer Funktionalität gibt es im Versandhandel wahrscheinlich schon ab 1000 Euro. Aber diese Geräte sind austauschbar - egal, welcher Herstellername darauf steht. Und hier kommt Design ins Spiel. Gutes Design macht eigentlich ähnliche Produkte unverwechselbar - und die Hersteller vom reinen Preiswettbewerb unabhängig.

 

 

Querdenk-Update

5,0 Original Bier (Beratungsletter 3/2007)

Über solche Innovationen freuen sich Querdenkerherz und -leber: Eine neue Biersorte, die sich auf dem extrem hart umkämpften Markt durchsetzen kann, weil sie gut schmeckt und gut aussieht! Der Carlsberg-Holsten-Brauerei ist mit einem Bier unter dem Label 5,0 Original eine kleine Revolution gelungen!

"5,0 Original" wird von der Feldschlösschen-Brauerei in Braunschweig abgefüllt und ist ein Pils mit sehr gutem Geschmack (wurde von uns im schonungslosen Selbstversuch getestet). Offiziell ausgezeichnet wurde allerdings nicht der Geschmack, sondern das Design, für das es den renommierten Red Dot Award in der Kategorie "Communication Design" gab. "5,0 Original" kommt äußerst minimalistisch und unprätentiös auf den Tisch: Das Label ist schlicht und einfarbig, die Typographie weiß und reduziert.

Auch will die Marke bewusst kein Fernsehbier sein: Hoher Marketingaufwand und teure TV-Werbung gibt es nicht. Dieser Verzicht schlägt sich in einem für den Biertrinker erfreulich günstigen Preis nieder – nach dem Motto: "Bezahlen Sie weniger für ein gutes Bier ohne Schnickschnack".

Querdenk-Chance

Mit einem klaren, schnörkellosen Design ist es der Carlsberg-Brauerei gelungen, "5,0 Original" kultverdächtig im Bierregal zu positionieren. Ein schönes Beispiel, das zeigt, dass Design nicht zwangsläufig "bunter, mehr und teurer" bedeuten muss.

Und die folgenden Branchenregeln können Sie ab jetzt getrost hinunterspülen: Biermarken brauchen zur Imagebildung weder Etiketten aus Glanzgoldpapier, noch teure TV-Kampagnen, die idyllische Seenlandschaften, Semperoper oder echte Männerfreundschaft hochleben lassen. Keep it real! Ein Prosit der neuen Sachlichkeit.

 

 

Querdenk-Update

Dogs – Hochglanzmagazin über Hunde (Beratungsletter 1/2007)

Gruner+Jahr, hat kurz vor Weihnachten "Dogs", das erste "Hochglanzmagazin für Hunde" herausgebracht. Hunde & Hochglanz? Klingt skurril – aber wer sich genauer in der Tierecke umschaut, dem blicken auf unzähligen Billigblättern verdutzt-putzige Wollknäuel stereotyp entgegen:
"Wuff - Das Hundemagazin", "Hunde Welt", "Das deutsche Hundemagazin", "Der Hund", "Partner Hund", "Hunde Revue" oder "Der bunte Hund für Kinder in den besten Jahren". Und wer Glück hat, findet auch das Schweizer Magazin "Mein Hund - natürlich gesund" mit Tipps zur homöopathischen Behandlung von Hunden.

"Dogs" ragt aus dieser austauschbaren Hundeblätter-Masse heraus. Durch seine Aufmachung könnte "Dogs" problemlos bei den Architektur- oder Designzeitschriften stehen. Ganz so abwegig ist das nicht: Dogs-Macher Thomas Niederste-Werbeck ist gleichzeitig auch Chefredakteur bei "Decoration".

Das Magazin kommt alle zwei Monate für 3,90 Euro in die Regale. Dass sie dort nicht verstauben, weiß der Bertelsmann-Konzern, zu denen auch G+J zählt, zu verhindern: "Vox" sendet "Top Dog – Deutschland sucht den Superhund" und der "Stern" wirbt ebenfalls großzügig für "Dogs".

Die erste Ausgabe hat es literarisch in sich: Elke Heidenreich, Thomas Manns Tochter Elisabeth Borgese und Allzweckwaffe Iris Berben schreiben über die emotionale Bindung zwischen Frauchen und Hund: "Er möchte mir sagen, die Literatur, die du so gern hast, Iris, ist mir nicht fremd." Das hat Format – und erinnert an unseren ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, ebenfalls ein Herrchen des Wortes: "Mein Hund ist als Hund eine Katastrophe, aber als Mensch unersetzlich!"

