Kritik von den billigen Plätzen am Spielfeldrand

Kritik von den billigen Plätzen am Spielfeldrand

Der Traum lebt. Und viele Menschen leben für den Traum – manche sterben sogar für den Traum. Das war bei der Eroberung der Weltmeere so, bei der Besteigung der höchsten Berge und bei der Entdeckung neuer Kontinente, das war so, als der Mensch das Flugzeug entwickelte und natürlich war das so, als der Mensch den Weltraum eroberte.

Und jetzt ist es wieder passiert: Das private Raumschiff „SpaceShipTwo“ stürzt am 31. Oktober ab. Einer der beiden Piloten kommt ums Leben, der andere rettet sich mit dem Fallschirm.

Es dauert nach dem Unfall nur wenige Stunden, da geschieht das, was immer geschieht – und das nervt uns und geht uns mächtig auf den Keks: Die Redaktion des „Spiegel“ veröffentlicht einen Kommentar, der nur so trieft von Hohn, Kritik und Spott für Richard Branson, den Eigentümer des Raumschiffs, und für alle seine Anhänger und Mitarbeiter. Den in der privaten Raumfahrt Verantwortlichen wird pauschal Hybris und Rücksichtslosigkeit vorgeworfen. Als ob man sich dort der Risiken nicht bewusst gewesen wäre. Als ob staatliche Raumfahrtprogramme ohne Unfälle ablaufen würden. Als ob – aber lassen wir das …

Wir sehen das so: Da sitzt einer neunmalklug auf einem der billigen Plätze am Spielfeldrand, beobachtet mit sicherem Abstand das Geschehen auf dem Spielfeld und klappert dann überheblich aus sicherer Position mit seiner Tastatur daher, während andere ihr Leben einem der größten Menschheitsträume widmen.

Aber so geht es uns allen. Im Großen wie im Kleinen.

Immer, wenn Sie etwas gestalten, etwas bewegen und sich draußen auf dem Spielfeld zeigen, dann gibt es nur eine Garantie. Und die lautet: Sie werden auf die Schnauze bekommen! Das hört sich nicht sonderlich fein an, aber so ist es. Das ist die einzige Gewissheit, die Sie haben.

Die Spötter werden kommen, gerade wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert. Sie fühlen sich moralisch überlegen und werfen Ihnen niedere Motive vor. Sie fühlen sich intelligent und werfen Ihnen Naivität vor. Sie fühlen sich als Kritiker per se im Recht und werfen Ihnen vor, dass Sie nicht das Recht haben, etwas zu riskieren – weil es jetzt eben nicht funktioniert hat. So ist das. Und so wird es immer sein.

Was dagegen hilft, ist eine Haltung. Und unsere ist diese hier:

„Wenn du lieber Kritiker nicht selbst auf dem Spielfeld stehst und bereit bist, dort auch auf die Schnauze zu bekommen – sind wir an deinem Feedback nicht interessiert.“

Punkt!

„Wenn du konstruktives Feedback hast, dann immer her damit. Das ist klasse und willkommen. Aber wenn du auf den billigen Plätzen am Spielfeldrand sitzt und von dort aus mit sicherem Abstand das Geschehen auf dem Spielfeld beobachtest und uns dann Ratschläge erteilst, was wir gefälligst anders oder besser machen sollten, dann haben wir nicht das geringste Interesse an deiner Meinung.“

Wenn immer Sie antreten, sich auf dem Spielfeld zeigen und mit ganzem Herzen für Ihre Sache eintreten, dann werden Sie zwangsläufig von den billigen Plätzen am Spielfeldrand jede Menge Spott und oberschlaue Kritik erhalten.

Seien Sie sich dessen bewusst.

Doch lassen Sie sich niemals davon von Ihrem Weg abbringen.

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