Warum Sie nichts verbessern müssen, um dramatisch besser zu werden

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Das gibt Zoff! Soviel ist sicher … Bosch-Chef Volkmar Denner kündigte an, das bisherige leistungsabhängige Bonus-System für seine Führungskräfte zu streichen – ersatzlos! Boni soll es nur noch abhängig vom Erfolg des Gesamtunternehmens geben. „Weg von der Individualoptimierung!“, sagt er und verweist auf Studien aus der Motivationsforschung, die belegen, dass Motivation nur mit Geld auf Dauer nicht bessere sondern schlechtere Leistungen nach sich ziehe: „Geld kann demotivierend wirken“, sagt Denner.

Wir finden das mutig und respektabel.

Aber nur mal so unter uns: Dass die Presse jetzt Bosch als Vorreiter und Rebell hinstellt, ist ein Witz. Denner hat nur das umgesetzt, was schon seit Jahrzehnten bekannt ist: Immer dann, wenn Menschen auch nur rudimentär kognitive Leistungen abverlangt werden, sind Belohnungen wirkungslos oder gar kontraproduktiv. Das hat auch einen Namen: In der Wirtschaftspsychologie nennt man das den Korrumpierungseffekt. Alles alte Hüte!

Uns geht es hierbei allerdings gar nicht um diese längst überfällige Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis. Was wir großartig finden an Denners Ankündigung ist das Wörtchen „ersatzlos“!

Denn üblicherweise heißt „besser machen“ für Manager ebenso wie für Politiker: Neues hinzufügen. Zusätzliche Programme, zusätzliche Produkte, zusätzliche Gesetze, zusätzliche Verfahren. – Hier aber lässt endlich mal jemand einfach etwas weg.

Gestrichen.
Getilgt.
Entsorgt.
Aufgegeben.
Beendet.

Denn der stillschweigenden Hang zum Hinzufügen beschert uns nicht nur noch ausgefeiltere Bonussysteme, noch perfektere Prämiensysteme, noch mehr Leistungserfassungsdokumentation, noch umfangreichere Controlling-Systeme, noch speziellere Gesetze, sondern unterm Strich: Noch mehr Ausnahmen, noch mehr Bürokratie, noch kompliziertere, noch langsamere, noch instabilere Abläufe.

Viel zu selten sagt jemand einfach mal: „Wisst ihr was, das lassen wir jetzt einfach weg!“

Genau das aber brauchen wir!

Denn wenn Sie unternehmerische Potenziale freisetzen wollen, dann brauchen Sie den Raum dafür. Der erste Schritt besteht darin, etwas wegzulassen, etwas nicht mehr zu tun, etwas abzuschaffen, was nicht mehr gebraucht wird, damit Platz geschaffen wird für das Neue.

Wie Sie das umsetzen können, ja, wie Sie das Weglassen in Ihrem Unternehmen sogar fest installieren können, das haben wir Ihnen anhand des Beispiels der britischen Unterhaltungselektronik-Kette Richer Sounds schon einmal erzählt: Gründen Sie ein Cut-the-Crap-Komitee!

Da trifft sich in regelmäßigen Abständen eine Gruppe von Topmanagern zu einem einzigen Zweck: Etwas Überflüssiges zu finden, das sie streichen könnten: „Bürokratie-Häufchen, kleine Fussel von Zweitverschwendung, unnötige Berichte, überflüssige Meetings, umständliche Abläufe, sinnlose Genehmigungsverfahren und all dieses Zeugs, das keinen Wert schafft, dafür aber Zeit raubt, Energie verschwendet, Lust tötet und Frust erzeugt.“

Und dieser Crap muss weg!

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