Querdenk-Chance

"Zehn Millionen Deutsche leben mit einem Hund", so der Chefredakteur von Dogs. Wenn nur 1% dieser Zielgruppe sich für das Hochglanzheft entscheidet, ist man bei G+J zufrieden.

Die Idee, ein muffiges Tierheftchen mit coolem Design upzugraden, finden wir mutig und clever! Und: Dogs kann man ungeniert auf dem Couchtisch liegen lassen, wenn mal Besuch da ist...

 

 

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Motorola Razr (Beratungsletter 9/2006)

Motorola galt lange Zeit als arrogant und abgehoben. Bei dem Handyhersteller herrschte eine Ingenieurkultur, die die eigene Technologie viel zu wichtig nahm und über die Bedürfnisse der potenziellen Kunden hinwegging. 1999 war die Krise da: Die Amerikaner hatten die Umstellung von analog auf digital und den Trend zu Fotohandys verschlafen. Der ehemalige Weltmarktführer lief Gefahr, in der Versenkung zu verschwinden.

Mit dem stylischen und superflachen Klapphandy RAZR legte Motorola jedoch einen dramatischen Turnaround hin. Der "iPod unter den Handys" hat quasi im Alleingang das Unternehmen gerettet.

"Weg vom Diktat der Ingenieure, hin zum Primat des Designs" lautet die Devise des neuen Vorstandschefs Ed Zander. Unter seiner Ägide legte der Absatz der Mobiltelefone um 60% zu. Motorolas Marktanteil stieg auf 22% und man liegt weltweit an zweiter Stelle hinter Nokia (35%) und weit vor Samsung (12%). Und für Nokia wird es eng: Mit KRZR und RIZR entwickelte Motorola zwei viel versprechende Nachfolgemodelle. Und dann wäre da noch das goldene "Dolce & Gabbana RAZR V3i", eine Design-Kooperation mit der Luxusmarke aus Italien.

Damit die Designabteilung nicht am Markt vorbei gestaltet wie einst ihre Ingenieurskollegen, zog Motorolas Designteam von der Konzernzentrale im Chicagoer Hinterland mitten in die Innenstadt von Chicago – als Symbol dafür, dass das Unternehmen mitten im Leben steht. Der neue Standort sorgt auch dafür, dass die Designer auf der Straße täglich ihren Kunden begegnen und sehen, wie die mit ihren Handys tatsächlich umgehen.

Querdenk-Chance

Motorola hat die Zeichen der Zeit erkannt, und Design zum Erfolgsfaktor der Marke gemacht - ebenso wie es andere Unternehmen bereits sehr erfolgreich tun. Das bestätigt Norio Ohga, ehem. Chairman von Sony: "Bei Sony gehen wir davon aus, dass die Produkte unserer Wettbewerber in Bezug auf Technologie, Preis, Leistung und Merkmale mit unseren eigenen mehr oder weniger identisch sind. Einzig das Design unterscheidet unsere Produkte von anderen." Der Mann hat Recht. Es überzeugt die Kunden nicht mehr, wenn man seinem Produkt von Zeit zu Zeit nur eine neue Hülle verpasst. Design muss "durchregieren".

 

 

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Schöne hässliche Crocs Schuhe (Beratungsletter 7/2006)

"Mein Gott sind die hässlich!" war unser erster Gedanke, als wir diese klobigen Plastikschuhe im vergangenen Winter erstmals in San Diego sahen. Die Plastiktreter heißen Crocs und wurden ursprünglich für den Schiffs- und Outdoorbereich konzipiert. Sie sind leicht, anti-mikrobiotisch, geruchsresistent und können, dem Einsatzzweck entsprechend, sogar schwimmen.

In den USA wurde aus diesem Zweckgerät in kurzer Zeit ein trendiges Massenphänomen. Wirksamstes Marketingwerkzeug des Unternehmens: Die Käufer der Crocs, die echte Fans sind. Auf der Homepage des Unternehmens finden sich Erfahrungsberichte von glühenden Verehrern der heißen Sohlen. So berichtet beispielsweise ein Mann, der nach eigenen Angaben jahrelang an unheilbarer Arthritis gelitten hat, dass er all seine Leiden durch das Tragen von Crocs loswurde!

