Googles Project Oxygen

Project Oxygen von Google: Auf der Suche nach der guten Führungskraft

“Lasst die Ingenieure in Ruhe arbeiten!” Für diese Haltung ist Google berühmt. Seit Jahren hat das Unternehmen volles Vertrauen darin, dass Menschen die besten Ergebnisse erzielen, wenn sie freie Hand haben. Jetzt fragt sich Google: Stimmt das wirklich?

Mit dem Project Oxygen hat sich Google auf die Suche nach dem Rezept für den guten Boss gemacht. Und wie sucht der Suchmaschinen-Weltmarktführer? Indem er alle Performance Reviews, alle Feedbackbögen und alle Nominierungen zum Chef des Jahres sammelt – und durch den Computer jagt. Ganze Sätze, einzelne Begriffe, Lob und Beschwerden werden so miteinander korreliert, in der Hoffnung, für Google spezifische Ergebnisse zu finden.

Herausgekommen sind acht Kriterien für gute Chefs – die eigentlich ziemlich selbstverständlich sind: Habe eine klare Vision und Strategie für dein Team. Unterstütze die Mitarbeiter bei ihrer Entwicklung. Sei produktiv und ergebnisorientiert. Und so weiter und so fort.

Auf den ersten Blick liefert Googles aufwendige Analyse den gleichen Erkenntnisgrad wie der hundertste Führungsratgeber. Aber Google hat auch ein Ranking der einzelnen Punkte gemacht. Und nun wird das Ergebnis echt interessant: Project Oxygen hat gezeigt, dass für die Mitarbeiter das Fachwissen ihrer Chefs an achter – und damit letzter Stelle rangiert.

Oh! Während die wichtigste Führungsqualität ganz anderer Natur ist.

Was Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten am meisten brauchen, ist: Zeit für persönliche Gespräche, Fragen, die helfen, Probleme zu lösen, und echtes Interesse an den Mitarbeitern und ihrer Karriere.

Das ist eine Überraschung! Von wegen grenzenlose Freiheit. Es werden Chefs gewünscht, die anwesend sind und sich einmischen. Mitarbeiter brauchen Freiraum, klar – aber sie wollen eben auch nicht allein gelassen werden!

Bei Google gleicht diese Erkenntnis einer kleinen Revolution. Und weil nicht irgendein Professor aus Illinois das sagt, sondern die eigenen Daten und Fakten, reagiert Google darauf sofort mit Taten: Führungskräfte, die schlechte Bewertungen bei der Mitarbeiter-Kommunikation bekommen, werden in ein Coaching gesteckt. Kommen sie auch dabei schlecht weg, werden sie nicht befördert.

Und das ist noch nicht alles: Die Regel gilt auch für die Manager, die richtig gute Zahlen liefern! Kommunikation in der Führung hat für Google eine hohe Priorität – also gibt Google der Kommunikation auch in der Bewertung der Führungskräfte Priorität. Und eben nicht mehr den in Dollar gemessenen Ergebnissen. Das ist konsequent.

Und diese Entschiedenheit, die Wünsche der Mitarbeiter zu einhundert Prozent ernst zu nehmen und dementsprechend zu handeln, ist herausragend.

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