Die geniale Stunde – Wie kleine Vorhaben Großes bewirken

Innovation durch Freiraum für die Mitarbeiter

“Stimmt, wir sollten das machen!”, hören wir ständig. Einen Tag pro Woche für die Weiterbildung der Mitarbeiter reservieren, wie es das Softwarehaus Intemis mit dem Wissens-Freitag macht? Oder einmal im Quartal den Mitarbeitern die Narrenfreiheit geben, eine ganz eigene, tagesgeschäftunabhängige und innovative Projektidee zu entwickeln, wie Atlassian mit dem Fed-Ex-Day? Klar doch, können wir auch! Müssen wir machen!

Dass Mitarbeiter Freiräume brauchen, um ihre Kreativität zu entfalten, damit ist jeder Vorstand, CEO und Unternehmer sofort einverstanden. Wenn die guten Vorsätze trotzdem am nächsten Tag oder spätestens in der nächsten Woche vergessen sind, kann das nur einen Grund haben: Der Berg ist zu steil.

Mitarbeitern, die immer getan haben, was von ihnen verlangt wurde, von heute auf morgen 20 Prozent der Arbeitszeit zu schenken, um rumzuprobieren, sich weiterzubilden und Innovationen zu entwickeln, ist wie einen Schwimmanfänger mitten auf dem Ozean vom Deck zu schubsen und dann wegzusegeln. Schon ein Tag selbstbestimmter Arbeiten pro Quartal kann am Anfang restlos überfordern. Aber dies allein ist noch lange kein Grund, das Vorhaben sein zu lassen. Sondern eher ein Grund, kleiner anzufangen. So wie Jen Shefner.

Die Verantwortliche für den Online- und Telefonservice bei der Columbia Credit Union Bank in Vancouver hat ein so einfaches wie geniales Konzept entwickelt: Eine Stunde pro Woche darf und soll jeder Mitarbeiter an neuen Ideen tüfteln. Das Ziel der sogenannten “genialen Stunde”: Innovation fürs Unternehmen und Weiterbildung der Mitarbeiter.

Und wer übernimmt bitteschön die 24/7-Service-Hotline, während die Mitarbeiter ihrer Leidenschaft nachgehen?
Der Büronachbar?
Ein Kollege aus einer anderen Abteilung?
No way! Die Chefin höchstpersönlich!
Während sich ihre Leute an die Denkarbeit machen, setzt sich Shefner einfach selbst hin und hütet das Telefon. Unbürokratisch und ohne mit der Wimper zu zucken. Das ist ein Signal an die Mitarbeiter!

Eine Stunde pro Woche ist nicht viel Zeit. Aber es ist eine Stunde mehr als die allermeisten Mitarbeiter mit selbstinitiierten Projekten verbringen. Und trotz der extrem kurzen Zeit haben Jens Leute in wenigen Monaten eine Innovation nach der anderen rausgehauen – darunter sogar Ausbildungstools für fremde Branchen!

Warum die “geniale Stunde” Früchte trägt?

Erstens, weil das Projekt so klein ist, dass es sofort umsetzbar ist.

Zweitens, weil die Chefin mit ihrem Einspringen den Wert und die Ernsthaftigkeit der Veranstaltung deutlich macht.

Und drittens: Weil es im Kalender steht!

Was organisiert wird, das wird auch gemacht. Das gilt übrigens nicht nur in Unternehmen, sondern auch für jedes private Vorhaben. Wenn Ihnen eine Sache wichtig ist, dann hören Sie auf mit dem Wunschdenken! Sätze wie “Mache ich noch, wenn ich diese Woche mal Zeit habe” sind die größten Umsetzungsverhinderer, die es gibt. Halten Sie das Vorhaben lieber klein, und organisieren Sie es umgehend und fix!

Wir machen es genauso: Was uns wichtig ist, steht in unserem Kalender. Alles andere eben nicht. So einfach ist es.

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