Crocs Inc. ist mittlerweile ein börsennotiertes Unternehmen, dessen Gewinn im ersten Quartal dieses Jahres 44,8 Mio. Dollar betrug. Damit konnte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vervierfacht werden. Trotz, oder besser gesagt: wegen des Designs! Für Crocs gilt: Entweder die Leute lieben sie oder sie hassen sie - nur Gleichgültigkeit kennt diese Marke nicht!


Querdenk-Chance

Mal ehrlich: Würden Sie sich Crocs kaufen? Viel wichtiger noch: Hätten Sie den Mut, ein solch polarisierendes Produkt herzustellen?
In unseren Unternehmensworkshops stellen wir - gerade bei Designfragen - immer wieder eine unglaubliche Mutlosigkeit fest. Design ist oft nur ein Instrument um Dinge so zu gestalten, dass sie möglichst vielen Menschen gefallen. In Different Thinking! beschreiben wir ausführlich, warum Design kein Kostenfaktor, sondern ein Instrument der Wertschöpfung ist und warum gutes Design nicht zwangsläufig "schön" bedeutet, sondern vielmehr "einzigartig zu sein".

 

 

Querdenk-Update

Vredestein Designreifen (Beratungsletter 11/2005)

Welche Farbe? Ledersitze? Welche Versicherung? Alufelgen oder doch nur Radkappen? Beim Autokauf trifft der Käufer eine Vielzahl von Entscheidungen. Die Bereifung findet jedoch selten Beachtung – ein typisches Low-Interest-Produkt eben.

Noch! Denn hochwertige Designer-Reifen kommen immer öfter ins Rollen! Und erfreuen sich als edles Fahrzeug-Accessoire steigender Beliebtheit. Auf Reifen mit edler Optik, die zudem höchsten Ansprüchen in Sachen Fahrverhalten und Sicherheit genügen, fährt der niederländische Reifenhersteller Vredestein aus den roten Zahlen. Dank der konsequenten Ausrichtung aufs Design konnten die Vredestein-Pneus sich sogar als exklusive Marke im Hochpreissegment positionieren.

Angefangen hat die Erfolgsstory mit dem Sportrac, einem Hochgeschwindigkeits-Breitreifen, der 1999 zusammen mit der renommierten italienischen Design-Schmiede Giugiaro entwickelt wurde. Dabei hat man die technischen Notwendigkeiten aber keinesfalls aus den Augen verloren, denn: Form Follows Function. Und das Ergebnis überzeugte nicht nur die Testmagazine, sondern wurde zum Verkaufserfolg.

Mit dem aktuellen Design-Imageträger, dem "Ultrac" zielt Vredestein auf das lukrative Segment der Sport Utility Vehicles (SUV) und lässt für den Winter auch gleich noch den Designreifen "Wintrac 4 Xtreme" vom Stapel.

Durch unverwechselbares Design hat Vredestein den Weg zum Erfolg eingeschlagen. Geschäftsführer Achim Saurer: "Wir wenden uns an den Kunden, der beim Parken bewusst das Lenkrad einschlägt, damit der Reifen sichtbar ist."

Okay, wir geben zu, dass es uns selbst noch nie in den Sinn gekommen ist, das Lenkrad einzuschlagen, damit jemand die Reifen sieht. Aber: Die Zielgruppe ist groß – und – man soll ja nicht immer von sich selbst ausgehen ;-)

Querdenk-Chance

Design-Matters! Wenn Sie mit Design erfolgreich ein Produkt aufwerten können, von dem der Großteil der Kunden erwartet, dass es rund und schwarz ist und möglichst nie die Luft verliert – wo ist dann die Ausrede, dass es für andere Produkte nicht funktioniert?

 

 

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Muji - Japan (Beratungsletter 10/2005)

Hat man einmal eine der Londoner Filialen des japanischen Händlers Muji betreten, ist es bereits zu spät. Man will einfach alles anfassen und kaufen: von Schreibwaren über Möbel bis hin zu Socken und Körperpflegeprodukten.

Alle Artikel zeichnen sich durch edles, minimalistisches und zeitloses Design aus. Ungewöhnlich daran ist, dass der Kunde nicht weiß, wer die Produkte gestaltet hat - das Muji-Team in Tokio oder einer der zeitweilig engagierten Design-Stars. Nicht einmal auf der diesjährigen Cebit in Hannover, als fünf Muji-Produkte mit Goldmedaillen ausgezeichnet wurden, nannte man die Designer. Auch sucht man vergeblich nach einem Logo auf den Muji-Verpackungen. So ist es auch nur konsequent, dass Muji soviel bedeutet wie "Gute Produkte ohne Namen".


