Crowdfunding statt Ideenbox

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Crowdfunding? – Der pfiffige Dreh in der Projektfinanzierung mit Hilfe von Unterstützern aus dem Netz. Wer eine Idee und einen konkreten Plan zur Umsetzung hat, stellt sein Projekt auf Plattformen wie Seedmatch, Startnext oder Companisto vor und nennt eine Summe, die er für die Realisierung braucht. Wenn Internet-Nutzern das Projekt gefällt, geben sie im Idealfall dafür Geld.

Schön und gut. Aber ist das, was in der jungen und kreativen Szene schon längst Standard ist, auch in einem Konzern denkbar?

Ja, das ist es. Wie es funktionieren kann, zeigt IBM. Dort hat man das Prinzip Crowdfunding  frisch adaptiert, und zwar für die Ideen der eigenen Mitarbeiter. Das heißt: Crowdfunding nicht mehr in der freien Wildbahn, sondern in der kultivierten Unternehmenslandschaft. Sehr smart. Und es bringt zwei dicke Vorteile gegenüber der herkömmlichen Projektfinanzierung per Zuweisung von oben!

Erstens: echte Partizipation. Gestartet wurde das Enterprise-Funding-Projekt mit 500 Mitarbeitern des Watson Research Center, der Zentrale der IBM Forschung. Jeder konnte sich beteiligen, seine Idee auf einer internen Plattform vorstellen und für sie werben. Die Ideen mit den meisten Unterstützern wurden finanziert und damit umgesetzt – keine Jury, kein Auswahlgremium, keine Geschäftsleitung, die die Umsetzung absegnen musste. Mit einem Schlag hatten nicht mehr institutionalisierte Bedenkenträger das Sagen, sondern die Intelligenz der Crowd.

Zweitens: direkte Umsetzung. 100 Dollar drückte die Geschäftsleitung jedem der 500 Mitarbeiter in die Hand, mit denen sie innovative Projekte der Kollegen unterstützen konnten. 50.000 Dollar waren also im Topf. Eine unternehmensinterne Plattform für Ideen zur Verfügung stellen – okay, kennt man. Dafür zu sorgen, dass die Entscheidung über Daumen hoch oder Daumen runter in der Crowd bleibt – fantastisch! Aber im selben Zug dieser Crowd auch noch die finanziellen Mittel zu geben, was die Mitarbeiter dazu animiert, klug zu investieren, und die direkte Umsetzung der Ideen garantiert – das ist genial!

Führungskräfte finden es total super, wenn ihre Mitarbeiter innovativ sind. Aber wenn die dann auch noch übers Geld selbst entscheiden, wird es vielen Chefs mulmig. Dabei ist das nur konsequent. Wer soll es auch besser beurteilen, welche Investitionen chancenreich sind, als diejenigen, die tagtäglich mit beiden Beinen mitten im Markt stehen und bis über die Ohren mit der Technik vertraut sind?

Besonders beeindruckt uns, dass der Konzern das Risiko der Crowd-Intelligenz ohne Hintertürchen und Sollbruchstelle eingeht. Denn natürlich kann sich eine Crowd auch irren! Bei IBM war die „Enterprise Funding“-Idee dann aber so erfolgreich, dass in einer zweiten Runde das „Spielgeld“ für jeden beteiligten IBM Mitarbeiter auf 2.000 Dollar erhöht wurde.

Crowd-Funding ist eben nicht nur etwas für junge Hüpfer, sondern auch etwas für alte Hasen.

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