Basecamp Jason Fried – Vom Lohn der Freiheit

Basecamp Jason Fried Mitarbeiter geniessen Freiheit

Basecamp aus Chicago ist ein extrem spannendes Unternehmen. Zu vielen Aspekten einer neuen, zeitgemäßen Art zu denken und zu wirtschaften könnte diese kleine aber feine Software-Schmiede die passenden Beispiele liefern. Zum Beispiel in Sachen Mitarbeiterführung:

Der große Trend im Umgang mit den Mitarbeitern geht in eine ganz klare Richtung: Freiheit! Dazu haben wir ausführlich Stellung genommen in unserem Buch „Nur Tote bleiben liegen“. Die Herausforderung dabei ist immer die individuelle Ausgestaltung im jeweiligen Unternehmen. Wird sich der große Vertrauensvorschuss, den das Unternehmen den Mitarbeitern gewährt, nicht nur für die Mitarbeiter sondern auch für das Unternehmen auszahlen? Wird es Mitarbeiter geben, die die Freiheit ausnutzen und Schaden anrichten? Können die Mitarbeiter mit ihren neuen Spielräumen wirklich produktiv umgehen?

Jason Fried, Gründer von Basecamp, bestätigt, dass die mutigen kreativen Lösungen seines Unternehmens funktionieren. Und dass alle Beteiligten dabei mehr gewinnen als verlieren. Dazu drei Beispiele:

1. Kreditkarten für alle!

Ja, jeder bekommt eine Firmenkreditkarte. Und zwar lediglich mit der Bitte, diese verantwortungsvoll zu nutzen. Ob der Mitarbeiter das tut, bleibt ihm selbst überlassen, denn niemand muss seine Ausgaben absegnen lassen oder am Monatsende Rede und Antwort stehen. Die Abrechnung wird abgegeben. Das war’s. Mit welchem Ergebnis? Jason Fried sagt: Das System wurde nicht ein einziges Mal ausgenutzt. Die Mitarbeiter übertreffen alle Erwartungen. Sie nehmen ihre Ausgaben seither noch ernster und haben die Kosten im Griff.

2. Dann bleibt doch zuhause!

Es ist nicht so wichtig, ob ein Mitarbeiter einen oder vier Tage krank ist. Er soll vor allem gesund werden. Das gleiche gilt für den Urlaub: einfach nehmen. Dann, wenn man es für richtig hält und so lange man braucht. Bei einer Firma mit rund 20 Mitarbeitern wie Basecamp ist das ein Risiko. Aber anstatt in den verwaisten Firmenräumen seinem eigenen Echo hinterher zu lauschen, muss Jason Fried seine Mitarbeiter eher daran erinnern, endlich mal ihren Urlaub zu nehmen. Oder doch bitte zuhause zu bleiben, wenn es ihnen mal nicht so gut geht. Denn diese kommen gern zur Arbeit und haben Spaß an ihren Projekten.

3. Du denkst, du kannst es besser? Okay, leg los!

Bei Basecamp wechselt der Teamleiter jede Woche. Weil so jeder Einzelne kapiert, warum Dinge auf die eine oder andere Art gemacht werden müssen. Weil jeder die Chance bekommt, seine Ideen auszuprobieren und umzusetzen. Und weil so auch jeder mal Ansprechpartner für die Probleme der anderen ist. Der Effekt: Es wird kaum noch gemeckert. Weil jeder Mitarbeiter in die Abläufe eingebunden ist und das Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Und weil sich so Verantwortung einüben lässt. Wer hätte gedacht, dass sich auf so einfache Art und Weise Harmonie einstellt?

Freiheit beim Geldausgeben, Freiheit bei der Entscheidung über die eigene Anwesenheit, Freiheit zu führen: Die drei kleinen Neuerungen von Basecamp erfordern Mut, aber bewirken Wunder. Sicherlich auch, weil sie zur Unternehmenskultur passen.

Wer in einem traditionell geführten Unternehmen mit unbeweglichen Strukturen arbeitet, fragt sich jetzt wahrscheinlich: Und wie soll das in meiner Firma gehen?

Natürlich lässt sich der Weg von Basecamp nicht eins zu eins kopieren. Aber vielleicht kommen Sie einen Schritt weiter, indem Sie zuerst die Frage anders formulieren: Was kann ich tun, um in meinem eigenen Umfeld verkrustete Strukturen aufzubrechen und Veränderungen einzuleiten? Wer darauf wartet, dass die Revolution zu ihm kommt, wird sie nie erleben.

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-> Lesen Sie die Buchbesprechung „Meetings sind Gift“ von Basecamp-Gründer Jason Fried auf die „99 besten Wirtschaftsbücher“

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