Muji CD-Player

Mit seiner klaren Formensprache hat Muji in Japan längst Kultstatus erreicht. Das Produktdesign ist elegant und minimalistisch, aber dennoch erschwinglich. Und das Schönste daran: Die Produkte sind keine Museumsstücke, sondern für den Alltagsgebrauch gemacht. Im Winter soll Muji auch nach Deutschland kommen: München und Düsseldorf machen den Anfang, es folgen Filialen in weiteren Städten.

Querdenk-Chance

Muji hat Design zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausgebaut. Und der Erfolg von Muji zeigt auch: Um sich auf einem hart umkämpften Markt zu behaupten, darf Design nicht nur dekorativ wirken, es muss das herausragende Produktmerkmal sein. Muji verfolgt einen sehr konsequenten Weg, indem es Design zur "Alleinstrategie" macht.

Leider begreifen das immer noch viel zu wenige Unternehmen. Doch immerhin haben wir mit unserer Einschätzung der Bedeutung des Faktors Design den Marketingpapst Philipp Kotler auf unserer Seite: "Ich wünschte, es flösse mehr Geld und Zeit in die Gestaltung außergewöhnlicher Produkte anstatt in die psychologische Beeinflussung der Wahrnehmung der Käufer mittels aufwendiger Werbung." Also: Aufwachen & handeln!

 

 

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Kinderwagen Xplory von Stokke (Beratungsletter 6/2005)

Mütter oder Väter zum Kauf eines Kinderwagens zu überreden, der das 3 bis 4-fache eines herkömmlichen Modells kostet, ist nicht einfach. Es müssen deshalb schon sehr gute Gründe vorliegen, warum der "Xplory" der norwegischen Designschmiede Stokke trotz stolzem Preis reißende Nachfrage findet.

Der Erfolg des Xplory ist sein auffälliges Design, das sich wiederum aus der Funktionalität ableitet: Der Sitz ist entlang einer markanten Säule in der Höhe verschiebbar. Wächst das Kind, wächst auch der Kinderwagen mit. Außerdem liegt, sitzt oder besser thront der Schatz sehr viel höher als bei herkömmlichen Modellen. Statt einem Wald aus vorbeihetzenden Beinen und uninteressanten Bodenbelägen zu sehen, bietet sich die spannendere Perspektive der Erwachsenen. Vor allem schützt der größere Abstand zu bodennahen Fahrzeugabgasen die Gesundheit.



Dass junge Familien Wert auf einen anspruchsvollen und qualitätsbewussten Lebensstil legen, ist nichts Neues. Dass allerdings so viele von ihnen bereit sind, etwa 700 Euro für einen Kinderwagen auszugeben, hat auch bei Stokke niemand erwartet. Nach nur 9 Wochen war in Amerika bereits das Halbjahresziel erreicht und neues Verkaufspersonal musste geschult werden.
 

 

 

Querdenk-Update

Kartell (Beratungsletter)

Der italienische Möbelhersteller Kartell stellt Produkte her, die nicht nur weltweit ihre Abnehmer finden, sondern echten Kultstatus erreicht haben. Zum Sortiment zählen Stühle, Sofas, Tische, Schubladensysteme, Bücherregale aber auch Accessoires wie Schirm- und Zeitungsständer. Die Besonderheit: Alles ist aus Plastik.

Design Matters! Kartell nutzt Design als Kernbestandteil seiner Strategie und grenzt sich sehr deutlich ab vom sonst Üblichen auf dem Markt.

Innovative Formen, Farben und Verarbeitungsmöglichkeiten werden aus dem Fahrzeugbau, der Getränkebranche und vielen anderen Disziplinen entliehen oder, wenn es noch nichts Passendes gibt, selbst entwickelt.

Doch Kartell geht noch weiter: Produktdesign, Corporate Design und Ladenbaudesign müssen eine Symbiose bilden. Die wichtigste Rolle spielen dabei die Designer und die Innenarchitekten.

Kartell setzt bei der Produktgestaltung auf Designer von internationalem Ruf wie Ron Arad oder Philippe Starck. Ziel: Jedes Hauptprodukt soll sowohl das Wesen des Unternehmens als auch den Geist des Entwerfers in sich vereinen.

Jeder Designer hat sein persönliches Markenzeichen. Ron Arad zeichnet sich durch seine Vorliebe für gewundene Linien aus, wie das Bücherregal Bookworm signalisiert. Antonio Citterio pflegt die übergreifende und elastische Zweckmäßigkeit, Piero Lissoni die Geometrie.

