Nein und Nein sind zwei Paar Schuhe

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In unseren Vorträge sprechen wir immer mal wieder über unsere Not-To-Do-Liste.  – Zuerst schmunzeln die Leute, dann runzeln sie die Stirn und dann wird ihnen klar, dass das kein Selbstläufer ist: Nein zu sagen braucht Selbstreflexion, Selbstvertrauen und Selbstdisziplin.

Wir haben dazu jede Menge Feedback bekommen. Manche sagen: „Total super! Ich mache das jetzt auch und habe großartige Ergebnisse!“ Aber viele sagen auch: „Ist ja eine gute Idee, aber ich schaffe es einfach nicht, so oft Nein zu sagen …“

Es scheint also Menschen zu geben, die mit dem Nein kein Problem, und andere, die damit so ihre Schwierigkeiten haben. Wir haben uns gefragt, warum das so ist. Und dabei sind wir auf eine höchst interessante Studie gestoßen, die im „Journal of Consumer Research“ veröffentlicht wurde.

In aller Kürze geht es darum, dass die Studienteilnehmer sich ein langfristiges Gesundheitsziel aussuchen, z.B. dreimal die Woche Sport machen. Immer dann, wenn sie beim Verfolgen dieses Ziels auf einen Widerstand stoßen, also etwa Eis, Bier oder keine Zeit, sollen sie sich an einen bestimmten Satz erinnern.

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe bekam den Satz „Ich darf mein Training heute nicht verpassen.“ Die zweite Gruppe bekam den Satz „Ich werde mein Training heute nicht verpassen.“

Das Ergebnis: Die Teilnehmer der zweiten Gruppe mit der „Werde-nicht-Strategie“ blieben ihren Zielen acht Mal häufiger treu als die Teilnehmer der ersten Gruppe mit der „Darf-nicht-Strategie“. Analog kam auch heraus: „Ich will nicht“ ist viel wirksamer als „Ich kann nicht“.

8:1, das ist schon ein bemerkenswertes Ergebnis, das wir so interpretieren:

„Ich darf nicht“ oder „Ich kann nicht“ bedeutet: Ich habe keine Macht, keine Wahl, ich bin eingeschränkt. Andere entscheiden, was ich zu tun oder zu lassen habe. Ich glaube nicht daran, dass ich selbst etwas bewirken kann.

„Ich werde nicht“ oder „Ich will nicht“ bedeutet: Ich bin derjenige, der die Entscheidungen über mein Leben trifft. Ich habe die Kontrolle und sitze im Fahrersitz meines Lebens und glaube daran, dass ich die Welt bewegen kann, und sei es auch nur ein kleines Bisschen.

Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine Wortklauberei: nicht können oder nicht wollen.

Na und?

Jeder sagt doch so etwas schnell dahin: Du, ich kann grad nicht. Kaum einer sagt ebenso schnell: Du, ich will grad nicht.

Aber das ist kein Spielchen mit Wörtern, es ist so viel mehr!

Dahinter stecken zwei komplett unterschiedliche Lebenseinstellungen, zwischen denen Welten liegen. Und die sich manchmal nur durch ein Wörtchen zu erkennen geben…

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