Lufthansa schult Ärzte und Schwestern

Der Blick über den Tellerrand: Lufthansa schult Krankenhäuser

Uns schwebt täglich ein Fragezeichen im Kopf herum: Da haben sich Unternehmen das Ziel gesetzt, dramatisch erfolgreicher zu sein als alle anderen – und tun dann genau das Gleiche wie alle anderen! Wie soll das funktionieren? Die gleichen Zutaten im Topf, dann vielleicht etwas besser gerührt – was kommt dabei heraus? Richtig, das gleiche Gericht, das etwas besser gerührt wurde… aber mehr auch nicht.

Nicht die hohen Ziele sind das Problem – die unterschreiben wir sofort! Das Problem ist das Konzept, das sich dahinter verbirgt: das Benchmarking. Es ist nachvollziehbar-verständlich-normal-üblich, den Besten in der Branche nachzueifern. Ja. Und es ist grundfalsch!

Im Klartext: Wenn Sie immer nur die Erfolgsrezepte der üblichen Verdächtigen kopieren, dann können Sie nur eins werden: Ein weiterer üblicher Verdächtiger.

Ok, vielleicht fast genau so gut wie der Branchenprimus. Fast. Vielleicht. Vielmehr ist nicht drin. Kann ja gar nicht.

Viel zu viele Unternehmen schauen tagtäglich in ihren gewohnten Tunnel. Jeder ahmt die gleichen Ideen nach wie all die anderen Wettbewerber auch. Und das heißt auch: Jeder übersieht die gleichen Chancen, die rechts und links von der Hauptstraße liegen.

Und wenn sich doch mal jemand ins unerforschte Gelände wagt und eine mutige Idee abseits der üblichen Branchenlösung findet, dann wird er ganz schnell zurückgepfiffen – von den institutionalisierten Bedenkenträgern mit ihren toxischen Killerfragen: „Wer hat das schon so gemacht?“, „Welche Best Practice steht dahinter?“, „Wie lautet das Erfolgsrezept?“

Dabei steckt ja ein guter Kern im Benchmarking: Von anderen lernen – das ist goldrichtig! Aber das reflexhafte Benchmarken gegen den Branchenführer nutzt das Potenzial dieser Idee nicht, sondern produziert bestenfalls Durchschnitt und spielt den Ewiggestrigen und Bremsern in die Karten.

Wer seine hohen Ziele ernst nimmt und wirklich einen Unterschied machen will, sollte den Querdenkerblick über den Tellerrand seiner Branche richten. Darüber haben wir schon häufiger geschrieben:
– Build-a-Bear trifft Container Store
Origami trifft Weltraumteleskop
Matratze trifft Fuhrpark
Ferrari trifft Krankenhaus
– …

Und wir werden nicht müde, dafür weitere großartige Beispiele zusammenzutragen. So wie Lufthansa Technical Training. Eigentlich macht man dort Lufthansa-Mitarbeiter fit für den Arbeitsalltag. Eigentlich. Doch jetzt landen die Piloten auch im OP! Gemeinsam mit den Medizinern verbessern sie die Sicherheitsstandards im Krankenhaus. Know-how-Transfer vom Feinsten – was für ein Geniestreich! Logisch, dass die extremen Standards aus der Luftfahrt das Krankenhaus sicherheitstechnisch ordentlich fit machen, oder? Aber darauf kommen Sie nur, wenn Sie die Branchengrenzen im Kopf eliminieren.

Schauen Sie, was in anderen Gebieten funktioniert. Möglicherweise ist es dort absolute Routine, ja. Aber bei Ihnen könnte es eine Revolution werden!

Wichtig dabei: Es geht nicht darum, die Idee schlicht zu kopieren. Das wäre zu kurz gesprungen. Es geht darum, die Idee zu adaptieren. Dazu müssen Sie eine neue Vorstellung entwickeln, was möglich ist, Ihre eigenen Grenzen ausloten – und sie ein Stückchen verschieben.

Machen Sie sich die Tragweite dieser Gedanken klar: Henry Ford ging einmal mit wachem Blick durch einen Schlachthof in Chicago. Er sah, wie dort die Schweinehälften an einer Art Förderband von der Decke hingen und so von einem Arbeiter zum nächsten transportiert wurden. Er erkannte die Idee dahinter – und adaptierte sie.

Das Ergebnis ist bekannt: Die Massenproduktion vom Fließband.

Was wäre wohl passiert, wenn Henry Ford sich nur in anderen Autofabriken umgeschaut hätte?

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