Querdenk-Chance

Kartell ist Musterbeispiel dafür, wie ein Unternehmen – das kurz vor der Pleite stand – Design erfolgreich genutzt hat, um sich einzigartig im Markt zu positionieren: Qualität und trendiges Design zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

 

 

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Kuka Industrieroboter (Beratungsletter)

Business Querdenker haben längst erkannt, dass Design nicht nur in der Konsumgüterindustrie eine wichtige Rolle spielt. Auch in der Investitionsgüterbranche kann Design dazu beitragen, eine Wettbewerbsdifferenzierung zu erreichen.

Design Matters: Sehen Sie sich doch einmal um: In vielen Bereichen der Investitionsgüterindustrie hat der technologische Fortschritt eine Vielzahl gleichartiger Angebote auf hohem technischen und qualitativen Niveau hervorgebracht. Eine Differenzierung über technologische Wertschöpfungen scheint nur durch sehr hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung möglich.

Design hingegen ermöglicht unter diesem Blickwinkel gerade in der Investitionsgüterbranche interessante Differenzierungsansätze. Darüber hinaus tritt technologische Kompetenz auf unterschiedlichen Niveauebenen nur mit dem Qualitätsaspekt Design unverwechselbar und signalstark auf.

Diesem Gedankengang ist der Augsburger Industrieroboterhersteller Kuka gefolgt und hat über ansprechendes Design für Industrieroboter nachgedacht. Das Ergebnis: Entgegen der üblichen Branchenkonventionen hat man den Robotern statt kantiger, funktionaler Gehäuse organische Rundungen verpasst.

Zusätzlich verpasste man den Robotern einen leuchtend bunten Anstrich und sorgte dafür, dass der Herstellername Kuka nicht nur auf dem Typenschild zu lesen ist, sondern schon von weitem auf dem Roboterarm sichtbar ist. Die Kuka Roboter haben nicht nur schon in James Bond Filmen eine entscheidende Rolle gespielt - für das branchenunübliche Design gab es sogar einen prestigeträchtigen Design-Preis: den Red Dot Award.

Querdenk-Chance

Design Matters – auch im Investitionsgüterbereich! Weil Design dort noch (!) keine so entscheidende Rolle spielt, ist dieser Punkt gerade einer der Ansatzpunkte für clevere Business Querdenker. Mit relativ bescheidenen Mitteln lässt sich hier noch sehr viel bewegen.

 

 

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Method Reinigungsmittel (Beratungsletter 2/2005)

Auch die Produktverpackung als äußere Hülle der Markengestalt spielt eine wichtige Rolle bei der ästhetischen Wahrnehmung und Gestaltung von Produkten. Führenden Marken ist die Profilierung am Point of Sale nicht zuletzt ihrer prägnanten Verpackung wegen gelungen.

Die beiden cleveren Jungunternehmer Erid Ryan und Adam Lowry haben diese Entwicklung genau beobachtet – und sich gefragt, ob dies nur für Luxusartikel gilt. Mit geschicktem Querdenken probierten sie es einfach aus, gingen in den nächsten Supermarkt und suchten nach einem unscheinbaren Produkt, das man Design-technisch aufpeppen könnte.

Sie wurden bei Reinigungsmitteln fündig … und der Erfolg ihres Unternehmens Method beweist, dass das Verpackungsdesign auch Produkte wie Reinigungsmittel differenzieren und aus Kundensicht auf ein anderes Niveau heben kann.

Design Matters: Das Unternehmen macht mittlerweile 10 Mio. Dollar Umsatz und steht in direkter Konkurrenz zu Marktriesen wie Procter & Gamble. Dabei sind die Inhalte vergleichbar mit denen der Konkurrenz. Allein die Verpackung macht den Unterschied, denn die Flaschen werden von bekannten Designern gestaltet.

Die Herausforderung für Method: Eine so ästhetische Verpackung entwickeln, dass die Kunden die Produkte stolz auf der Spüle stehen lassen, anstatt sie darunter zu verstecken.

Die Reinigungsmittel im Lifestyle-Look gibt es unter anderem in den Duftsorten Mint, Gurke, Mandarine und Lavendel. Sie werden im oberen Preissegment verkauft: 3 bis 5 Dollar pro Flasche. Die Nachfrage ist enorm. Dabei produziert Method gar nicht selbst: Das Unternehmen lässt 08/15-Reinigungsmittel einfach in die Edelflaschen abfüllen. Das minimiert das eigene Risiko.

