FREIHEIT oder VERANTWORTUNG – Was davon hätten Sie gerne?

Freiheit, Verantwortung und ein Besuch beim Friseur

Als wir noch in Wien wohnten, hatten wir einen Stammfriseur. Der Salon lag nur zehn Minuten von unserer Wohnung entfernt und hatte diesen speziellen Wiener Charme. Bei einem seiner turnusmäßigen Besuche beobachtete Peter aus purer Neugier, während seine Friseurin in ihr Werk vertieft war, wie der Salon organisiert war: Alle Mitarbeiter planten ihre Kundentermine grundsätzlich selbst.

Doch an diesem Tag war einer Friseurin ein Fehler unterlaufen: Zwei ihrer Kundinnen standen gleichzeitig im Salon – sie hatte versehentlich einen Termin doppelt belegt.

Naja, kann ja mal passieren. Aber sicherlich eine Situation, die das Team mit vereinten Kräften retten kann, ohne dass eine der beiden Kundinnen weggeschickt werden müsste. Beispielsweise indem der einen Kundin eine Haarkur auf Kosten des Hauses aufgetragen wird, während die Friseurin die andere schneidet. Oder ein anderer Kollege hätte einspringen können.

Hätte. Aber so war’s nicht.

Stattdessen zeigte die Friseurin, die den Fehler gemacht hatte, wie man sich maximal destruktiv und minimal kundenorientiert aus der Affäre zieht: Sie wurde missmutig und stöhnte gut hörbar für alle Kunden und Kollegen, dass sie sich in diesem Laden um alles kümmern müsse! Ja, sogar die Termine müsse sie selber machen! Ein Unding! Kein Wunder, dass bei der Arbeitsüberlastung Fehler passieren!

Vier Wochen später, beim nächsten Termin, staunte Peter: Der Chef hatte eine Rezeptionistin eingestellt, die alle Termine vereinbarte und den Arbeitsplan für alle Friseure verwaltete. – Wow, ein Chef, der seinen Mitarbeitern zuhört und handelt.

Aber noch mehr staunte er darüber, dass das genau der Mitarbeiterin überhaupt nicht passte. Eben jener Mitarbeiterin, die beim letzten Mal die Termine nicht mehr selber machen wollte: Sie war genauso missmutig und stöhnte gut hörbar für alle Kunden, dass sie in diesem Laden ja wie Kinder behandelt würden, nichts selbstständig machen dürften und keinerlei Freiheiten hätten.

Oha! Zur Verantwortung ‚Nein danke’, aber zur Freiheit ‚Ja bitte‘, oder wie? Ein kapitales Missverständnis!

Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Sobald eins von beiden fehlt, wird es problematisch:

1) Freiheit, aber keine Verantwortung: Das hört sich großartig an und wäre wirklich fantastisch – vermutlich auch die Idealvorstellung der Friseurin. Nur gibt es dieses Angebot sehr selten im Leben. Warum auch sollte Ihnen jemand auf Dauer alle Freiheit geben, wenn Sie für Ihr Tun und Lassen keine Verantwortung übernehmen wollen? Das wäre ziemlich dumm.

2) Verantwortung, aber keine Freiheit: Das ist die Hölle! Zumindest macht es Stress und schlechte Laune. Stellen Sie sich vor: Andere entscheiden und Sie müssen für deren Entscheidungen gerade stehen!

3) Keine Verantwortung und keine Freiheit: Also das, was Sie in so manchem Unternehmen finden. Erwachsene Menschen, die nur Ausführungsroboter sind. Austauschbare Zahnräder. Aber leider die einzige vernünftige Möglichkeit, Menschen zu beschäftigen, die keine Verantwortung übernehmen wollen.

Für alle, die gerne mehr Freiheit hätten, gibt es ein einfaches Rezept. Es wirkt oft nicht sofort, aber langfristig schon und zwar mit einer großen Wahrscheinlichkeit:

Nehmen Sie sich Stück für Stück mehr Freiheit und begleichen Sie das, indem Sie gleichzeitig mehr Verantwortung übernehmen!

Beides müssen Sie sich nehmen, denn geschenkt bekommen Sie nur Unmündigkeit und Unfreiheit!

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