Itemis – Wie Weiterbildung wirklich funktioniert

WIE WEITERBILDUNG WIRKLICH FUNKTIONIERT

Immer ein Stück besser werden – mit diesem recht gewöhnlich klingenden Anspruch hat das Lünener Softwarehaus Itemis eine ungewöhnliche Lösung für die Weiterbildung seiner 140 Mitarbeiter gefunden: 4+1  – Vier Tage die Woche arbeiten die Mitarbeiter an Kundenprojekten, am fünften Tag bilden sie sich weiter. Was genau an diesem so genannten „Wissens-Freitag“ passiert, entscheidet jeder Mitarbeiter für sich. Der Arbeitgeber hat dies bewusst offen gelassen. Er behält sich lediglich ein Vetorecht vor.

Open-Source-Projekte durchführen, Studiengruppen bilden, Fachartikel verfassen, Bücher schreiben, neue Wissensgebiete erschließen, Englisch lernen, Präsentationen vorbereiten, Teamwork verbessern – das ist die Spannweite der selbst gewählten Weiterbildungsaktivitäten. Also keineswegs nur Wissensfelder des Kerngeschäfts – die Mitarbeiter sollen ihre persönlichen Interessen ausleben und sich dabei selbst qualifizieren. Klingt toll. Aber ist das nicht wahnsinnig teuer?

Ja, das geht so richtig ins Geld: Wenn man den Produktivitätsverlust durch die 20 Prozent „verlorene“ Arbeitszeit rechnet, kostet die selbstorganisierte Weiterbildung das Unternehmen aufs Jahr umgelegt über anderthalb Millionen Euro, also über 10.000 Euro pro Nase! Das ist viel teurer, als jeden Mitarbeiter einmal im Jahr auf ein externes Seminar zu schicken.

Dass die Investition sich auszahlt, davon ist die Unternehmensleitung trotzdem überzeugt. „Wir betrachten unsere Mitarbeiter nicht als Kapital, sondern als Vermögen des Unternehmens. Deshalb sehen wir Weiterbildung nicht als Kosten an, sondern als Vermögensaufbau“, erklärt Vorstand Jens Trompeter.

Das ist mutig! Und nur konsequent. Jedes Unternehmen wünscht sich doch, dass die Mitarbeiter neugierig über den eigenen Tellerrand schauen, sich aus eigenem Antrieb weiterbilden und sogar mit Publikationen auf sich aufmerksam machen. Aber wann soll das üblicherweise passieren? Am Abend? Am Wochenende?

Itemis sieht das anders. Und das bringt Vorteile an anderer Stelle: Ein Unternehmen, das den Mitarbeitern derart große Freiräume zur Weiterentwicklung gewährt, ist für Bewerber extrem attraktiv! Eine echte Trumpfkarte für den IT-Bereich, wo hochqualifizierte Kräfte immer seltenere Mangelware werden. Die Bewerber stehen Schlange, und das ist Gold wert! Mit dem „4+1“-Modell wächst Itemis aber auch in den Augen der Kunden. Die Publikationen der Mitarbeiter unterstreichen deren Expertenrolle, und das Image des Unternehmens gewinnt deutlich an Glanz.

Dicke Fortbildungsordner, formalisierte Curricula und rödelnde Personaler, die Geld versenken, weil sie Mitarbeiter zu Seminaren verdonnern, die sie gar nicht interessieren?

Itemis zeigt: Das muss überhaupt nicht sein. Die Mitarbeiter selbst wissen am besten, wann und wo sie etwas dazulernen sollten. Bekommen sie Freiraum, dann werden sie ihn nutzen. Und zwar zum Wohl des Unternehmens. Die Itemis-Leitung musste bisher jedenfalls nicht ein einziges Mal von ihrem Veto-Recht Gebrauch machen. Und das „4+1“-Modell existiert seit 2007 …

Selbstbestimmung, Freiheit – und alte Zöpfe abschneiden.

Für uns ziehen sich diese Grundprinzipien wie ein roter Faden durch die Wirtschaft und die Bildungslandschaft des noch jungen 21. Jahrhunderts.

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