Querdenk-Chance

Design Matters! Gehen Sie mit offenen Augen durch die Welt! Welches Produkt oder welche Dienstleistung warten förmlich darauf, mit Design aufgewertet zu werden? Das Beispiel Method zeigt, dass dieser Denkansatz mit Reinigungsmittel funktioniert. Viele andere Produkte warten noch!

 

 

Querdenk-Update

Prada-Store! (Beratungsletter)

Italiens Modelabel Prada setzt auf große Architekten. Szenestar Rem Koolhaas konzipierte den Flagship Store in New York, gemeinsam mit Herzog & de Meuron hat man einen weiteren außergewöhnlichen Flagshipstore in Tokio realisiert. Beide Stores verblüffen durch ihr außergewöhnliches architektonisches Äußeres und ein ebenso bemerkenswertes Innenleben. So findet sich im Prada-Shop in New York extravagante Display-Technik, intelligente Spiegel und magische Lichteffekte. Nicht nur die angebotene Mode verkörpert Design der Extraklasse – auch das Verkaufsstellendesign steht diesem Anspruch in nichts nach.

Angereichert wird das extravagante Design des Shops durch eine Vielzahl an technischen Innovationen, die zum Großteil in den Umkleideräumen versteckt sind. Beim Betreten registriert ein Scanner automatisch die mitgeführten Kleidungsstücke. Ein Extra-Display zeigt Informationen über den Stoff an, unter anderem Pflegetipps, die Verfügbarkeit im Lager oder Besonderheiten in der Verarbeitung. Darüber hinaus wählt der zentrale Computer Accessoires, zum Beispiel passende Schuhe zur Bluse, aus.

In Fußhöhe lassen sich so verschiedene Schuhmodelle einblenden, ohne dass die Kunden sie real anprobieren müssten. Darüber hinaus wird auf Wunsch jede Anprobe fotografiert. Wer sich noch einmal das zuvor anprobierte Outfit ansehen möchte, erledigt dies dann per Knopfdruck und muss sich nicht erneut umziehen.

Querdenk-Chance

Verkaufsstellendesign ist keine Idee, die ausschließlich für den Bereich der Konsumgüter gilt. Wer heute eine der großen Industriegütermessen besucht, wird feststellen, dass im Investitionsgüterbereich im Prinzip nichts anderes passiert. Design Matters: Viele Hersteller differenzieren sich nicht mehr nur durch die Technologie, sondern in zunehmendem Maße auch durch die Optik ihrer Verkaufsstellen: Um die Marke herum werden ästhetische Wahrnehmungsfelder aufgebaut.

 

 

Querdenk-Update

Die Spreewaldgurke 'Get One' (Beratungsletter 12/2004)

Der Markt für Sauerkonserven stagniert: Rotkraut, Sauerkraut und Gewürzgurken sind einfach nicht sexy. Das Produktsegment hat ein traditionelles und angestaubtes Image und ist insbesondere bei jungen Käuferzielgruppen deutlich unterrepräsentiert.

Frei nach dem Motto "Jedes Problem ist auch eine Chance" hat die Firma Spreewaldhof, ehemals VEB Spreewaldkonserve, die Herausforderung angenommen, wieder Schwung in diesen Markt zu bringen. Statt ihre Gurken in ein langweiliges Vorratsglas zu stecken, ersann man eine neue Verpackung für das Produkt und erreichte damit ein hochgestecktes Ziel: einen uncoolen Artikel zu satten Preisen an den Mann und die Frau zu bringen.

Die Lösung: Man steckt große Gurken in kleine Dosen und deklariert diese als kalorienarme Snack-Mahlzeit für zwischendurch. "Get One", die Dose mit einer einzigen handverlesenen, großen Gurke wird über Tankstellen, Supermärkten, Discos und Sportstudios verkauft – für 1,50 bis 2,20 Euro!

Das Erfolgsrezept: Die Verpackungsart weicht von der Norm ab und ist das eigentliche Verkaufsargument.


 

Anja Förster und Dr. Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von Wirtschaftsvordenkern.

Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen die beiden Bestsellerautoren für die Befreiung aus Denkschablonen und das Verlassen ausgetretener Pfade. Mit ihrem Labor für Business Querdenken sind sie auf allen fünf Kontinenten unterwegs und suchen nach unkonventionellen und erfolgreichen Geschäftskonzepten und nach den Menschen, die dahinter stehen.

Was SIE davon haben? Den Blick über den Tellerrand und 100 Prozent Inspiration!